Kurzarbeit und steigende Verbraucherpreise

Hohe Inflation: Einkommen schmilzt dahin – Reallöhne so stark gesunken wie noch nie

Die Löhne in Deutschland können nicht mehr mit der Teuerung Schritt halten. Gemessen an der Kaufkraft sind die Einkommen stark zurückgegangen.

Wiesbaden – Die Löhne vieler Beschäftigter sind im vergangenen Jahr gleich geblieben. Und doch konnten sie sich weniger davon leisten. Im vergangenen Jahr sind die Reallöhne in Deutschland so stark gesunken wie noch nie seit Beginn der statistischen Zeitreihe im Jahr 2008. Die vergleichsweise hohe Inflation von 7,9 Prozent hat die Steigerung der Nominallöhne von 3,4 Prozent vollständig zunichtegemacht und zusätzlich die Kaufkraft der Arbeitnehmer ins Negative gedrückt. Nach vorläufigen Auswertungen nannte das Statistische Bundesamt für die Reallöhne einen Rückgang von durchschnittlich 4,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Was ist der Reallohn?

Reallöhne beziehen sich auf die Kaufkraft des Geldes, das ein Arbeitnehmer für seine Arbeit erhält. Sie werden berechnet, indem man den Nominallohn, der den Nominalwert des Geldes widerspiegelt, durch den Verbraucherpreisindex teilt. Dies gibt eine angemessene Schätzung darüber, wie viel ein Arbeitnehmer tatsächlich kaufen kann. Ein Anstieg der Reallöhne bedeutet eine Zunahme der Kaufkraft des Geldes, während ein Rückgang der Reallöhne auf eine Abnahme der Kaufkraft hinweist.

Hohe Inflation sorgt für Schwund bei den Reallöhnen

Der Wert war in der Corona-Krise bereits seit zwei Jahren rückläufig. Im Jahr 2020 hatte zunächst der Einsatz von Kurzarbeit zu einer negativen Lohnentwicklung geführt. In den vergangenen zwei Jahren war dann der schnelle Anstieg der Verbraucherpreise der wichtigste Grund für den Schwund bei den Reallöhnen. Wegen einer Änderung des Berechnungsschemas sieht sich das Bundesamt nicht in der Lage, die Entwicklung für einzelne Wirtschaftszweige aufzuzeigen. (dpa/ph)

Rubriklistenbild: © Arno Burgi/dpa

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