Wettervorhersage

Erste Wetter-Prognose für Winter 2023/2024 – „Ist nicht verwunderlich“

Der Winter 2023/2024 steht bevor. Müssen wir uns auf Schnee und Frost einstellen – oder wird es eher mild und regnerisch? Die ersten Prognosen sind da.

Hamm - Mit großen Schritten geht es auf die kalten Monate zu. Und viele frage sich: Wie kalt wird denn der Winter 2023/2024? Sogenannte Langzeitprognosen zeigen einen ersten Trend für die Monate Dezember, Januar und Februar. Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.net erklärt, was die langfristigen Wettermodelle derzeit zeigen.

Bittere Winter-Prognose für 2023/2024 – „Ist nicht verwunderlich“

Am 31. Dezember 2022 war es rekordverdächtig warm. In Hamm wurden an der Wetterstation der Hochschule Hamm-Lippstadt (HSHL) frühlingshafte 18,07 Grad gemessen. In der Spitze erreichten die Temperaturen in Deutschland an diesem Tag Werte über 20 Grad – und das mitten im Winter. Der fiel 2022/2023, wie auch schon die Jahre zuvor, laut Deutschem Wetterdienst (DWD) verglichen mit den Referenzperioden deutlich zu warm aus.

Der Trend scheint sich fortzusetzen. „Laut den langfristigen Wettermodellen soll der Winter wieder mild bzw. warm und recht nass ausfallen“, erklärt Dominik Jung auf Nachfrage von wa.de. Gemittelt über alle drei Monate, sehe es nach einem „Mildwinter“ aus. „In Zeiten der globalen Erwärmung ist das auch nicht verwunderlich“, so der Meteorologe. Jung betont, dass die Modelle in der Regel nur Aussagen darüber treffen können, „ob ein Monat oder eine Jahreszeit wärmer, kälter oder nasser, trockner als üblich werden soll.“ Wie das Wetter etwa an Heiligabend wird, kann nicht vorhergesagt werden.

Winter-Prognose 2023/2024: Monatstrends laut CFS-Modell*

  • Dezember 2023: 1 bis 2 Grad über dem Klimamittel 1991 bis 2020
  • Januar 2024: 2 bis 3 Grad über dem Klimamittel 1991 bis 2020
  • Februar 2024: 1 bis 2 Grad über dem Klimamittel 1991 bis 2020

*Climate Forecast System (amerikanisches Wettermodell); Stand 21. Oktober

Milder Winter 2023/2024 – Schnee und Frost trotzdem möglich

Ein milder Winter bedeute allerdings nicht, dass Winter-Fans nicht die Chance auf Schnee bekommen würden, erklärt Dominik Jung. „Natürlich kann es in einem Mildwinter auch mal Tage mit Frost und Schnee geben“, so der Meteorologe.

Langzeitprognosen – Grundlage für Klimaforschung

„Langfristige Wettermodelle sind leistungsstarke Computerprogramme, die helfen, das Wetter über längere Zeiträume vorherzusagen, oft Wochen bis hin zu Jahrzehnten. Sie funktionieren, indem sie komplexe mathematische Gleichungen verwenden, um die Atmosphäre und andere klimatische Faktoren zu beschreiben“, erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung. „Zuerst werden die Anfangsbedingungen benötigt, also aktuelle Daten wie Temperatur, Druck und Windgeschwindigkeit an verschiedenen Orten. Diese Informationen werden in ein räumliches Gitter aufgeteilt, um die Erdoberfläche zu modellieren.“

Das Modell führe dann Berechnungen durch, um vorherzusagen, wie sich die Atmosphäre über die Zeit entwickeln wird. Dabei würden fundamentalen Gesetze der Atmosphärenphysik verwendet, um die Bewegung der Luft, Temperaturänderungen und vieles mehr zu berücksichtigen. „Auch die Ozeane, das Land und andere Faktoren werden in die Berechnungen einbezogen“, erklärt Jung. Die Genauigkeit von Langfristvorhersagen nehme jedoch mit der Vorhersagezeit ab, da viele Faktoren Unsicherheiten hinzufügen würden.

„Diese Modelle sind auch die Grundlage für Klimaforschung und -prognosen und helfen uns, den Klimawandel und seine Auswirkungen zu verstehen“, so Jung.

So war es auch im vergangenen Winter. Laut DWD lag das Gebietsmittel 2,7 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. „Im Vergleich zur aktuellen und wärmeren Vergleichsperiode 1991 bis 2020 betrug die positive Abweichung 1,5 Grad“, erklären die Experten. Trotzdem erlebte Deutschland Mitte Dezember 2022 eine regelrechte „Eiszeit“.

Im Landkreis Bayreuth wurde am 18. Dezember mit -19,3 Grad der bundesweit tiefste Winterwert gemessen. In Nordrhein-Westfalen sorgte Eisregen für glatte Straßen und Verkehrschaos.

Rubriklistenbild: © Friso Gentsch/dpa

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