„Häuser zitterten wie Espenlaub“

Schwerstes Erdbeben aller Zeiten lässt Italien zittern: Region um Neapel findet keine Ruhe

In Italien sind die Campi Flegrei erneut von einem Erdbeben betroffen. Experten beobachten die Lage genau. Die Bevölkerung bleibt in Alarmbereitschaft.

Update vom 1. Juli, 5.49 Uhr: Nach dem heftigen Erdbeben am Supervulkan handeln die Präfektur von Neapel und die Stadtverwaltung von Pozzuoli sofort. Dies teilt Nello Musumeci, der Minister für Zivilschutz und Meerespolitik, der Zeitung Il Mattino mit.

Er hebt hervor: „Unser Plan ist in der Tat ein Notfallplan, der mit dem Evakuierungsplan der Bevölkerung korreliert ist.“ Vorrangig seien nun essenzielle Dienstleistungen und Maßnahmen zur Sicherung der hydrogeologischen Stabilität. Letzteres fällt in den Verantwortungsbereich des Präsidenten der Region und des Umweltministeriums.

Italien: Heftiges Erdbeben am Supervulkan – „Häuser zitterten wie Espenlaub“

Erstmeldung vom 30. Juni, 16.49 Uhr: Neapel – In der Region der Phlegräischen Felder (Campi Flegrei) herrscht eine äußerst hohe seismische Aktivität. Am Montag, dem 30. Juni, kam es erneut zu einem Erdbeben. „Das Erdbeben war stark spürbar, aber bisher gibt es keine Meldungen über Schäden“, sagte Luigi Manzoni, der Bürgermeister von Pozzuoli, kurz nach dem Ereignis. Er hob hervor, dass die Situation nach dem Erdbeben weiterhin genau überwacht werde. Freiwillige Helfer seien bereits unterwegs, um die Lage zu begutachten.

Das Beben wurde in Neapel deutlich wahrgenommen. Nach Informationen des italienischen Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV) erreichte das Erdbeben eine Stärke von 4,6. Damit wäre es, zusammen mit dem Beben im März dieses Jahres, das stärkste jemals in dieser Region registrierte Erdbeben.

Anwohner schildern dramatische Erdbeben-Szenen: „Die Häuser zitterten wie Espenlaub“

Um 12:47 Uhr ereignete sich die Erschütterung, deren Epizentrum knapp fünf Kilometer tief vor der Küste von Bacoli im Meer lag. Besonders betroffen waren die Stadtteile Bagnoli, Fuorigrotta sowie das Stadtzentrum und die angrenzenden Hügel. Ein Bewohner der Altstadt schilderte die Erschütterungen gegenüber dem italienischen Nachrichtenportal Corriere di Napoli mit den Worten: „Die Häuser zitterten wie Espenlaub“.

Das Erdbeben in der Region um Neapel hatte eine Stärke von 4,6 - damit ist es zusammen mit dem Beben im März das stärkste jemals gemessene in der Region. (Montage)

Region immer wieder von Erdbeben erschüttert: Behörden sind weiterhin alarmiert

Laut dem Nachrichtendienst Rai soll auf der nahegelegenen Insel Pennata ein Bergrücken infolge des Erdbebens eingestürzt sein, wobei eine etwa 15 Meter breite Gesteinsfront ins Wasser fiel. Glücklicherweise gibt es bisher keine Berichte über schwere Gebäudeschäden oder Verletzungen. Edoardo Cosenza, der städtische Infrastruktur- und Katastrophenschutzbeauftragte von Neapel, erklärte, dass die relativ geringe Tiefe des Bebens zwar zu starken Erschütterungen führte, die Auswirkungen auf die Gebäude jedoch durch eine geringe Beschleunigung im Verhältnis zur Magnitude begrenzt wurden. Cosenza wies dennoch auf die beachtliche Stärke und Dauer des Bebens hin.

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Auch Forscher zeigen sich besorgt über die Situation um die Campi Flegrei und den Vesuv in Italien. Vorbereitete Sammelstellen sollen im Notfall als sichere Zufluchtsorte dienen. Die Behörden rufen die Bevölkerung zur Ruhe und Wachsamkeit auf und behalten die Lage im Auge. (kiba)

Rubriklistenbild: © Screenshot/ingvterremoti.com/Fabio Sasso/FPA / Avalon/Imago

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