„Immer abgeschlossen“

Tödlicher Brand in Bar: Hätte ein geöffneter Notausgang Leben retten können?

Nach dem tödlichen Brand in Crans-Montana
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Als Brandursache in Crans-Montana wird Pyrotechnik in der Bar vermutet. (Archivbild)

Zeugen berichten von versperrten Ausgängen und chaotischen Fluchtszenen. Ermittler prüfen mögliche Sicherheitsverstöße.

Crans-Montana – Eine verriegelte Notausgangstür könnte zum tödlichen Brand in der Bar „Le Constellation“ im Schweizer Skiort Crans-Montana beigetragen haben. Mehrere Zeugen berichten, der Zugang sei regelmäßig verschlossen gewesen, unter anderem auch in der Silvesternacht, als in dem beliebten Nachtlokal ein Feuer ausbrach. Bei der Katastrophe kamen 40 Menschen ums Leben, über 100 wurden verletzt. Die Schweizer Justiz prüft nun, ob Sicherheitsmängel das Ausmaß des Unglücks mitverursacht haben.

Laut Bild und Daily Mail berichtete Andrea, ein 31-jähriger Stammgast, die Notausgangstür im unteren Bereich der Bar sei „immer abgeschlossen“ gewesen. Der Ausgang habe sich in einem separaten Raucherraum befunden, der häufig als Lagerraum genutzt worden sei. „Drinnen stand ein Sofa vor der Tür, draußen lagen Gegenstände herum“, sagte er. Ein weiterer Gast sagte laut 20 Minutes, hinter der Tür hätten sich verzweifelte Menschen befunden. Ob es sich um einen Notausgang oder einen Dienstzugang gehandelt habe, sei unklar.

Hatte die Bar genügend Fluchtwege?

Auch eine frühere Angestellte sagt laut Closermag, die Tür sei stets verschlossen gewesen, sobald Gäste anwesend waren. „Wir hatten die Anweisung, sie nur zum Betreten unserer Wohnung zu öffnen“, so die Frau. Sie sei die Einzige gewesen, die diesen Zugang nutzte. Laut ihrer Aussage sei die Tür niemals als Fluchtweg betrachtet worden.

Der Walliser Sicherheitsdirektor Stéphane Ganzer erklärte, es habe mindestens einen weiteren Ausgang gegeben. Dieser sei jedoch möglicherweise schwer zu finden gewesen. Die dichte Rauchentwicklung habe die Sicht behindert. Viele Menschen hätten vermutlich nicht gewusst, wo sich die Fluchtwege befanden. Laut Vorschriften müsste ein Lokal dieser Größe mindestens drei Ausgänge haben, mit maximal 35 Metern Fluchtweglänge bis ins Freie.

Behörden prüfen Baupläne der Bar

Die Baupläne der Bar befinden sich mittlerweile bei der Staatsanwaltschaft. Ob die Türen korrekt markiert waren und ob sie offen, verschlossen oder blockiert waren, muss noch geklärt werden. Die Behörden äußern sich bislang nicht zu den Details.

Inzwischen wurden alle 40 Todesopfer identifiziert. Neun von ihnen waren unter 18 Jahre alt, acht zwischen 16 und 24, wie The Sun berichtet. Unter den Opfern ist auch ein 14-jähriges Mädchen aus Italien. Für Freitag ist in der Schweiz ein nationaler Trauertag geplant. (Redaktion)

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