Gebrauchtwagen-Flaute

Neueste E-Autos befolgen die „Logik eines wirtschaftlichen Totalschadens“

Die Tarife für Elektrofahrzeuge nehmen ab. Dies konfrontiert Mietwagenfirmen mit Herausforderungen. Fachleute aus der Industrie verlangen neue politische Kaufimpulse.

München – Die Preise für gebrauchte E-Autos fallen weiter. Das stellt Mietwagen- und Abo-Unternehmen vor große Probleme. Schon Anfang des Jahres wurde bekannt, dass die Vermieter Sixt und Hertz bestimmte E-Autos aus dem Sortiment nehmen. Letzterer nannte dafür zwei Hauptpunkte: Erstens seien die Instandhaltungskosten für E-Autos verhältnismäßig hoch. Zweitens sei der Wiederverkaufswert von Elektroautos unrentabel und daher enttäuschend. Und die Situation um den Wiederverkaufswert hat sich seit dem nicht verbessert.

Experte: Nachfrageflaute für gebrauchte E-Autos hält an

Dass die Wiederverkaufswerte in den nächsten Monaten steigen, sei eher unwahrscheinlich, sagt Christopher Ley von der Strategieberatung Berylls der Wirtschaftswoche (Wiwo): „Wir sehen keinen Nachfrageschub für Gebrauchtwagen, vor allem nicht für die aktuelle Generation an gebrauchten E-Autos.“

Elektroautos: Die Preise für Gebrauchte fallen weiter. Das stellt manche Unternehmen vor Probleme.

Die niedrigen Wiederverkaufswerte hängen mit mehreren Faktoren zusammen. Zum einen kommen immer mehr, kleinere, günstige und modernere E-Autos auf den Neuwagenmarkt. Die neuen Modelle machen häufig einen großen Entwicklungssprung, die älteren Modelle können hingegen häufig nicht „upgedatet“ werden – die Technik ist also schneller veraltet als bei Verbrennern. „Die aktuelle E-Auto-Generation folgt der Logik eines wirtschaftlichen Totalschadens“, sagt Branchenexperte Ley der Wiwo.

Politik will neue Anreize zum Kauf von E-Autos schaffen

Andere Branchenexperten bemängel auch eine fehlende politische Anreize. Sie könnten Kunden, die durch die vergangenen politischen Kehrtwenden – zum Beispiel das abrupte Wegfallen Kaufprämie für E-Autos – verunsichert wurden, mehr Vertrauen zurückgeben.

Das hat die Bundesregierung im Blick. SPD-Wirtschaftspolitiker schlagen eine neue „Abwrackprämie 2.0“ vor. Wer seinen Verbrenner „abwrackt“ und ein neues E-Auto kauft, soll einen Bonus von 6.000 Euro bekommen. Für den Kauf eines gebrauchten E-Autos soll es dann 3.000 Euro geben. Maßnahmen, die vielleicht kämen, sollten immer rückwirkend gelten, sagte Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) zuletzt auf dem Autogipfel. Die Botschaft: Potenzielle Käufer von E-Autos sollen sich nicht zurückhalten. Die Bundesregierung werde nun beraten, sagte der Minister.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Oleksandr Sharkov

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