Wetterphänomen

Die Saharastaub-Lüge? Staubpartikel können magnetisch sein

Saharastaub in Deutschland sorgt für Verschwörungstheorien im Internet. Die zentrale Frage: Weshalb sind die Partikel magnetisch? Die Antwort ist einfach.

Hamm - „It‘s not sand“ – „Es ist kein Sand“. Diese Aussage steht in einem Video auf Tiktok, das wohl aus Großbritannien stammt. Zu sehen ist, wie jemand Staub auf einer Autoscheibe zusammenkratzt und dann einen Magneten dranhält. Die Partikel werden in dem Video von dem Magneten angezogen. Solche Videos wurden auch schon von deutschen Nutzern ins Internet gestellt. In den Kommentaren werden allerlei Verschwörungstheorien, unter anderem rund um Chemtrails, ausgepackt. Was steckt dahinter?

Nachdem an Ostern mal wieder Saharastaub in der Atmosphäre nach Deutschland gelangt war, wurde im Internet vermehrt nach „Saharastaub magnetisch“ gesucht. Auch der Begriff „Lüge“ taucht im Zusammenhang mit Saharastaub in den Suchanfragen auf. Dabei gibt es für das, was die Nutzer in ihren Videos zeigen, eine einfache und wissenschaftliche Erklärung.

Die Saharastaub-Lüge? Wieso die Staubpartikel magnetisch sein können

Saharastaub ist nichts anderes als Wüstensand. Dieser wird in der Sahara regelmäßig aufgewirbelt und gelangt so in die Atmosphäre. Bei starken Höhenwinden werden die winzig kleinen Staubpartikel nach Mitteleuropa getragen. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) kann der Saharastaub mehrere Tausend Kilometern transportiert werden.

Oft kriegen wir es gar nicht mit, wenn die Partikel über uns in der Atmosphäre hängen. Nur bei einer besonders hohen Konzentration zeigt sich der Saharastaub auch bei uns in Deutschland. Der Himmel färbt sich dann gelb, meist wird die Sonne sehr trüb. Als Nächstes werden wir dieses Phänomen in Deutschland vermutlich am ersten April-Wochenende erleben, insbesondere in NRW.

Zurück zum Magnetismus. Wichtig ist hier die Zusammensetzung des Saharastaubs, die je nach Herkunftsregion variiert. Laut DWD besteht der Sand zum Großteil aus Aluminosilikaten, Eisenoxiden und Quarz. Von Bedeutung für eine magnetische Eigenschaft ist der Gehalt an Eisenoxid-Partikeln in dem Saharastaub. Denn Eisenoxide, wie zum Beispiel Magnetit, werden von Magneten angezogen. Die Eisenoxid-Partikel, genauer gesagt Hämatit, sind übrigens auch für die rötliche Farbe des Staubs verantwortlich.

Saharastaub in der Atmosphäre färbt den Himmel oft gelb. Im Internet kursieren Videos, die zeigen, dass die Staubpartikel magnetisch sind. Das führt zu wilden Verschwörungstheorien.

Saharastaub kann magnetisch sein – Eisenpartikel sind Schuld

Beim Saharastaub handelt es sich also nicht um irgendeine Verschwörung. Dass die Staubpartikel mitunter magnetisch sind, ist auf ihre natürliche Zusammensetzung zurückzuführen. Zu diesem Schluss kommt auch der Aufklärungsverein Mimikama, der sich bereits mit der Thematik beschäftigt hat. „Die Anzahl und Art der Eisenpartikel hängt davon ab, woher der Staub stammt. Der Staub variiert in Aussehen und Zusammensetzung je nach Region in der Sahara“, heißt es in dem Faktencheck. Ergo werden nicht alle Staubpartikel, die etwa auf dem Auto zu finden sind, magnetisch sein.

Wer Saharastaub auf seinem Auto vorfindet, sollte bei der Autowäsche vorsichtig sein. Die Partikel können mitunter den Lack zerkratzen.

Rubriklistenbild: © Philipp von Ditfurth/dpa | Tiktok Screenshot

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