600 bis 1300 Euro Strafe
Kroatien verschärft Maßnahmen an Strand von Urlaubs-Hotspot: „Zivilisatorischer Rückschritt“
Wer in Kroatien Urlaub machen will, muss einige Regeln und Verbote beachten. Am Strand von Pula wurden jetzt allerdings neue Gesetze erlassen.
Pula - Kroatien als Urlaubsland ist schon lange kein Geheimtipp mehr. Viele Touristen haben sich seit geraumer Zeit an ihren liebsten Orten eine Stammunterkunft herausgesucht, um tolle Wochen im Süden Europas zu verbringen. Möglichkeiten gibt es in Kroatien ja zuhauf. Ob im Norden oder Süden, am Wasser oder im Landesinnern, für alle ist etwas geboten. Doch Urlauber in Pula müssen künftig auf zwei neue Maßnahmen achten.
Verbote am Strand von Kroatien am Küstenstrand in der Stadt Pula? Aufschrei ist groß
Die Küstenstadt der Halbinsel Istriens ist das Ziel vieler Touristen. Zahlreiche Strände oder auch kulturelles Gut wie Ruinen bieten abwechslungsreiche Möglichkeiten. In den letzten Jahren ist nicht nur in Pula, sondern auch im restlichen Kroatien das Touristenaufkommen gestiegen. Sondern auch die Preise, was für einige Anlass zur Beschwerde war. Ob eine Cevapcici-Bier-Rechnung oder der Preis für zwei 0,33-Bier, manche konnten es nicht nachvollziehen.
Nicht nur Touristen, sondern auch Einheimische können eine neue Entscheidung kaum nachvollziehen. Denn der Stadtrat von Pula hat 11:7 mit zwei Enthaltungen für die Einführung von zwei Verboten an Stränden gestimmt. Einerseits soll der Freikörper-Kult eingeschränkt werden. Also keine FKK-Aufenthalte am Wasser mehr, andererseits wird beim Alkohol deutlich eingegriffen.
Kroatische Stadt greift bei Aufenthalt an Stränden ein - viel Gegenwind
Der Beschluss über die Anordnung sorgte für eine hitzige Debatte, wie das kroatische Portal morski.hr berichtet. „Es wurde überhaupt nicht erklärt, warum einige Bestimmungen getroffen wurden. Ich stelle die Frage, welches praktische Problem zum Verbot von Nudismus geführt hat, weil das Gesetz dies nicht verbietet“, sagte Dušica Radojčić, eine Politikerin der Partei „Mozemo! Pula“. Seit Jahrzehnten sollen sich demnach FFK-Badegäste ohne Probleme dort aufgehalten haben.
Die Partei postete auch ihr Unverständnis auf der eigenen Instagramseite. Dort ähnelt der Inhalt dem des Artikels von Morski.hr. Als möglichen Grund sieht die Partei an, dass „Nudismus als moralisch inakzeptabel“ eingestuft werden soll. Auch das Trinken von härterem Alkohol soll in Pula verboten werden. „Bier und Wein sind am Strand erlaubt, aber nicht Gin Tonic. Gin Tonic kann man also an einer Strandbar trinken, aber nicht außerhalb davon?“, fragt sich Radojčić von der „Mozemo! Pula“.
„Sie wissen wozu Gin Tonic führt“: Befürworter des Strand-Beschlusses in Pula über Gründe
Die 2019 gegründete Partei aus der linken und grünen Bewegung könne die Maßnahmen nicht nachvollziehen. Der Sozialdemokrat der SDP Igor Belas, widersprach aber Radojčić. Er meinte, die Entscheidung solle nur die allgemeine Nutzung definieren und vielmehr die Einführung von Ordnung sein, als irgendein Verbot. „Niemand ist gegen Oben-ohne, aber gegen Nudismus. An vielen Stränden ist das verpönt, da diese zwischen zwei öffentlichen liegen“, so Belas weiter, außerdem formuliert auch er einen Grund gegen Gin Tonic: „Sie wissen, wozu Gin Tonic oder Wodka führt, wenn die Party beginnt, und sie wissen, wo sie endet.“ Auch Vito Paoletić von der unabhängigen Liste stimmte Belas zu.
Davor Vukovic, Parteikollege von Radojčić, fügte an, dass diese Verbote nicht funktionieren werden: „Bei so vielen Stränden in Pula ist das unmöglich zu kontrollieren. Die Entscheidung ist kein zivilisatorischer Fortschritt, sondern ein Rückschritt. Eine Entscheidung, ohne gesunden Menschenverstand und in der Praxis nicht umsetzbar.“ Auf der Instagram-Seite der Partei wird die Höhe der Strafen noch angegeben, mit dem ironischen Unterton: „Willkommen beim Baden. Strafen: 600 bis 1300 Euro“. Auch IDS-Politiker (Istrisches Demokratische Versammlung) betonen die „Tradition“ vom FKK-Baden und können die Maßnahme nicht nachvollziehen. Eine Reportage zeigte im Sommer, wie heftig die Preise in Kroatien angestiegen sind - jetzt können Sie auch in Pula nichtsahnende Touristen treffen. (ank)
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