E-Automarkt im Fokus

Anti-Musk-Proteste drücken Tesla-Verkaufszahlen: Chinesischer Konkurrent will vorbeiziehen

Dem US-Elektroautobauer machen veraltete Modelle, ein Imageschaden und steigende Zölle im eskalierenden Handelsstreit mit den USA zu schaffen.

Washington – Überschattet vom umstrittenen politischen Engagement des Firmenchefs Elon Musk sind die Verkaufszahlen von Tesla im März in Frankreich und Schweden weiter abgesackt. Nach offiziellen Daten erlitt die Marke in Frankreich, ihrem zweitgrößten europäischen Markt, einen Rückgang um fast 37 Prozent auf 3157 verkaufte Elektroautos. In Schweden verzeichnete Tesla laut der Nachrichtenagentur Reuters ein Minus von 64 Prozent bei 911 Auslieferungen. Das erste Quartal lief für Tesla in den beiden Ländern so schlecht wie seit vier Jahren nicht. Norwegen lag mit rund 2200 Elektroautos nur ein Prozent unter dem Vorjahresmonat.

Chinesischer Wettbewerber BYD will in Auslandsmärkten wachsen

Der chinesische Elektroautobauer BYD hat unterdessen angekündigt, seine Auslandsexpansion vorantreiben. BYD plant, den Fahrzeugabsatz außerhalb der Volksrepublik auf über 800.000 zu verdoppeln. Einen deutlichen Anstieg von Marktanteilen wird beispielsweise in Großbritannien erwartet. Im Ausland sollen von Australien bis Deutschland Ausstellungsräume eröffnet werden, um dem brutalen Preiskampf im Inland zu entfliehen. Nach Prognosen von Analysten wird BYD den US-Konkurrenten Tesla im Jahr 2025 als weltweiten Branchenprimus ablösen.

Tesla vor dem Niedergang: Wie Elon Musk den Ruf seines Goldesels zerstörte

„Ich hab das gekauft bevor Elon verrückt geworden ist“: Diese Aufkleber werden mittlerweile an Tesla-Fahrer verkauft, die sich für die einst so schillernden CEO schämen.
Entgegen vieler Behauptungen ist Elon Musk nicht der Gründer von Tesla, sondern kam erst 2008 als CEO dazu. Hier steht er neben seinem Vorgänger, Ze‘ev Drori.
Der Tesla Roadster war das allererste Elektroauto der US-Marke und kam 2008 auf den Markt.
Auch wenn der Roadster kein Durchbruch war, hatte Elon Musk sich damit als Visionär einen Namen gemacht. Und 2011 präsentierte er das nächste Model der Marke Tesla: Das Model S, das 2013 auf den Markt kam.
Tesla vor dem Niedergang: Wie Elon Musk den Ruf seines Goldesels zerstörte

„Eigentor für Tesla“: Die Politik von Elon Musk belastet die Marke

Elon Musks prominente Rolle in der Administration von US-Präsident Donald Trump als rigoroser Bekämpfer staatlicher Bürokratie und seine Beifallsbekundungen für rechtsextreme Parteien in Europa sind Analysten zufolge ein belastender Faktor. „Sein öffentliches Image hat Schaden genommen aufgrund der politischen Positionierung von CEO Elon Musk, was unter anderem in den USA und Europa zu einer spürbaren Gegenreaktion der Verbraucher geführt hat“, sagten Abhik Mukherjee und Liz Lee, Branchenexperten vom Beratungsunternehmen Counterpoint, der Nachrichtenagentur Reuters. „Das ist ein Eigentor für Tesla.“

Einige Probleme von Tesla sind hausgemacht

Proteste gegen den Autobauer aufgrund Musks politischer Haltung zeigten sich in den USA und Europa in Form von Vandalismus gegen Autos und Verkaufsräume der Marke, zuletzt etwa in Berlin und Rom. Musk und Trump verurteilten das als „Terrorismus“.

Die Anti-Musk-Proteste drücken die Tesla-Verkaufszahlen. Wie geht es für das global agierende Unternehmen weiter?

Unabhängig vom politischen Umfeld leidet Tesla aber auch unter einem veralteten Modellangebot, schärferer Konkurrenz, vor allem in China, und steigenden Zöllen im eskalierenden Handelsstreit weltweit. Umso mehr kommt es für Tesla auf einen Erfolg der Neuauflage des Verkaufsschlagers Model Y an, das in China und Europa jetzt auf dem Markt ist.

Rubriklistenbild: © Richard Wareham/imago

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