Rekorde und Reichweite
China-Hersteller BYD beeindruckt vor der IAA doppelt: Tempo-Rekord und Kombi-Neuheit
Elektroauto-Weltrekord auf deutscher Strecke und ein Kombi mit Mega-Reichweite: BYD setzt kurz vor Beginn der IAA 2025 in München zwei starke Ausrufezeichen.
Shenzhen/München – Chinas Autoindustrie ist längst mehr als ein Exporteur günstiger Kleinwagen. Mit Innovationen und imposanter Technologie setzt aktuell der Hersteller BYD neue Maßstäbe – und das zu einem besonderen Zeitpunkt.
Vor der IAA Mobility 2025 in München (ab 9. September) sorgt der weltgrößte Elektroautobauer gleich doppelt für Aufsehen: Mit einem spektakulären Weltrekord seiner Luxusmarke Yangwang und mit der Premiere eines neuen Super-Kombis, der das Zeug hat, den europäischen Markt aufzumischen.
BYD Yangwang U9: Pfeilschneller E-Bolide setzt neuen Weltrekord
Was einst nur Supersportwagen aus Europa oder den USA vorbehalten war, gelingt auch dem chinesischen Hersteller: Die BYD-Luxusmarke Yangwang hat mit einer optimierten Version des Supersportwagens U9 Track Edition auf der Teststrecke in Papenburg einen neuen Weltrekord für Elektrofahrzeuge aufgestellt. Im August erreichte der flache Stromer auf dem Kurs in Niedersachsen eine Geschwindigkeit von 472,41 km/h – ein höheres Tempo wurde zuvor bei noch keinem E-Auto gemessen.
Hinter der beeindruckenden Zahl steckt eine ausgefeilte Technik: Die U9 Track Edition basiert auf der weltweit ersten serienmäßigen 1200-Volt-Ultrahochspannungs-Fahrzeugplattform und verfügt über ein für extreme Bedingungen ausgelegtes Wärmemanagementsystem. „Um Weltrekorde zu brechen, sind sowohl eine kompromisslose Leistungsentfaltung als auch eine außergewöhnliche Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten erforderlich“, schreibt BYD in einer Mitteilung.
Supersportwagen von BYD: Neue Technologien knacken Bestmarke
Das Herzstück des Yangwang U9 ist die e4-Plattform: Das nach Angaben des Herstellers weltweit erste Viermotorsystem mit Hochleistungsmotoren, die jeweils 555 kW liefern und zusammen auf 3059 PS kommen. Die Serienversion des U9 bringt „nur“ 1305 PS auf die Straße. Der deutsche Rennprofi Marc Basseng, der bereits 2024 den Rekord knackte, erklärt: „Ich hätte nie gedacht, dass ich meinen eigenen Rekord so schnell brechen würde – aber hier sind wir nun, auf derselben Rennstrecke, mit neuen Technologien“.
Im vergangenen Jahr erreichte Basseng mit dem japanischen Supersportler Aspark SP600 ein Tempo von 438,73 km/h. Mit dem jetzigen Geschwindigkeits-Coup steigt BYD endgültig auch in die Riege solcher Hersteller wie Rimac oder Ferrari auf. „China kann Hightech, China kann Emotion, China kann Luxus“, analysiert das Portal Investmentweek.com den symbolträchtigen Erfolg des asiatischen Aufsteigers.
BYD Seal 6 DM-i TOURING: Kombi mit XXL-Reichweite auf der IAA
Nicht nur im High-End-Segment macht BYD Schlagzeilen. Auf der anstehenden IAA 2025 fällt das Rampenlicht auch auf den neuen Seal 6 DM-i TOURING: Das Hybridmodell markiert in Europa BYDs Einstieg in das Kombi-Segment und setzt dabei auf Reichweite und Effizienz. Bis zu 1350 Kilometer sind laut Herstellerangabe mit einer Tankfüllung und vollgeladenem Akku möglich.
Im Mittelpunkt steht dabei die vom Hersteller beworbene DM-Technologie (Dual Mode). Technische Details hat BYD am 2. September veröffentlicht, der kombinierte Kraftstoffverbrauch soll maximal 5,0 Liter auf 100 km betragen. Erste Eindrücke von Autonotizen.de loben das Platzangebot, die Materialqualität und die Verarbeitung. Das Cockpit sei logisch aufgebaut, das Display fest installiert – optional dürfte es analog der Markenbrüder auch drehbar angeboten werden.
BYD setzt in Europa auf Elektroautos und Plug-in-Hybride
Beliebte Modelle wie VW Passat oder Skoda Octavia erhalten also neue Konkurrenz aus Fernost. Die Preise für den neuen BYD-Kombi sind noch nicht offiziell, doch das Schwestermodell, das SUV Seal U DM-i, startet in Deutschland ab 39.990 Euro. Wir rechnen damit, dass der chinesische Kombi hierzulande etwa ab 36.000 Euro kostet.
Mit dem Seal 6 DM-i TOURING wächst das Modellprogramm von BYD in Deutschland auf neun Modelle an – obwohl der Marktstart vor weniger als drei Jahren erfolgte. Neben reinen Elektroautos bietet BYD in Europa auch Plug-in-Hybride an, die potenziell den idealen Mittelweg zwischen Reichweite und lokal emissionsfreiem Fahren darstellen.
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Darüber hinaus gibt es für chinesische Hersteller einen weiteren Vorteil: Es handelt sich um einen geschickten Hebel gegen EU-Strafzölle. (PF)
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