Mangelnde Nachfrage?

Deutscher Außenhandel: Sogar Fahrzeuge und Maschinen betroffen

Drei beladene Containerschiiffe liegen an Terminals im Hamburger Hafen.
+
Weniger los? Deutschland hat in der ersten Hälfte des Jahres weniger Waren exportiert und importiert. (Symbolfoto)

Der Außenhandel in Deutschland flaut ab. Exporte und Importe nehmen ab. Auch die Kernindustrien wie Automobil und Maschinenbau sind betroffen.

Wiesbaden – Deutschlands Wirtschaft schwächelt weiterhin – und das spiegelt sich auch beim Außenhandel wider. Sowohl Exporte als auch Importe sind in der ersten Jahreshälfte 2024 im Vergleich zum selben Zeitraum 2023 zurückgegangen. Das erklärte das Statistische Bundesamt. Auch eigentliche Schlüsselbereiche der deutschen Wirtschaft sind von der Entwicklung betroffen.

Insgesamt sind die deutschen Exporte im ersten Halbjahr 2024 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,6 Prozent auf einen Wert von 801,7 Milliarden Euro gesunken. Umgekehrt hat Deutschland mit einem Warenwert von 662,8 Milliarden Euro 6,2 Prozent weniger importiert. Damit bestätigt sich der Trend sinkender Exporte aus dem Vorjahr.

Trotz schwächelndem Außenhandel: Deutscher Export überschießt um fast 30 Prozent

Eine Steigerung um 28,7 Prozent gab es dagegen beim Außenhandelssaldo. Das gibt das Verhältnis der Exporte zu den Importen an, also etwa, ob exportiert oder importiert wurde. Laut Statistischem Bundesamt betrug der Exportüberschuss 138,8 Milliarden Euro. In der ersten Hälfte von 2023 waren es noch 107,9 Milliarden Euro.

Autos und Kraftfahrzeugteile bleiben Deutschlands wichtigstes Exportgut. In den ersten sechs Monaten 2024 sind dabei Waren im Wert von 135,3 Milliarden Euro exportiert. Im Vergleich zu 2023 sind das 2,4 Prozent weniger. Der Exportüberschuss lag dabei bei 62,3 Milliarden Euro. An zweiter Stelle stehen Maschinen mit einem Wert von 109,6 Milliarden Euro. Das sind 4,4 Prozent weniger. Hier wurde ein Überschuss von 59,7 Milliarden Euro erzielt.

Schwächelnder Export der Maschinenbauer ist niedriger Nachfrage geschuldet – sagt Verband

Im Maschinenbau soll die niedrigere Nachfrage Grund für die geringeren Exporte sein. „Besonders die schwache Nachfrage aus Europa und China sowie nachlassende Impulse aus den USA belasten die deutschen Maschinenexporte“, sagte Ralph Wiechers Chefvolkswirt des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau. „Es fehlt aktuell schlichtweg an einem breit angelegten, industriegetriebenen globalen Aufschwung.“

Wichtigste Abnehmer blieben auch im ersten Halbjahr 2024 die USA mit einem exportierten Warenwert von 80,7 Milliarden Euro. Dabei lag der Exportüberschuss bei 34,7 Milliarden Euro. Auf Platz zwei und drei der bedeutendsten Exportländer Deutschlands lagen Frankreich (62,4 Milliarden Euro) und die Niederlande (57,6 Milliarden Euro). Wichtigstes Importland blieb dagegen Exportweltmeister China, von wo Waren im Wert von 73,5 Milliarden Euro eingeführt wurden.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare