Keine Einigung
Neue Eskalation im Tarifstreit zwischen DB und GDL – Im März droht Bahnstreik
Die Tarifverhandlungen zwischen der GDL und der Deutschen Bahn sind erneut gescheitert. Im März droht der nächste Streik. Der Fahrgastverband schlägt eine andere Lösung vor.
Hamm - Lange war Ruhe. Doch jetzt ist der Tarifstreit zwischen der Deutschen Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL erneut eskaliert. Ein Sprecher der Bahn teilte mit, dass die GDL die eigentlich noch bis Sonntag, 3. März, angesetzten Gespräche habe „platzen lassen“. Die Gewerkschaft warf der Bahn vor, Verhandlungsinterna an Medien „durchgestochen“ zu haben. Auf die Verhandlungen ging sie dabei nicht näher ein.
Nächste Eskalation im Tarifstreit zwischen DB und GDL – Bahnstreik im März möglich
Die DB hingegen schon. Das Unternehmen sprach in einer Mitteilung von „enormen Zugeständnissen“ – doch die GDL habe sich keinen Millimeter bewegt. „Die GDL beharrte bis zuletzt dogmatisch auf der 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich. Die Moderatoren Dr. Thomas de Maizière und Daniel Günther hatten Kompromissvorschläge auch zur wöchentlichen Arbeitszeit gemacht“, erklärte die Bahn.
Die GDL um ihren Chef Claus Weselsky will sich am Montag dazu äußern und kündigte bereits eine Pressekonferenz an. Anders als die Bahn halte sich die Gewerkschaft an das vereinbarte Stillschweigen bis Sonntag, hieß es. Zu Beginn der neuen Wochen könnte es also bereits Details dazu geben, ob oder vor allem eher wann die GDL den nächsten Bahnstreik ansetzt. Angesichts der verhärteten Fronten könnte dieser noch im März stattfinden.
Fahrgastverband Pro Bahn fordert Schlichtung
So weit dürfe es aber nicht kommen sagt der Fahrgastverband Pro Bahn. „Die Belastungsgrenze für Fahrgäste ist erreicht“, sagte Detlef Neuß, Vorsitzender des Fahrgastverbands Pro Bahn, der Deutschen Presse-Agentur. „Wir plädieren für eine Schlichtung. Es muss dringend eine Einigung her.“ Der seit Monaten andauernde Tarifkonflikt sei eine Zumutung für Passagiere und diesen nicht mehr vermittelbar. „Die Fahrgäste sind keine Tarifpartner, leiden aber am meisten unter dem Konflikt.“
Dazu warnte Neuß vor Folgen für die Verkehrswende: „Alle, die es mit dem öffentlichen Nahverkehr probiert haben, werden zum Pkw zurückkehren. Die werden sagen „Tut mir leid, ist mir zu unsicher. Wir fürchten um die Mobilitätswende.“
Thomas de Maizière und Daniel Günther als Moderatoren im Tarifstreit im Einsatz
Obwohl „weitreichende Zugeständnisse“ gemacht wurden und „zwei erfahrene Moderatoren“ eingesetzt wurden, habe die GDL die Verhandlungen abgebrochen, erklärt ein Sprecher der Deutschen Bahn. Die Gewerkschaftsvertreter bestanden demnach bis zum Schluss „dogmatisch auf der 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich“. Die Moderatoren Thomas de Maizière und Daniel Günther hätten jedoch „Kompromissvorschläge auch zur wöchentlichen Arbeitszeit gemacht“.
Die Tarifgespräche begannen Anfang November. Bis Ende Januar wurde jedoch kaum verhandelt, stattdessen wurde viermal gestreikt. Der bis dato letzte Arbeitskampf Ende Januar sollte sechs Tage dauern und wäre damit der längste GDL-Streik bei der Bahn gewesen. Es gelang jedoch ein Durchbruch in den Verhandlungen, und der Bahnstreik wurde nach fünf Tagen vorzeitig beendet.
Die Bahn und die GDL einigten sich daraufhin auf Gespräche hinter verschlossenen Türen und eine Friedenspflicht bis zum 3. März. Für diese Gespräche ernannten beide Seiten jeweils einen Politiker als Moderator: die DB wählte den ehemaligen Innen- und Verteidigungsminister de Maizière und die GDL den Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein, Günther (beide CDU).
GDL pocht nach Angaben der Bahn auf 35 Stunden Wochenarbeitszeit
Laut der Bahn blieb der Hauptstreitpunkt die Forderung der GDL, die Wochenarbeitszeit von 38 auf 35 Stunden ab 2028 bei vollem Lohnausgleich zu reduzieren. Die Bahn lehnte dies zunächst ab, bot später jedoch ein Wahlmodell an. Damit hätten Lokführer ihre Arbeitszeit auf 37 Stunden reduzieren können, hätten aber auf eine zusätzliche Gehaltserhöhung verzichten müssen. Darüber hinaus bot das Unternehmen bis zu 13 Prozent mehr Lohn an.
„Wir waren bereit, Schritte bei der Arbeitszeitverkürzung zu gehen, die weit über unser letztes Angebot hinausgehen“, sagte DB-Personalvorstand Martin Seiler. Trotzdem drohen nun erneut Streiks. „In den letzten vier Wochen hat sich die Lokführergewerkschaft keinen einzigen Millimeter bewegt.“ Ohne Kompromisse könne es jedoch keine Lösung geben.
Die Gewerkschaft warf dem Tarifpartner derweil vor, „in gewohnter Manier“ Informationen an die Bild geliefert zu haben. Das Medium habe Details zu den Verhandlungen veröffentlicht. Die GDL erklärte jedoch, dass sie „seit Jahren“ nicht mit der Bild spreche, da diese „immer tendenziös und schon vorab schuldzuweisend“ berichte. (mg/afp) Der Redakteur hat diesen Artikel verfasst und anschließend zur Optimierung nach eigenem Ermessen ein KI-Sprachmodell eingesetzt. Alle Informationen wurden sorgfältig überprüft. Hier erfahren Sie mehr über unsere KI-Prinzipien.
Rubriklistenbild: © Martin Wagner/Imago
