Produktionsende besiegelt

VW stellt trotz Nachfrage beliebtes Modell ein – „schlichtweg zu teuer“

Der VW up! ist das Einstiegsmodell der Modellpalette – wird jedoch schon bald nicht mehr produziert. Die Wolfsburger nehmen Stellung zu den Hintergründen.

Wolfsburg/München - Das Einstiegsmodell von Volkswagen ist Geschichte und das (vorläufige) Aus der Marke im A-Segment der Kleinstwagen besiegelt: VW stellt zum Jahresende die Produktion des beliebten up! ein. Zunächst berichtete das britische Magazin Autocar mit Verweis auf interne Quellen über das beschlossene Ende, mittlerweile bestätigte der Hersteller die Meldung.

„Die Produktion des Up und des e-Up im Volkswagen-Werk Bratislava läuft im vierten Quartal aus“, erklärte ein VW-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Hierzulande kann das in der Slowakei gefertigte Fahrzeug schon jetzt nicht mehr bestellt werden, geschweige denn konfiguriert. Doch warum nun das Aus für die VW-Modellreihe? An mangelnder Nachfrage dürfte es kaum liegen:

VW: Erfolgsmodell up! wird eingestellt - neue Richtlinien im Bereich Cybersecurity

Vor allem das Elektroauto VW e-up! erfreut sich seit Jahren einer stattlichen Beliebtheit, als eines der wenigen elektrischen Angebote für unter 30.000 Euro in Deutschland. In den vergangenen Jahren hatte Volkswagen aufgrund der Nachfrage sogar zwischenzeitlich die Bestellbücher geschlossen und Preise erhöht, weil die Produktion mit dem Kaufinteresse nicht standhalten konnte. Noch im vergangenen Jahr wurden knapp 33.000 Modelle produziert, zwischen Januar und September 2023 sind der VW up! und das Elektroauto-Pendant in Deutschland rund 14.000 Mal als Neuwagen zugelassen worden.

VW Up auf der IAA 2019: Vier Jahre später ist das Produktionsende eingeläutet.

Die Antwort gibt Markenchef Thomas Schäfer: Eine wesentliche Rolle bei der Einstellung des zwölf Jahre alten Modells spielen demnach ab Mitte 2024 inkraft tretende Regeln im Bereich Cybersecurity. „Wir müssten da noch einmal eine komplett neue Elektronik-Architektur integrieren. Das wäre schlichtweg zu teuer“, führt Schäfer aus. Auf Nachfrage der Bild konkretisierte ein Sprecher der Wolfsburger die Thematik: „Der Dokumentations- und Entwicklungsaufwand rechnet sich bei einem älteren Modell wie dem VW Up nicht mehr.“ Dabei geht es offenbar um die gesamte Software, aber speziell auch neuere Fahrassistenz-Funktionen.

VW up! ist bald Geschichte - Nachfolger wohl nicht vor 2027

Im A-Segment haben die Hersteller in der Regel ohnehin die niedrigsten Gewinnspannen, weil die kleinen Autos mit immer mehr Sicherheitssystemen ausgestattet werden müssen, um eine Zulassung zu erhalten. Auch die kommende Abgasnorm Euro 7 habe bei der Entscheidung von VW eine Rolle gespielt. Allerdings gibt es für Anhänger des kleinen Wolfsburgers (bzw. Slowaken) Trost: Gebraucht wird der VW up! noch lange Zeit die Straßen besiedeln.

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Zudem bahnt sich langfristig ein Nachfolger an, der potenzielle VW ID.1. Dessen Entwicklung steckt jedoch noch in den Kinderschuhen - mit einer Markteinführung ist Berichten zufolge nicht vor 2027 zu rechnen. (PF mit Material der dpa)

Rubriklistenbild: © Jan Huebner/Voigt/Imago

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