Zu viel Ablenkung

Euro NCAP: Touchscreens eine Sicherheitsgefahr - neue Regel als Alarmsignal

Klangeinstellungen per Touchscreen: Digitale Bedienflächen in Autos stellen ein Sicherheitsproblem dar
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Klangeinstellungen per Touchscreen: Digitale Bedienflächen in Autos stellen ein Sicherheitsproblem dar.

In den vergangenen Jahren haben in Fahrzeugen Touchscreens Einzug erhalten. Für die Sicherheit ist das laut der Organisation Euro NCAP ein Problem - sie steuert dagegen.

Brüssel/München - Die Digitalisierung hat auch den Autosektor in Beschlag genommen. Wurde in Cockpits früher noch per Taste und Knopf diverse Funktionen eingestellt, ist das heutzutage oft nur mehr anhand von Touchscreens möglich. Das ist eigentlich erstaunlich: Schließlich ist das Benutzen eines Smartphones mit dem gleichen Bedienkonzept beim Autofahren verboten.

Nachweislich erhöht die Ablenkungsgefahr jedoch die Fahrzeugsicherheit - und nun bahnt sich dementsprechend eine Kehrtwende an. Sie dürfte jene Autofahrer und Autofahrerinnen freuen, die Kritik üben an der Entwicklung, dass aus einem Fortbewegungsmittel rollende Computer gemacht wurden.

Touchscreens in Autos: Euro NCAP droht mit Punktabzug bei Sicherheit

Die Sicherheitsorganisation Euro NCAP plant eine Maßnahme, welche die Rückkehr zu klassischen Bedienelementen beabsichtigt. Die mehrjährige Erkenntnis im Hinblick auf Touchscreens in Autos lautet nämlich, dass sie aufgrund der Ablenkung ein erhöhtes Sicherheitsrisiko darstellen.

Automodelle sollen künftig eine schlechtere Bewertung erhalten, wenn Funktionen nur mehr per Touchscreen einstellbar sind. Die Euro NCAP (New Car Assessment Programme) ist ein Zusammenschluss von Verkehrsministerien, Autoclubs und Versicherungsunternehmen, welche die Sicherheit von modernen Fahrzeugen unter die Lupe nehmen - unter anderem auch mit Crashtests, deren Ergebnisse regelmäßig veröffentlicht werden.

Vielen Insassen gehen Touchscreens und das Infotainment ohnehin auf die Nerven: So bevorzugen viele Autofahrer und Autofahrerinnen klassische Knöpfe anstatt von Touch-Bedienflächen. Konzerne wie Volkswagen haben unlängst auf Kritik an den Bedienkonzepten reagiert und verbauen wieder mehr Schalter und Tasten in Modellreihen. Die Euro NCAP will die Entwicklung offenbar vorantreiben und Fahrzeuge, die davon abweichen, mit Punktabzügen bei der Sicherheit bestrafen.

Kürzlich gab es eine erschreckende Bilanz in Sachen Fahrradunfälle:

Fahrzeugsicherheit: Ab 2026 bewertet Euro NCAP Touchscreens negativ

Laut Heise.de soll die Maßnahme im Jahr 2026 umgesetzt werden. Euro-NCAP-Strategiechef Matthew Avery erklärte im britischen Frühstücksfernsehen (bei BBC): „Bring Back Buttons“ - und kündigte an, mit den Herstellern ein Konzept für höhere Fahrzeugsicherheit zu entwickeln. Konkret gehe es dabei um einen Bereich, der künftig bei den Bewertungen zur Sicherheit einfließen soll: Human Machine Interface (HMI), bei dem es um die Bedienbarkeit eines Autos geht.

Verpflichtend soll die Abkehr von Touchscreens seitens EU zwar nicht sein. Droht Autobauern jedoch ein Rückfall in den Sicherheitsrankings, setzt man wohl zwangsläufig wieder mehr auf klassische Bedienelemente, die weniger Ablenkung erzeugen: Sonst fiele ein gewichtiges Verkaufsargument weg, in dem man bei Modellneuheiten nicht mehr auf gute Sicherheitsbewertungen verweisen kann.

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Spannend ist die Entwicklung auch im Hinblick auf innovative Autokonzerne wie Tesla: Bei den Elektroautos von Elon Musk wird nahezu das ganze Fahrzeug über ein zentrales Touchscreen-Display über der Mittelkonsole gesteuert. (PF)

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