Rente

Beamte im Ruhestand: Zahl der Pensionäre in Deutschland steigt

Neue Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen: Die Zahl der Pensionäre in Deutschland nimmt zu. Die neuen Daten zeigen auch, wie viel Staatsdiener im Ruhestand dieses Jahr verdienten.

Berlin - Die Zahl deutschen Staatsdiener im Ruhestand steigt. Am 1. Januar 2023 bezogen fast 1,395 Millionen Frauen und Männer Ruhegehälter nach dem Beamten- und Soldatenversorgungsrecht des öffentlichen Dienstes. Das waren 1,0 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Sie erhielten ein durchschnittliches Gehalt von 3240 Euro brutto im Monat (Januar 2022: 3170 Euro).

Zusätzlich bezogen rund 378.600 Hinterbliebene Versorgungsleistungen, ein Plus von 0,3 Prozent. Die Ausgaben für Pensionen der ehemaligen Staatsbediensteten beliefen sich im vergangenen Jahr auf 53,4 Milliarden Euro. Zusammen mit der Hinterbliebenenversorgung von 8,4 Milliarden Euro entspricht das rund 1,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. 2021 lag der Anteil mit 1,7 Prozent etwas höher.

Im Ruhestand: Die Zahl der Pensionäre in Deutschland nimmt zu.

Zahl der Pensionäre nahm von 2000 bis 2020 enorm zu

Zwischen 2000 und 2020 hatte sich die Zahl der Pensionärinnen und Pensionäre stark erhöht, und zwar um 53,9 Prozent. „Dieser Anstieg ließ sich überwiegend auf die hohe Zahl an Pensionierungen von Lehrerinnen und Lehrern zurückführen, die in den 1960er- und 1970er-Jahren eingestellt wurden“, erklärten die Statistiker. „Aufgrund steigender Schülerzahlen infolge des Babybooms und des Trends zu höheren Schulabschlüssen war damals der Lehrkräftebedarf deutlich gestiegen.“

Im Schuldienst des Landesbereichs verdreifachte sich daher die Zahl der Ruhegehaltsempfänger nahezu (plus 181,1 Prozent). Mittlerweile seien aber die stärksten Einstellungsjahrgänge bereits pensioniert worden. Dadurch kamen 2022 nur noch knapp 15.800 Neupensionierungen im Schuldienst hinzu - der niedrigste Wert seit 2004.

Unser kostenloser Renten-Newsletter versorgt Sie regelmäßig mit allen relevanten News zum Thema. Hier geht es zur Anmeldung. 

Lehrer sind größte Gruppe der pensionierten Beamten

Der Schuldienst im Landesbereich bildet mit 461.600 Personen und einem Anteil von 33,1 Prozent aller erneut die größte Gruppe der Ruhegehaltsempfängern. Ehemalige Beamte der Deutschen Bundesbahn und der Post stellen mit 284.100 Personen und einem Anteil von 20,4 Prozent die zweitgrößte Gruppe. Die übrigen Pensionäre verteilen sich auf den restlichen Bundes- (10,6 Prozent) und Landesbereich (26,6 Prozent) sowie auf den kommunalen Bereich (7,8 Prozent) und die Sozialversicherung (1,6 Prozent).

46.500 oder 79 Prozent der 59.000 Neupensionäre des vergangenen Jahres schieden mit dem Erreichen einer Altersgrenze mit durchschnittlich 63 Jahren und neun Monaten aus dem aktiven Dienst aus. Davon erreichten allerdings nur 11.700 die gesetzliche Regelaltersgrenze (20 Prozent). Die übrigen 34.800 (59 Prozent) traten mit Erreichen einer Antragsaltersgrenze vorzeitig in den Ruhestand oder erreichten eine besondere Altersgrenze, wie sie etwa im Vollzugsdienst oder für Berufssoldaten gilt. (Reuters/row)

Rubriklistenbild: © Stephan Scheuer/dpa

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare