Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Wetter-Signale deutlich: Winter-Totalausfall in Deutschland droht
Die neuen Modellrechnungen von CFS und ECMWF sorgen für einen Wetterknall. Sie lassen nur minimale Chancen auf kurze Kältephasen. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Hamm – Die neuesten Wetter-Updates von CFS (US-Modell der NOAA) und ECMWF (Modell europäischer Wetterdienst) zeichnen ein Bild, das selbst mich als erfahrenen Meteorologen überrascht. Beide Modelle berechnen einen außergewöhnlich milden Winter, der bereits im Dezember bis zu drei Grad über dem langjährigen Mittel liegen soll.
Für Januar und Februar werden ebenfalls Abweichungen von rund zwei Grad simuliert, was den Gesamteindruck eines nahezu vollständig ausfallenden Winters weiter verstärkt. Schneeereignisse in tiefen Lagen wären unter solchen Bedingungen kaum mehr zu erwarten, und selbst Frostnächte könnten zur seltenen Randerscheinung verkommen. Die seltene Übereinstimmung der beiden führenden Modelle erhöht die Tragweite dieser Prognose und könnte sich als markante Zäsur im bisherigen Wintersignal erweisen.
Wetter-Prognose für Deutschland: Großwetterlage spricht gegen Kälte
Hinter der berechneten Wärme steht vor allem eine hartnäckige Westströmung, die wiederholt milde Atlantikluft nach Mitteleuropa lenkt. Kontinentale Kaltluft kann sich dabei kaum aufbauen, zumal der Polarwirbel bislang erstaunlich stabil wirkt. Da hilft auch alles Schwadronieren über den Polarwirbel nichts, denn die großskaligen Signale deuten klar auf ein Umfeld hin, das winterliche Muster konsequent unterdrückt.
Auch ENSO-Übergangsphasen könnten eine Rolle spielen, indem sie blockierende Hochdrucklagen seltener werden lassen. Im Zusammenspiel entsteht ein atmosphärisches Muster, das dem Winter kaum Spielraum für nachhaltige Kälte lässt.
War der Winter schon Ende November?
Nicht nur ich, auch viele andere Beobachter stellen sich inzwischen die provokante Frage, ob der kurze Wintereinbruch Ende November bereits den gesamten Winter repräsentierte. Damals kam es zu Schneefall bis in tiefe Lagen und teils strengen Nachtfrösten von minus zehn bis minus zwanzig Grad.
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Mit Blick auf die aktuellen Langfristtrends erscheint diese Episode fast wie ein vorgezogener Höhepunkt. Die neuesten Modellrechnungen sprechen eher für einen Totalausfall der Saison, auch wenn kurze Kaltluftstöße nie völlig ausgeschlossen sind. Ob sich der Trend noch dreht, werden erst die kommenden Wochen mit weiteren Updates zeigen.
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