„Es rumpelt tüchtig“

Probleme beim Vertrieb: BMW-Tochter erleidet hohen Absatzeinbruch

Die BMW-Tochter MINI kämpft mit sinkenden Verkaufszahlen. Statt den Absatz zu beschleunigen, sorgt ein neues Vertriebsmodell offenbar für Krisenstimmung.

München – Die Marke MINI, bekannt für ihre charakteristischen Kleinwagen und unverwechselbaren britischen Charme, hat seit ihrer Einführung in den 1960er Jahren einen festen Platz im Automobilmarkt. 

Ursprünglich als erschwingliches Auto für die Massen konzipiert, hat sich der Hersteller unter der Ägide von BMW im Laufe der Jahre zu einer Lifestyle-Marke entwickelt, die für Stil, Individualität und Fahrspaß steht. 

MINI-Verkaufszahlen im Sinkflug – rund 50.000 Modelle weniger als 2023

Doch die Bilanz des Jahres 2024 stellt MINI vor erhebliche Herausforderungen. Die BMW-Tochter verzeichnet einen Rückgang der Verkaufszahlen um satte 17,1 Prozent, was einem Minus von etwa 50.000 Fahrzeugen gegenüber dem Jahr zuvor entspricht.

Besonders betroffen ist mitunter der deutsche Markt, wo die Neuzulassungen um 29,1 Prozent eingebrochen sind. Die Ursachen für diesen Rückgang beleuchtet ein Bericht im Manager Magazin: Produktionsprobleme, fehlerhafte Bremsen und damit verbundene Auslieferungsstopps sowie der Übergang zu neuen Modellen haben demnach den Absatz von MINI belastet. 

Die Verkaufszahlen der BMW-Tochter MINI sind im vergangenen Jahr massiv gesunken (Symbolbild).

Ist das neue Vertriebssystem am Schwund der Marke MINI schuld?

Während sich die Zahlen in Großbritannien im vergangenen Jahr stabilisierten, zeigt sich in Deutschland ein anderes Bild – und das liegt laut dem Bericht auch am neu ausgerollten Vertriebssystem, das in der Autoindustrie um sich greift. Ein entscheidender Faktor soll nämlich auch die Einführung des Agenturmodells sein, das MINI sukzessive ausrollt. 

Es beinhaltet, dass die Modelle der BMW-Tochter direkt über das Internet verkauft werden, während Händler als Vermittler agieren und eine feste Provision erhalten. In der Theorie ist die Umstellung für den Autobauer aus mehreren Gesichtspunkten rentabel: Preisstabilität soll gewährleistet und Rabattschlachten verhindert werden. 

Auch die Gewinnspanne soll sich durch die neue Art, Autos zu verkaufen, vergrößern.

BMW-Tochter führt Agenturmodell ein: Händler und Kunden klagen

Doch der Übergang verläuft offenbar äußerst holprig, führt das Manager Magazin aus: Technische Probleme und ein komplizierter Kaufprozess führten zu Kritik von Händlern und Kunden. Erstere hätten zudem Probleme mit den niedriger gewordenen Provisionen. “Es rumpelt tüchtig”, sei die Feststellung eines der größten deutschen Händlers.

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Die genannten Hürden haben das Potenzial, die Begeisterung für die Marke MINI merklich zu dämpfen. In Frankreich und Italien, wo das System bereits eingeführt wurde, sind die Verkaufszahlen dem Bericht zufolge um über 30 Prozent zurückgegangen. Intern wird nun offenbar daran gearbeitet, die Probleme bis Ende des ersten Quartals 2025 zu beheben.

“Desaster wie bei MINI” – neues BMW-Vertriebssystem könnte wackeln

In der Branche zirkulieren nun angeblich Gerüchte, dass BMW beim neuen Agenturmodell beim Vertrieb einknicken wird, so wie es große Konkurrenten zuvor taten: Volkswagen und Ford haben den Rückwärtsgang eingelegt, bei Stellantis bahnt sich Ähnliches an. Durchgehend scheint die Vision von steigenden Renditen bislang nicht Realität geworden zu sein.

2026 will die MINI-Konzernmutter BMW auch bei der Kernmarke aus München den Agenturvertrieb ausbreiten. Laut Händlerkreisen ist der Wechsel Stand jetzt für Januar 2026 anvisiert. Intern mehren sich jedoch Zweifel, wonach die Premiummarke dies auch umsetzen kann. Ein “Desaster wie bei MINI” solle tunlichst vermieden werden.

Im Hause BMW gibt es offenbar Probleme mit dem neuen Agenturmodell. Ab dem kommenden Jahr soll dies auch bei der Kernmarke ausgerollt werden.

MINI legt offenbar Pläne für elektrisches Cabrio auf Eis

Zu den Schlagzeilen aus dem Hause MINI gesellt sich derweil die Entscheidung, Pläne für eine Cabrio-Variante des Elektro-MINI nicht weiterzuverfolgen. Ursprünglich für 2027 geplant, wurde das Projekt übereinstimmenden Medienberichten zufolge aufgrund der rückläufigen Nachfrage auf dem Markt für E-Autos gestoppt. 

Dabei konnten entgegen des hiesigen Trends sowohl MINI als auch die Muttermarke BMW im vergangenen Jahr ihren Elektroauto-Absatz steigern. Somit bleibt es wohl bei einer 2023 erschienenen Auflage von 999 offenen E-Minis, die damals zum Stückpreis von rund 60.000 Euro erschienen. (PF)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Garry Lotulung

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