Unterschiedliche Möglichkeiten

Traum von Rente mit 63: Diese Möglichkeiten haben Sie, um früher Rentner zu werden

Die Rente mit 63 ist für viele Arbeitnehmer ein Ziel. Doch wann ist der frühere Ruhestand möglich? Möglicherweise drohen Abschläge. Doch es gibt auch Hinzuverdienstmöglichkeiten.

Hamm – Der Traum vom vorzeitigen Ruhestand beschäftigt viele Arbeitnehmer. Doch der Weg zur Rente mit 63 ist mit verschiedenen Regelungen verbunden, die je nach Geburtsjahr und Versicherungszeit unterschiedlich ausfallen. Hier erfahren Sie, welche Optionen für einen früheren Renteneintritt bestehen und worauf Sie achten sollten. Bei chronischen Krankheiten gibt es noch andere Wege.

Die zwei Wege zur früheren Rente

Die Deutsche Rentenversicherung bietet grundsätzlich zwei Möglichkeiten für einen vorzeitigen Rentenbeginn an:

  1. Die Altersrente für langjährig Versicherte (ab 35 Beitragsjahren)
  2. Die Altersrente für besonders langjährig Versicherte (ab 45 Beitragsjahren)

Ein häufiger Fehler ist übrigens die Annahme, dass die Rentenzahlungen automatisch beginnen. Tatsächlich muss die Rente aktiv beantragt werden, wofür unter anderem die persönliche Rentenversicherungsnummer benötigt wird.

Besonders langjährig Versicherte: Abschlagsfrei früher in Rente

Tatsächlich muss die Rente aktiv beantragt werden, wofür unter anderem die persönliche Rentenversicherungsnummer benötigt wird.

Wer 45 Jahre Beitragszeiten nachweisen kann, hat die Möglichkeit, ohne finanzielle Einbußen früher aus dem Berufsleben auszuscheiden. Allerdings gilt die ursprüngliche „Rente mit 63“ nur noch für Personen, die vor 1953 geboren wurden. Für jüngere Jahrgänge verschiebt sich der abschlagsfreie Renteneintritt schrittweise nach hinten:

  • Die Geburtsjahrgänge 1953 bis 1963 sind von dieser stufenweisen Anhebung betroffen
  • Wer 1964 oder später geboren wurde, kann frühestens mit 65 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen

Diese Anpassung des Renteneintrittsalters erfolgt seit 2012 und spiegelt die demografischen Veränderungen in der Gesellschaft wider.

Langjährig Versicherte: Frühere Rente mit Abschlägen

Mit 35 Beitragsjahren besteht ebenfalls die Möglichkeit, bereits mit 63 Jahren in den Ruhestand zu treten. Hierbei müssen jedoch dauerhafte Rentenabschläge in Kauf genommen werden:

  • Pro Monat des vorzeitigen Renteneintritts werden 0,3 Prozent von der Rente abgezogen
  • Diese Kürzungen bleiben lebenslang bestehen, nicht nur bis zum regulären Renteneintrittsalter
  • Im Maximum können so bis zu 14,4 Prozent der Rentenbezüge verloren gehen
JahrgangRegulärer Renteneintrittvorgezogener RenteneintrittAbzüge bei Rente mit 63
196166 Jahre und 6 Monate42 Monate12,6 Prozent
196266 Jahre und 8 Monate44 Monate13,2 Prozent
196366 Jahre und 10 Monate46 Monate13,8 Prozent
196467 Jahre48 Monate14,4 Prozent

Nach erfolgreichem Renteneintritt erhalten Ruheständler einen Rentenausweis, der verschiedene Vergünstigungen ermöglicht.

Nebenverdienst ohne Einschränkungen möglich

Eine positive Entwicklung gibt es beim Thema Hinzuverdienst: Seit Anfang 2023 können Frührentner unbegrenzt nebenbei arbeiten, ohne Rentenkürzungen befürchten zu müssen. Diese Regelung gilt für alle, die mindestens 35 Versicherungsjahre vorweisen können, aber das reguläre Rentenalter noch nicht erreicht haben.

Anders sieht es bei der Erwerbsminderungsrente aus. Hier gilt weiterhin eine jährliche Hinzuverdienstgrenze von 6.300 Euro, die unter bestimmten Umständen auf bis zu 35.650 Euro ansteigen kann.

Rentenänderungen und Zuschüsse

Das aktuelle Jahr bringt für Millionen Rentnerinnen und Rentner einige Veränderungen mit sich. Dazu gehört eine Rentenerhöhung, deren genaue Höhe der aktuellen Rententabelle entnommen werden kann.

Besonders spürbar sind die Auswirkungen für Menschen, die nie oder nur wenig gearbeitet haben. Dies betrifft auch viele Hausfrauen, obwohl diese durch die Mütterrente eine gewisse Unterstützung erhalten, da Kindererziehungszeiten bei der Rentenberechnung berücksichtigt werden.

Zusätzliche finanzielle Unterstützung bieten verschiedene Zuschüsse. So können aus dem neu eingerichteten Härtefallfonds unter bestimmten Voraussetzungen bis zu 5.000 Euro beantragt werden. Besonders fitte Senioren haben zudem die Möglichkeit, einen Zuschlag von 100 Euro zu ihrer Rente zu erhalten.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Zoonar.com/Iuliia Zavalishina

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