Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Nach Sturm „Joshua“ folgt überraschende Wetter-Wende: Temperaturen bis zu 21 Grad erwartet
Nach Sturm und Überschwemmungen kehrt keine Ruhe ein: Erst bleibt es stürmisch und nass, dann überrascht warme Saharaluft. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Hamm – Orkan „Joshua“ hat seine Spuren hinterlassen. Wie bereits erwartet, schwächte sich das Sturmtief zwar allmählich ab, doch am Freitagabend (24. Oktober) kam es im Norden noch einmal zu heftigen Böen und einer Sturmflut an der Nordsee: Wir hatten an dieser Stelle bereits davor gewarnt.
Besonders Hamburg traf es hart – der Fischmarkt stand zeitweise unter Wasser, vielerorts rückten Einsatzkräfte zu überfluteten Straßen aus. Doch mit dem Abzug des Orkans wird es nur bedingt ruhiger: Wind, Regen und sinkende Temperaturen prägen auch das Wochenende.
Wetter-Prognose: Nasses, windiges Wochenende mit Sturmböen
Am Samstag (25. Oktober) und Sonntag (26. Oktober) bleibt das Wetter ungemütlich. Immer wieder ziehen Schauer durch, teils begleitet von kräftigem Wind, im Küstenumfeld auch mit stürmischen Böen. Die Temperaturen gehen deutlich zurück: Am Sonntag werden im Norden und Osten nur noch 5 bis 10 Grad erreicht, im Südwesten sind immerhin bis zu 13 Grad möglich. Besonders in Wäldern und Parks bleibt Vorsicht geboten, da weiterhin Äste abbrechen oder Bäume umstürzen können. Wer das Wochenende draußen verbringen möchte, sollte sich warm anziehen – der Herbst zeigt sich von seiner rauen Seite.
Doch bereits zur Wochenmitte (29. Oktober) deutet sich ein markanter Wetter-Umschwung an. Ein kräftiges Hoch über Südosteuropa lenkt warme Saharaluft nach Deutschland. In rund 1500 Metern Höhe strömt ungewöhnlich milde Luft heran, die die Temperaturen auch am Boden in die Höhe treibt. Statt grauem Herbstwetter erwartet uns ein warmer Oktoberausklang mit Spitzenwerten zwischen 18 und 21 Grad, im Südwesten lokal sogar noch etwas mehr. Es wird sonniger, trockener und vielerorts frühlingshaft mild – eine Wetterlage, die eher an April erinnert als an den Spätherbst.
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Milder Wetterstart in den November statt Wintereinbruch
Auch Anfang November bleibt die Wärmephase zunächst bestehen. Die ersten Novembertage könnten mit 15 bis 20 Grad außergewöhnlich mild ausfallen. Vom Winter ist damit vorerst keine Spur. Zwar kursierten Spekulationen über einen frühen Kälteeinbruch durch einen geschwächten Polarwirbel, doch davon ist derzeit nichts zu sehen. Deutschland erlebt stattdessen einen ungewöhnlich warmen Herbst – ein weiteres Kapitel im Jahr der Wetterextreme, das zeigt, wie stark unser Klima mittlerweile aus den Fugen geraten ist.
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