Waldbrände
Kanada-Rauchwolke zieht nach Europa – NRW ist auch betroffen
Die andauernden Waldbrände in Kanada haben schwerwiegende Folgen. Eine Rauchwolke zog nun über den Atlantik nach Europa – und traf auch NRW.
Hamm – Der Klimawandel hat verheerende Auswirkungen weltweit. Wetter-Experten prognostizierten bereits einen zu trockenen Sommer mit anhaltender Hitze und Dürre. Und: Das hat schwere Folgen. So kommt es durch die Trockenheit und Hitzewellen beispielsweise vermehrt zu Waldbränden – wie zuletzt in Kanada. Dort halten die Waldbrände bereits seit Wochen an und nehmen ungekannte Ausmaße an. In der kanadischen Metropole Montréal herrschte zuletzt wegen der anhaltenden Waldbrände Smog-Alarm, denn es bildete sich eine große Rauchwolke über Kanadas Städte, die nun nach Europa weiterzog. Das hat Folgen für Deutschland und vor allem NRW.
Rauchwolke aus Kanada zieht weiter nach Europa
Die Luftbeschmutzung durch die Waldbrände war in Kanada enorm. Die Umweltbehörde sprach für Montréal und weitere kanadische Regionen eine Warnung heraus. Beim Verlassen der Häuser sollten Bürger zur eigenen Sicherheit Masken tragen. Die Wolken hinterließen in vielen Städten Kanadas und der USA einen düsteren Himmel.
Die Rauchwolke zog nun über den Nordatlantik nach Europa. Derzeit habe die Wolke nun auch den Himmel in Portugal verdunkelt – das berichten portugiesische Medien. Und: Es werde zudem erwartet, dass der Rauch auch noch in weiteren Ländern Europas zu sehen sein wird.
Rauchwolke zieht nach Europa: Was bedeutet das für Deutschland?
Die Staubwolke sollte uns laut Wetter-Experte Frank Böttcher am Donnerstag, 29. Juni, erreichen. Für Donnerstagabend gegen 20 Uhr prognostiziert Böttcher die höchste Konzentration in Schleswig Holstein. Danach treffe die Wolke Niedersachen und ziehe dann runter nach NRW und ins Saarland. Die Folgen der Brände werden in Deutschland in stark abgeschwächter Form sichtbar sein, so der DWD.
Beschmutzt die Staubwolke die Autos wie der Sahara-Staub?
Böttcher schildert, dass die Beschmutzung jedoch anders ist als bei dem Blutregen des Sahara-Staubs. „Bei dem sogenannten Blutregen entstehen rötliche Ringe und Flecken von Sand auf den Autos, das ist bei dieser Feinstaubbelastung nicht so.
Die Rußpartikel sind nicht so groß und eher dunkel und gräulich“, so Böttcher. Wenn es zu kleinen Schauern kommen sollte, könnten diese laut Wetter-Experte heruntergespült werden, bei stärkerem Regen hätte dies jedoch kaum Einfluss auf die Beschmutzung von Autos. Doch: Laut Schenk könnten die Partikel für ein stärkeres Morgen- und Abendrot am Himmel sorgen. Wenn es außerdem zu Regen kommt, könnte sich der Dreck der Rauchwolke nach unten spülen.
„Die höchsten Konzentrationen über Deutschland werden morgen (Norddeutschland) und übermorgen, 30.06., (Süddeutschland) erreicht, aber es ist unwahrscheinlich, dass der Rauch bis zum Boden herab transportiert wird – das meiste wird in der Höhe bleiben“, so Rüdiger Manig vom Deutschen Wetterdienst auf Nachfrage von wa.de am Mittwoch. Anschließend werde die Rauchwolke vermutlich weiter nach Osten abtransportiert.
Rauchwolke erreicht Europa: Besteht eine Gesundheitsgefahr?
Gesundheitsminister Karl Lauterbach warnt auf Twitter vor der Staubbelastung. Hierbei spricht er zudem von den möglichen daraus resultierenden Gesundheitsgefährdungen:
Jetzt drohen die Feinstäube und Luftschadstoffe der kanadischen Waldbrände Westeuropa zu erreichen. In ein paar Jahren werden die meisten Bürger wissen, wie schädlich Feinstaub für die Gefäße und das Hirngewebe sind. Das Bewusstsein über die Gefahren des Klimawandels steigt https://t.co/9ATty4WYgY
— Prof. Karl Lauterbach (@Karl_Lauterbach) June 25, 2023
„Die Rußwolke wird eine erhöhte Feinstaubbelastung verursachen. Feinstaub, insbesondere Partikel kleiner als 2,5 Mikrometer (PM2.5) können tief in die Lunge eindringen und gesundheitliche Probleme wie Atemwegserkrankungen und Herz-Kreislauf-Probleme hervorrufen. Dennoch ist im Allgemeinem nicht von einer großen gesundheitlichen Gefährdung auszugehen“, erklärt Johannes Graf vom Wetterdienst Q.met. Böttcher schildert, dass die Feinstaubbelastung keine großen Auswirkungen auf die Gesundheit hat.
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