Prognose ist düster

Mehr Brutto, weniger Netto für Arbeitnehmer – Sozialabgaben steigen

Bis 2035 könnten die Sozialabgaben auf 48,6 Prozent steigen. Für Arbeitnehmer bedeutet das einen deutlichen Verlust beim Nettoeinkommen.

Frankfurt - Es wird erwartet, dass die Arbeitnehmer in Deutschland ab 2025 weniger Nettoeinkommen erhalten werden. Dies ist auf die steigenden Sozialversicherungsbeiträge zurückzuführen, die die Arbeitnehmer immer stärker belasten werden. Vor allem die Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung sollen um einen Prozentpunkt ansteigen, wie aus einer Prognose der Sozialversicherungsträger und der Regierung hervorgeht, die die FAZ veröffentlicht hat.

Sozialabgaben steigen: Mehr Brutto, weniger Netto für Arbeitnehmer

In den folgenden Jahren wird zudem eine Erhöhung der Sozialabgaben auf 44 Prozent erwartet. Der Hauptgrund für die notwendigen Erhöhungen im Jahr 2025 sind laut dem Bericht Beitragserhöhungen bei der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung.

Um die Defizite in der Kranken- und Pflegeversicherung auszugleichen, könnten die Sozialabgaben weiter steigen. Der Spitzenverband der Krankenkassen prognostiziert laut Ärzteblatt für das Jahr 2025 ein Defizit von bis zu sieben Milliarden Euro. Um diesem entgegenzuwirken, soll der Zusatzbeitrag erhöht werden. Aufgrund steigender Ausgaben und konjunkturbedingt schwacher Einnahmen rechnet der Verband der Ersatzkassen VDEK mit Erhöhungen um bis zu 0,8 Prozent.

In der Pflege gibt es ein Defizit von 2,5 Milliarden Euro, das laut einem Medienbericht mit einer Steigerung der Beiträge reduziert werden soll. (Symbolfoto)

Sozialabgaben könnten weiter steigen – um Löcher in der Kranken- und Pflegeversicherung zu stopfen

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen GKV erwartet bei der Pflegeversicherung ein Defizit von 2,5 Milliarden Euro. Im Jahr 2024 lag das Defizit in der Pflege laut BKK Dachverband noch bei einer Milliarde Euro. Laut FAZ ist eine Steigerung des Pflegebeitrags um 0,2 Prozentpunkte erforderlich, um das Defizit auszugleichen. Damit würde der Beitragssatz bei 4,2 Prozent liegen.

Durch die höheren Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung ergibt sich laut Bericht ein Gesamtbeitragssatz von 42,5 Prozent. Mit der im Gesetzentwurf zum Rentenpaket II der Ampel-Koalition vorgesehenen Erhöhung des Rentenbeitrags von 18,6 auf 20 Prozent steht 2028 die nächste Erhöhung an. Die Rentenversicherung selbst schätzt derzeit einen Satz von 20,1 Prozent. Damit ergibt sich ein Satz von 44 Prozent für die Beiträge der Sozialversicherung.

Beitragssatz der Sozialleistungen – Trend geht weiter nach oben

Die steigenden Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung könnten ein Indikator für einen langfristigen Trend sein. Forscher des Instituts IGES prognostizieren im Auftrag der DAK weitere drastische Steigerungen der Sozialbeiträge bis 2035. Ab 2028 könnten laut modellbasierten Projektionen weitere Steigerungen in allen vier Zweigen der Sozialversicherung - der gesetzlichen Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung - drohen.

Daher könnte der gesamte Beitragssatz im Jahr 2035 bei 48,6 Prozent liegen. Dies würde für Arbeitnehmer einen erheblichen Verlust des Nettoeinkommens bedeuten.

Rubriklistenbild: © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

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