Neuerungen für Mieter

Wohnen wird ab 2025 teuer: Für Geringverdiener gibt es aber mehr Wohngeld

Die Mietpreise in Deutschland steigen trotz sinkender Bauzinsen weiter. Experten warnen vor anhaltenden Herausforderungen für Mieter und Eigentümer.

Frankfurt - Experten warnen vor einem weiteren Anstieg der Mietpreise in Deutschland im Jahr 2025, wie eine Meldung der Deutschen Presse-Agentur (dpa) berichtet. Trotz sinkender Bauzinsen bleiben die Kosten für Bau und Grundstücke zu hoch, um den Übergang vom Mieter zum Eigentümer zu bewältigen. Dieser Trend wird durch eine wachsende Wohnraumknappheit, wirtschaftliche Engpässe und politische Unsicherheit verstärkt. Doch es gibt auch positive Nachrichten für Menschen mit geringem Einkommen: Neben weiteren Änderungen wird ab 2025 auch das Wohngeld erhöht.

Wohnen wird 2025 teuer: Für Geringverdiener gibt es allerdings mehr Wohngeld

In Deutschland gibt es im Vergleich zu anderen EU-Ländern prozentual mehr Mieter als Eigentümer, die Eigentümerquote liegt bei 47 Prozent. Sören Gröbel, Director Research für Wohnimmobilien bei Jones Lang LaSalle (JLL), erklärt gegenüber der dpa: „Der Wille zum Neubau ist bei vielen Haushalten vorhanden, aber die Kosten für Handwerker und Materialien bleiben hoch“.

Die Mietpreise werden auch 2025 weiter steigen – etwas Abhilfe schafft das steigende Wohngeld für Geringverdiener.

JLL-Daten zeigen einen starken Anstieg der Mietpreise in Deutschland im dritten Quartal dieses Jahres, der sich auch auf ländliche Gebiete ausgewirkt hat. In den großen Städten Deutschlands stiegen die Mieten um bis zu acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr, in kleineren Städten und auf dem Land um etwa vier Prozent oder mehr. Eine kürzlich veröffentlichte Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung prognostiziert ebenfalls einen Anstieg der Mieten um vier Prozent im Jahr 2024.

Gröbel betont: „An den Trend zur Urbanisierung und hohen Mieten und Kaufpreisen in Städten werden wir uns gewöhnen müssen“. Trotz einer langsamen Erholung des Immobilienmarktes, unter anderem durch sinkende Bauzinsen, bleibt das Eigenheim für viele Deutsche unerschwinglich. Zehnjährige Kredite hatten zuletzt einen Zinssatz von 3,2 Prozent, wie die FMH-Finanzberatung feststellt. Im Vorjahr lag der Zinssatz noch bei 3,6 Prozent.

Hohe Nachfrage auf dem Mietmarkt – Ziel der Regierung zur Schaffung von mehr Wohnraum schlägt fehl

Doch Peter Richter, Analyst bei der Helaba, warnt in der dpa-Meldung: „Zinssenkungen garantieren keinen Immobilienboom“. Der Immobilienmarkt sei von der Konjunktur abhängig, die in Deutschland schwach ist. Insolvenzen in der Baubranche und Inflation treiben die Preise nach oben, aber auch die hohe Nachfrage ist laut vielen Experten ein Problem.

Da Eigentum so teuer ist, weichen viele Deutsche auf den Mietmarkt aus, so Gröbel, was die Nachfrage erhöht. Auch die Zuwanderung spielt eine Rolle. Die Bundesregierung wollte die daraus resultierende Wohnungsknappheit durch den Bau von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr ausgleichen. Der Baugewerbeverband ZDB erwartet jedoch für dieses Jahr bundesweit nur 250.000 bis 255.000 Wohnungen.

Millionen Wohnungen stehen leer – wie politische Unsicherheiten den Immobilienmarkt beeinflussen

Laut dem Pestel-Institut in Hannover fehlen in Deutschland insgesamt rund 800.000 Wohnungen. Darüber hinaus steht jede 23. Wohnung in Deutschland leer, das sind insgesamt 1,9 Millionen Wohnungen. Matthias Günther, Leiter des Pestel-Instituts, weist auf den schlechten Zustand dieser Wohnungen hin, die erst teuer saniert werden müssen. Michael Schlatterer, Managing Director beim Immobiliendienstleister CBRE, erklärt, dass Wohnungen mit schlechter Energieklasse und Mängeln nur schwer zu verkaufen sind. „Wenn die Energieklasse schlecht ist und Mängel am Objekt bestehen, dann gibt es Preisabschläge von 15 bis 20 Prozent“, sagt er der dpa.

Die politische Unsicherheit in Bezug auf Klimaregulierungen macht die Sanierung von Wohnungen oft riskant. Immobilienbesitzer „wissen nicht, welche Vorschriften – zum Beispiel bei Klimaschutzauflagen – wann kommen“, so Schlatterer.

Abhilfe für Menschen mit niedrigen Einkommen: Mehr Wohngeld im Jahr 2025

Für Menschen mit geringem Einkommen in Deutschland könnte das erhöhte Wohngeld ab dem 1. Januar 2025 eine Erleichterung sein. Das Wohngeld wird im Durchschnitt um 30 Euro erhöht, um inflationsbedingte Preissteigerungen auszugleichen. Es ist jedoch zu beachten, dass das Wohngeld nur Menschen zusteht, die sonst keine staatliche Unterstützung erhalten. Wer Bürgergeld erhält oder die Grundsicherung im Alter bezieht, hat keinen Anspruch auf Wohngeld. Eine genaue Grenze, ab der man Wohngeld erhält, gibt es nicht, da laut Verbraucherzentrale mehrere Faktoren eine Rolle spielen. Die Verbraucherzentrale spricht von Vermögensfreigrenzen von 60.000 Euro für Alleinstehende, plus 30.000 Euro pro Mitbewohner. Wer mehr besitzt, hat es schwer.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Michael Gstettenbauer

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