Stirbt Hollywood?

Trumps neuer Zoll-Wahnsinn: Filme nur noch aus den USA

Für Trump ist die Abwanderung von Filmproduktionen eine „Bedrohung der nationalen Sicherheit“. Seine Antwort darauf ist ein Zoll in Höhe von 100 Prozent.

Washington – US-Präsident Donald Trump setzt bei seiner Handelspolitik vor allem auf Zölle. Er begründet die Handelsbarrieren damit, dass die bisher günstigen Importe eine „Bedrohung der nationalen Sicherheit“ darstellen. Nun hat Trump eine neue US-Industrie ausgemacht, die gerettet werden muss.

Auf seiner Plattform Truth Social kündigte Trump am Sonntag, dem 4. Mai, einen Zoll von 100 Prozent auf alle Filme an, die „in anderen Ländern produziert werden“. Er habe das Handelsministerium und den Handelsbeauftragten dazu ermächtigt, unverzüglich mit der Einführung eines solchen Zolls zu beginnen.

Trump will Zoll auf außerhalb der USA produzierte US-Filme: Hollywood stirbt

Trump führt weiter aus, dass die US-Filmindustrie einen „sehr schnellen Tod“ sterben werde, da andere Länder viele Anreize böten, um amerikanische Filmemacher und Studios anzuziehen. Er behauptet, dadurch würden Hollywood und andere Regionen des Landes zerstört.

Donald Trump will Hollywood mit hohen Zöllen schützen. Hier sieht man den US-Präsidenten mit dem Filmstar Sylvester Stallone. (Archivbild)

„Dies ist eine konzertierte Aktion anderer Nationen und daher eine Bedrohung der nationalen Sicherheit“, so Trump. Dies sei, zusätzlich zu allem anderen, eine Botschaft und Propaganda. „Wir wollen, dass Filme wieder in den USA gemacht werden!“ Handelsminister Howard Lutnick antwortete darauf in einem Posting auf X: „Wir sind dran.“

Weder Trump noch Lutnick nannten Details zur Umsetzung. Hintergrund dieses Schrittes könnte die Mitte April von Peking angekündigte Antwort auf den Zollstreit mit den USA sein. In China, dem zweitgrößten Filmmarkt der Welt, sollen weniger Produktionen aus Hollywood gezeigt werden.

Trump will Zoll auf außerhalb der USA produzierte US-Filme: Zahl der Drehtage in LA geht zurück

Der von Trump beschriebene Prozess wird auch „Runway Productions“ genannt. Laut dem „Lexikon der Filmbegriffe“ der Universität Kiel gibt es verschiedene Gründe dafür. Dazu zählen Kosteneinsparungen, die Umgehung gewerkschaftlicher Absprachen oder das Ausweichen von Zensurbestrebungen der Studios.

„Runaway Productions“ treffen Hollywood hart. Laut der gemeinnützigen Organisation FilmLA, die die Produktion in der Region beobachtet, ging die Zahl der Drehtage für Film- und Fernsehproduktionen im Jahr 2024 im Vorjahresvergleich um 5,6 Prozent auf 23.480 zurück. Als Ursachen werden eine Kombination aus „Runaway Productions“, die Schrumpfung der Industrie und eine langsamere als erhoffte Erholung nach dem Ende des Autorenstreiks genannt.

Trump will Zoll auf außerhalb der USA produzierte US-Filme: Reaktionen aus Australien und Neuseeland

Politiker in Neuseeland und Australien zeigen sich besorgt über Trumps Vorstoß. So berichtete das Onlinemagazin The Spinoff, dass der neuseeländische Premierminister Christopher Luxon während einer Pressekonferenz am 5. Mai sagte, Neuseeland sei „der beste Ort der Welt, um Filme zu machen“. Es sei „viel zu früh“, um darüber zu sprechen, ob die Regierung als Folge von Trumps Ankündigung Änderungen an der Filmförderung in Betracht ziehen werde.

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Donald Trump
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Ähnliche Worte kommen aus Australien. Der australische Innenminister Tony Burke sagte laut Sky News, er habe mit dem Leiter der Regierungsbehörde Screen Australia über die Zölle gesprochen. Niemand solle daran zweifeln, dass man sich für die Rechte der australischen Filmindustrie einsetzen werde.

Trump will Zoll auf außerhalb der USA produzierte US-Filme: Mehr zu verlieren als zu gewinnen

Es gibt warnende Stimmen vor den Folgen eines solchen Zolls. William Reinsch, leitender Mitarbeiter des Center for Strategic and International Studies, sagte dem britischen Guardian zufolge, die Antworten auf Trumps Zölle auf ausländische Filme würden verheerend sein.

„Die Vergeltungsmaßnahmen werden unsere Industrie zerstören. Wir haben viel mehr zu verlieren als zu gewinnen.“ Es wäre schwierig, eine nationale Sicherheit oder einen nationalen Notstand für Filme zu begründen.

Rubriklistenbild: © Alex Brandon/AP/dpa

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