5 Euro mehr pro Tonne
Sprit- und Heizkosten steigen wegen CO₂-Preis – „Wird langfristig immer teurer“
Die Bundesregierung hat eine Lösung für das Haushalt-Problem gefunden: Der CO₂-Preis soll erhöht werden. Es wird mehr Belastungen beim Heizen und Tanken geben.
Hamm – Die Ampel-Koalition hat nach den nervenaufreibenden Haushaltsverhandlungen den Etat für 2024 beschlossen. Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) hat die geplante Erhöhung des CO₂-Preises verteidigt. Dadurch werden sich zwar der Spritpreis und auch die Heizkosten erhöhen – doch gerade beim Tanken werden die Auswirkungen nur geringfügig sein, erklärt Jürgen Ziegner vom Zentralverband des Tankstellengewerbes (ZTG) im Gespräch mit wa.de.
CO₂-Preis steigt von 40 Euro auf 45 Euro pro Tonne
Der CO₂-Preis sollte zum 1. Januar 2024 von 30 auf 40 Euro je Tonne steigen. Jetzt soll er auf 45 Euro angehoben werden. Ziegner erklärt, dass der Preis für Benzin pro Liter dadurch um 1,42 Cent steigen werde, der Preis für Diesel um 1,6 Cent. Insgesamt erhöhe sich laut ADAC der Literpreis einschließlich der bereits beschlossenen Anhebung von 2023 auf 2024 um rund 4,3 Cent. „Diesel-Fahrer müssen mit zusätzlichen 1,6 Cent gegenüber den ursprünglichen Planungen rechnen, sodass sich der Liter Diesel um rund 4,7 Cent gegenüber 2023 verteuern dürfte“, sagte außerdem eine Sprecherin des Verkehrsclubs, der von Winterjacken im Auto abrät, am Mittwoch.
Langfristig werden Benzin und Diesel noch teurer
Ziegner vom ZTG relativiert die Erhöhungen etwas. „Langfristig wird der Sprit immer teurer. Das ist die klare Linie“, sagt er. Aber: „Verglichen mit dem, was wir nach dem Ausbruch des Krieges durch den russischen Angriff auf die Ukraine hatte, sind wir heute in gemütlichen Gefilden unterwegs.“ Damals war der Spritpreis auf bis zu 2,30 Euro pro Liter gestiegen, sehr häufig schwankte er auch extrem. Nun also erhöht er sich nur geringfügiger – angesichts des Handlungszwangs der Koalition augenscheinlich ein vertretbarer Kompromiss.
Der stärkere Anstieg auf 45 Euro pro Tonne CO₂ im kommenden Jahr bringe dem Staat Mehreinnahmen von 1,3 Milliarden Euro, sagte Lindner am Mittwoch im ZDF. Durch Senkungen bei der Lohn- und Einkommensteuer würden die Menschen gleichzeitig um 15 Milliarden Euro entlastet. Diese Entlastung sei damit „wesentlich größer als der höhere CO₂-Preis“, der Heizen und Tanken verteuert.
Auch der Strompreis steigt
Verbraucher und Firmen müssen sich außerdem auf höhere Strompreise einstellen. Der Grund: Ein eigentlich geplanter 5,5 Milliarden schwerer Bundeszuschuss zu den Entgelten für das Stromnetz wird gestrichen. Die Netzentgelte für die Stromautobahnen sind ein Bestandteil des Strompreises. Wie die Übertragungsnetzbetreiber mitteilten, verdoppeln sich nun die Netzentgelte für 2024 auf im Mittel 6,43 Cent pro Kilowattstunde.
Gas wird auch teurer in Deutschland
Gas verteuert sich nach Berechnungen des Vergleichsportals Verivox um 0,39 Cent die Kilowattstunde, Heizöl um 4,8 Cent pro Liter. Eine Musterfamilie mit einem Heizbedarf von 20.000 Kilowattstunden habe dadurch jährliche Mehrkosten von 78 Euro beim Gas und 96 Euro bei einer Ölheizung.
2025 soll der CO₂-Preis dann auf 55 Euro steigen. Die Einnahmen daraus fließen in den Klima- und Transformationsfonds, aus dem Projekte unter anderem für Klimaschutz finanziert werden. Genau diesem Fonds hatte das Bundesverfassungsgericht Mitte November 60 Milliarden Euro gestrichen. Durch den höheren Preis gibt es nun also Mehreinnahmen für den Staat – Verbraucher aber müssen etwas zurückstecken. (maho/dpa)
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