Maximalrente

So viel Rente kann man im Ruhestand maximal erhalten – es kommt fast nie vor

Mit einer Formel kann der Rentenbetrag berechnet werden. Wendet man sie an, ist auch ein Höchstbetrag möglich. Doch in der Realität ist dieser kaum zu erreichen.

Hamm - Die Realität der Rentenbezüge in Deutschland sieht für viele Menschen düster aus. Trotz jahrzehntelanger Arbeit kann das Alter finanziell eng werden. Es existiert zwar ein theoretischer Höchstbetrag, den man als Rente erhalten kann, doch dieser ist in der Praxis kaum erreichbar. Der durchschnittliche Rentenbetrag liegt weit unter diesem Maximum.

So viel Rente kann man im Ruhestand maximal erhalten – Das kommt fast nie vor

Um die sogenannte Höchstrente zu erreichen, müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein. Es handelt sich dabei um einen theoretischen Wert, der auf drei Faktoren basiert:

  • Die Person hat mindestens 45 Jahre lang den höchsten Beitragssatz in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt.
  • In jedem Jahr hat diese Person zwei Entgeltpunkte erhalten.
  • Die Regelaltersgrenze wird eingehalten.

Mit dem aktuellen Rentenwert von 39,32 Euro würde der maximal erreichbare Rentenbetrag bei etwa 3540 Euro liegen, wie vermoegenszentrum.de berichtet. Allerdings ist diese Berechnung eher theoretischer Natur, da man dafür 45 Jahre lang kontinuierlich ein Gehalt in Höhe der Beitragsbemessungsgrenze erhalten müsste. Für die meisten Menschen sieht die Realität jedoch anders aus, da sie eine Ausbildung oder ein Studium absolviert haben und in ihren ersten Berufsjahren deutlich niedrigere Gehälter erhalten haben.

Rentenformel errechnet Auszahlung im Alter

Die Rentenformel, die die Auszahlung im Alter berechnet, lautet: Entgeltpunkte x „Zugangsfaktor“ x aktueller Rentenwert. Die Deutsche Rentenversicherung erläutert: „Um die Entgeltpunkte zu ermitteln, wird Jahr für Jahr Ihr Verdienst mit dem Durchschnittsverdienst aller Versicherten verglichen. Entspricht Ihr Verdienst exakt dem Durchschnittsverdienst im entsprechenden Jahr, ergibt das einen Entgeltpunkt.“

Die Anzahl der Entgeltpunkte ist entscheidend für die Möglichkeit, eine Maximalrente zu erhalten. Es gibt eine jährliche Höchstgrenze pro Bürger. Vermoegenszentrum.de berechnet: „Teilt man die Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung von 90.600 Euro durch das vorläufige Durchschnittsentgelt von 45.358 Euro (Werte für 2024), ergibt dies für 2024 eine Höchstpunktzahl von knapp zwei Entgeltpunkten. In den vergangenen Jahrzehnten lag die Höchstgrenze an Entgeltpunkten allerdings zum Teil weit darunter.“

Der „Zugangsfaktor“ in der Formel beträgt standardmäßig 1,0, sofern es keine Zu- oder Abschläge gibt. Abschläge entstehen, wenn man vorzeitig in Rente geht, während Zuschläge möglich sind, wenn man beispielsweise nach Erreichen der Regelaltersgrenze zunächst auf die Rente verzichtet.

Fernab der Realität: So viel können Rentner maximal an Rente erhalten

Die theoretisch mögliche Maximalrente ist jedoch weit von der Realität entfernt. Um diese zu erreichen, müsste man 45 Jahre lang arbeiten und dabei jedes Jahr zwei Entgeltpunkte erwerben, also insgesamt 90 Entgeltpunkte. Diese werden dann mit dem aktuellen Rentenwert multipliziert. In die Formel eingesetzt ergibt das: 90 x 1 x 39,32 Euro. Rechnerisch würde das einen monatlichen Betrag von maximal 3538 Euro ergeben.

Zum Vergleich: Die aktuelle Durchschnittsrente in Deutschland lag zuletzt bei nur 1505 Euro, im Osten sogar noch niedriger, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtet, das sich auf das Bundesarbeitsministerium beruft. Das Demografieportal von Bund und Ländern ergänzt: Männer erhielten 2022 durchschnittlich 1278 Euro pro Monat, Frauen durchschnittlich 1072 Euro – Kranken- und Pflegeversicherung bereits abgezogen. Es wird berichtet, dass fast 20 Prozent der Männer und ein Drittel der Frauen monatlich weniger als 600 Euro erhalten. Im Gegensatz dazu beziehen etwa 20 Prozent der Männer und drei Prozent der Frauen eine hohe gesetzliche Altersrente von mehr als 1800 Euro pro Monat. 40 Prozent aller Rentnerinnen und Rentner haben weniger als 1250 Euro Nettorente.

Besonders niedrig ist die Rente bei Menschen, die nur wenige Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben. Beispielsweise, weil sie die Kinderbetreuung übernommen haben oder aus anderen Gründen ihre Erwerbsarbeit unterbrechen mussten, in Teilzeit gearbeitet haben oder nur sehr niedrige Löhne erhalten haben. Der daraus resultierende Rentenanspruch ist aufgrund der kurzen Beitragszeit gering.

Seit Juli 2024 gibt es übrigens mehr Rente. Die meisten Rentner haben von der Erhöhung aber noch nichts zu spüren bekommen. Was steckt dahinter?

Rubriklistenbild: © IMAGO / Frank Hoermann / Sven Simon

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