Rentenerhöhung
Renten sollen um 43 Prozent steigen – mehr Geld haben Rentner am Ende aber nicht
Die Prognosen für Rentenerhöhungen haben es in sich: Um 43 Prozent sollen die Renten steigen. Mehr Geld haben Rentner am Ende trotzdem nicht.
Hamm – Auf den ersten Blick ist das eine ziemlich gute Nachricht für Rentner in Deutschland. Die Bundesregierung hat über die Entwicklungen der Rente in den kommenden Jahren informiert – und die Bezüge der ungefähr 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner dürften weiter steigen. Konkret sollen sie sich bis 2037 um 43 Prozent erhöhen. Am Ende haben Rentner aber wohl doch nicht mehr Geld in der Tasche.
Renten sollen um 43 Prozent steigen – Neue Prognosen haben es in sich
Für die kommenden anderthalb Jahrzehnte erwartet die Bundesregierung demnach eine Steigerung der Renten von im Schnitt 2,6 Prozent pro Jahr. Bis zum Jahr 2037 werde sich der Rentenanstieg damit auf knapp 43 Prozent im Vergleich zum aktuellen Stand summieren, heißt es in dem neuen Rentenversicherungsbericht des Bundessozialministeriums, den das Bundeskabinett am Mittwoch, 22. November 2023, beschloss. Der Beitragssatz soll demnach bis zum Jahr 2027 stabil bei 18,6 Prozent bleiben, bis 2037 soll er auf 21,1 Prozent ansteigen.
Rentenversicherungsbericht 2023 im November vorgestellt
Jedes Jahr ist die Bundesregierung per Gesetz dazu verpflichtet, im November mit dem Rentenversicherungsbericht über die Entwicklung der gesetzlichen Rentenversicherung zu informieren. Der Bericht soll die kurz- und längerfristige Entwicklung der Rentenfinanzen aufzeigen. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat die wichtigsten Punkte wie folgt herausgearbeitet:
- Für Ende 2023 werde eine Nachhaltigkeitsrücklage von rund 44,5 Milliarden Euro (1,67 Monatsausgaben) geschätzt.
- Der Beitragssatz bleibe bis zum Jahr 2027 stabil bei 18,6 Prozent. Bis zum Jahr 2030 steige der Beitragssatz auf 20,2 Prozent und bleibe damit deutlich unter der gesetzlichen Obergrenze von 22 Prozent. Im letzten Jahr des Vorausberechnungszeitraums (2037) habe der Beitragssatz 21,1 Prozent betragen.
- Bis zum Jahr 2037 würden die Renten um insgesamt knapp 43 Prozent steigen. Dies entspreche einer durchschnittlichen Steigerungsrate von 2,6 Prozent pro Jahr.
- Das Sicherungsniveau vor Steuern liege aktuell bei rund 48,2 Prozent und bleibe auch bis zum Jahr 2024 knapp oberhalb von 48 Prozent.
Darüber hinaus erklärt das Ministerium: „Die im Koalitionsvertrag vereinbarte dauerhafte Stabilisierung des Rentenniveaus bei 48 Prozent und der Einstieg in die teilweise Kapitaldeckung zur Dämpfung der Beitragssatzentwicklung werden in einem weiteren Gesetzgebungsverfahren beschlossen.“
Rentner könnten weniger Geld in der Tasche haben
Das alles hört sich zunächst gut an – am Ende könnten deutsche Rentner, die im Jahr 2024 eine Rentenerhöhung von 3,5 Prozent erwarten können, aber trotzdem weniger Geld in der Tasche haben.
Rentenversicherungsbericht 2023
Der Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung informiert über Einnahmen und Ausgaben der Rentenversicherung – außerdem gibt er einen Ausblick auf die Finanzentwicklung der nächsten 15 Jahre. Vorgelegt wird er jedes Jahr im November. Nun wurde er vom Kabinett beschlossen.
Wie zuletzt auch schon bei der Rentenerhöhung im Jahr 2023, werden die Renten jährlich im Sommer zum 1. Juli angepasst. Der endgültige Wert für die Erhöhung wird im Frühjahr festgelegt. Ausgehend von den aktuell noch geschätzten 3,5 Prozent, würde die Kaufkraft der Senioren, die Rente beziehen, stark sinken. Laut Statista rechnen Experten nämlich mit einem Preisanstieg von 6,1 Prozent. Da hilft es auch nicht viel, dass die durchschnittliche Prognose für 2024 „nur noch“ bei 2,6 Prozent liegt. Die Renten steigen also – alles wird aber auch immer teurer. Die fetten Jahre für Rentner scheinen vorerst vorbei zu sein.
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