Autoindustrie im Fokus

Trump plant, erste Auto-Zölle bereits heute zu senken

US-Autoproduzenten hatten vehement vor Zöllen gewarnt. An seinem 100. Tag im Amt gibt der US-Präsident nun nach. Vor seiner Fahrt ins Autoland Michigan wird der US-Präsident bestimmte Zölle reduzieren, informiert die US-Regierung.

Washington – US-Präsident Donald Trump wird vor seiner Reise nach Michigan die Auswirkungen der US-Zölle auf die Autoindustrie verringern. Dies berichten US-Regierungsvertreter. Trump will im US-Bundesstaat Michigan mit einer öffentlichen Veranstaltung seine ersten 100 Tage im Amt feiern. In Michigan sind drei große US-Autohersteller und mehr als 1000 Autozulieferer ansässig. Laut US-Regierungsvertretern sollen bereits an diesem Dienstag einige US-Zölle auf ausländische Autoteile für in den USA hergestellte Autos reduziert werden. Zudem soll verhindert werden, dass US-Zölle auf im Ausland produzierte Autos auf andere Zölle aufgeschlagen werden.

„Präsident Trump baut eine wichtige Partnerschaft mit den heimischen Autoherstellern und unseren großartigen amerikanischen Arbeitern auf“, teilte Handelsminister Howard Lutnick mit. „Dieser Deal ist ein großer Sieg für die Handelspolitik des Präsidenten, da er Unternehmen belohnt, die im Inland produzieren“. Gleichzeitig biete die Trump-Regierung Autoproduzenten einen Anreiz, die sich verpflichteten, in den USA zu investieren und ihre heimische Produktion auszubauen.

US-Regierung mindert Folgen der Zoll-Politik auf US-Autobauer

Der Schritt würde bedeuten, dass Autofirmen, die Zölle zahlen, nicht mit anderen Abgaben, wie etwa auf Stahl und Aluminium, belastet würden, und dass für solche Zölle, die bereits gezahlt wurden, Rückerstattungen gewährt würden. Hersteller sollen im ersten Jahr bis zu 3,75 Prozent des Werts eines in den USA gebauten Fahrzeugs zurückerstattet bekommen. Im zweiten Jahr falle der Anteil auf 2,5 Prozent - und ab dem dritten Jahr gebe es keine Rückzahlungen mehr.

Zeitlinie: So hat Trump den Zoll-Krieg vom Zaun gebrochen

Am 20. Januar legt Donald Trump den Amtseid ab und wird als US-Präsident vereidigt.
ines der ersten Länder, das am eigenen Leib erfahren musste, dass Trump nicht nur leere Drohungen ausspricht, war Kolumbien.
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Seit Amtsantritt im Januar zahlreiche Zollaufschläge in Kraft

Trump hat seit seinem Amtsantritt im Januar zahlreiche Zollaufschläge gegen US-Handelspartner verhängt oder angedroht. Die EU ist von einem generellen Aufschlag in Höhe von zehn Prozent auf die meisten Lieferungen in die USA betroffen. Außerdem verhängte Trump Zölle in Höhe von 25 Prozent auf Autos, Stahl und Aluminium, welche ebenfalls Deutschland und die EU treffen. Die deutschen Autobauer sind von den US-Zöllen besonders stark betroffen. Ab Mai sind zudem Autoteile mit Abgaben belegt. Dazu zählen Getriebe, Lithium-Ionen-Batterien und andere wichtige Komponenten auf. Betroffen sind auch Teile wie Reifen, Stoßdämpfer, Zündkerzen und Bremsschläuche. 

Autobranche: Zölle könnten Dominoeffekt auslösen

US-Autohersteller sagten, sie erwarteten eine Verringerung der Autozölle vor der Reise Trumps nach Michigan. US-Automobilverbände hatten Trump in der vergangenen Woche in einem Schreiben aufgefordert, nicht wie geplant am 3. Mai Zölle in Höhe von 25 Prozent auf importierte Autoteile zu erheben. „Zölle auf Autoteile werden die globale Lieferkette der Automobilindustrie durcheinanderbringen und einen Dominoeffekt auslösen, der zu höheren Autopreisen für die Verbraucher und zu geringeren Umsätzen bei den Händlern führen und die Wartung und Reparatur von Fahrzeugen sowohl teurer als auch weniger vorhersehbar machen wird“, schrieben die Automobilverbände.

Die meisten Automobilzulieferer hätten nicht das Kapital, um eine abrupte zollbedingte Unterbrechung zu überstehen. Viele von ihnen seien bereits in Bedrängnis. Der Ausfall eines einzigen Zulieferers reiche bereits aus, um die Produktion eines Automobilherstellers in den USA zum Erliegen zu bringen. Das Schreiben der Verbände, die unter anderem General Motors, Toyota Motor, Volkswagen und Hyundai vertreten, wurde an den US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer, Finanzminister Scott Bessent und Handelsminister Lutnick geschickt.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Andrew Leyden

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