Osterrechnung

Warum bestimmt der erste Vollmond im Frühling, wann wir Ostern feiern?

Ende März 2024 steht der erste Vollmond im Frühling an. Der Termin bestimmt das Datum von Ostern. Die Berechnung klingt simpel, ist aber kompliziert.

Hamm - An Ostern begehen die Christen die Auferstehung Jesu von den Toten. Es ist das wichtigste Fest und das Fundament des christlichen Glaubens. Nach dem Datum des Osterfestes richten sich fast alle anderen Feiertage im Kirchenjahr. Ostern fällt frühestens auf den 22. März und spätestens auf den 25. April. Festgelegt wird das Datum durch den Termin des ersten Vollmonds im Frühling. Ganz so einfach, wie es zunächst klingt, ist es allerdings nicht.

Im früheren Christentum wurde lange über das korrekte Datum für die Feier des Osterfests gestritten. Es herrschte Uneinigkeit, etwa bei der Wahl des Wochentages und der Methode zur Terminbestimmung. Der Disput zog sich über Jahrhunderte.

Was der erste Vollmond im Frühling mit dem Datum von Ostern zu tun hat

Auf dem Konzil von Nicäa im Jahre 325 n. Christus wurde letztlich folgende Regelung beschlossen: „Ostern soll am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond gefeiert werden, fällt dieser Vollmond auf einen Sonntag, ist die Osterfeier erst am folgenden Sonntag zu feiern“. Hintergrund ist, dass sich die Auferstehung Christi zur Zeit des vom Frühlingsvollmond abhängigen jüdischen Pessachfests ereignet haben soll.

Die Berechnung klingt zunächst simpel. Ein Beispiel: Im Jahr 2024 ist der erste Vollmond im Frühling am Montag, 25. März. Ostersonntag fällt somit auf den 31. März.

Ausnahmen bestätigen die Regel: Das Problem mit der Osterrechnung

Doch ganz nach dem Motto „Ausnahmen bestätigen die Regel“, kann es mitunter sehr kompliziert werden, wenn es um das Osterdatum geht. Denn in den ersten Jahrhunderten des Osterfestes war es nicht einfach, den Frühlingsanfang und Vollmond auf den Tag genau vorherzusagen. Also wurde auf Grundlage jahrhundertelanger Beobachtungen die sogenannte Osterrechnung aufgestellt, mit der eine zyklische Reihe aufeinander folgender Vollmonddaten bestimmt wurde. Als Tag des Frühlingsbeginns wurde der 21. März festgelegt.

Somit muss sowohl beim Termin des ersten Vollmonds als auch beim Frühlingsanfang zwischen dem zyklischen und dem astronomischen Ereignis unterschieden werden. Es kann also sein, dass etwa der Termin des ersten Vollmonds im Frühling laut Osterrechnung vom tatsächlich eintretenden, astronomischen Ereignis abweicht. Dann liegt ein sogenanntes Osterparadoxon vor.

Osterparadoxon: Abweichung von der Ostern-Faustformel

So war im Jahr 2019 der erste Frühlingsvollmond am frühen Morgen des 21. März. Laut Regel hätte Ostern am darauffolgenden Sonntag, den 24. März, begangen werden müssen. Tatsächlich wurde das Osterfest aber erst am 19. April gefeiert, nach dem zweiten Vollmond im Frühling. Nach der Osterrechnung fiel der zyklische Vollmond im März nämlich auf den 20. und somit noch in den Winter. Es war laut der Rechnung nicht der erste Frühlingsvollmond, somit wurde das Fest erst später begangen.

Rubriklistenbild: © imago/Panthermedia

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