Autonomes fahren

Auto-Konzern zieht Autonomie-Projekt zurück: Hürden auf dem Markt

Der Automobilkonzern Stellantis hat ein Level-3-System für hochautomatisiertes Fahren entwickelt und bereits präsentiert. Doch der Marktstart bleibt aus.

Hoofddorp – Selbstfahrende Pkw sind nicht mehr nur Zukunftsmusik: Systeme, die ein hochautomatisiertes Fahren ermöglichen, gibt es bereits in Fahrzeugen der Mercedes-Benz-S-Klasse, und auch der BMW 7er gehört dazu. Auch Stellantis – einer der größten Automobilkonzerne weltweit – tüftelte in den vergangenen Jahren fleißig, Technologien auf dem Weg zum autonomen Fahren voranzutreiben. Dazu wurde im ersten Quartal 2025 stolz ein eigenes System vorgestellt – doch den Markt hat es bislang nicht erreicht. Dafür nannte Stellantis nun Gründe.

Stellantis-Logo an einem Unternehmensstandort in Frankreich (Symbolbild)

Stellantis verzichtet auf Marktstart seines Level-3-Systems für hochautomatisiertes Fahren

Kategorisiert wird der Autonomie-Grad eines Fahrzeugs aktuell mittels fünf Klassen, wobei Stufe eins mit dem assistierten Fahren den geringsten Technologie-Anteil beschreibt und Stufe fünf mit dem vollständig autonomen Fahren den höchsten. Level drei ordnet den Autonomie-Anteil also mittelrangig ein, das Fahren ist innerhalb dieser Stufe als hochautomatisiert und erlaubt dem Fahrer, die Kontrolle beim Fahren zeitweise an sein Fahrzeug abzugeben. 

An genau so einem System der Stufe drei arbeitete auch der Automobilkonzern Stellantis, das Projekt galt als Herzstück seiner Softwarestrategie. Im Frühjahr (1. März 2025) hatte der niederländische Autobauer sein neues Level-3-System vorgestellt und den Marktstart angekündigt. Doch der ließ bislang auf sich warten, und entwickelte sich zuletzt mehr und mehr zum Problem. Nun hat Stellantis die Markteinführung seines Level-3-Fahrassistenzsystems vorerst auf Eis gelegt, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters.

Als Hauptgrund für den Marktstart-Verzicht nennt Stellantis eine zu geringe Nachfrage

Als Gründe für den Rückzug des Fahrautonomie-Systems namens STLA AutoDrive 1.0 gab der Konzern Reuters zufolge vor allem Bedenken hinsichtlich der Nachfrage seitens der Verbraucher an. Aber auch hohe Entwicklungskosten und technische Herausforderungen spielten dabei eine Rolle, wie das Online-Branchenmagazin Autor Motor Sport berichtete.

Zwar ist Stellantis‘ Level-3-Technik inzwischen vollständig entwickelt und einsatzbereit, wie Automotive IT berichtete, doch wegen der bislang noch zu geringen Nachfrage, bleibt der Marktstart also aus. Stellantis selbst vermeidet zwar, von einem Abbruch des Projektes zu sprechen, verweist aber darauf, dass die Arbeit am AutoDrive-Programm künftige Generationen unterstützen werde. Auf Nachfrage von Automotive IT äußerte sich ein Stellantis-Unternehmenssprecher: „Wir haben die strategische Entscheidung getroffen, die Technologie zum jetzigen Zeitpunkt nicht auf den Markt zu bringen. Sobald sich der Markt öffnet und aufnahmefähiger wird, werden wir mit der Einführung dieser fortschrittlichen Technologie fortfahren.“ (fh)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Lafargue Raphael/ABACA

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