„Komplexe Rettungsmaßnahmen“
Hunderte Touristen mit Helikopter evakuiert, Straße blockiert: Lawinen-Chaos in Italien-Tal
Eine spektakuläre Rettungsaktion lief im italienischen Aostatal ab. Über 200 Menschen mussten mit dem Hubschrauber in Sicherheit gebracht werden.
Die Wetterverhältnisse in Italien sind aktuell extrem. Insbesondere im Aostatal ist die Lage angespannt. Mehrere große Lawinen gingen am Dienstag (17. Februar) ab. Eine davon blockierte eine wichtige Zufahrtsstraße im Val di Rhêmes ab. Schneemassen machten ein Durchkommen unmöglich. 200 Menschen mussten per Hubschrauber evakuiert werden.
Wegen der Faschingsferien waren viele Urlauber und Ausflügler im Aostatal, um einen Tag auf den Pisten oder im Tal zu verbringen. Nach einem Lawinenabgang saßen etwa 242 Menschen in der Ortschaft Rhemes-Notre-Dame fest. Eine Lawine mit einer Front von 200 Metern hatte die Regionalstraße Nr. 24 getroffen und unter Schneemassen begraben. Der Lawinenwind mit seiner Schneewolke erfasste auch eine Skifahrerin bei der Abfahrt, wie in einem YouTube-Video von GazzettaMatin zu sehen ist.
Massive Lawine nahe Skigebiet im Aostatal: Über 200 Touristen mit Hubschrauber evakuiert
Die Zivilschutzbehörde des Aostatals hat alle Touristen mit dem Hubschrauber ins Tal ausgeflogen, teilte die Region Aostatal mit. Alle Urlauber konnten demnach ihre Unterkünfte erreichen. Etwa 30 Personen von außerhalb des Tals, die nicht in ihre Wohnorte zurückkehren können, wurde nach Angaben der Behörden eine Übernachtungsmöglichkeit in der Ramires-Kaserne in Aosta bereitgestellt.
„Da Hochsaison war, hatten wir absolut keinen Platz, um sie unterzubringen, daher war eine Evakuierung notwendig“, erklärte Bürgermeister Firmino Thérisod von Rhêmes-Notre-Dame bei fanpage.it. „Von den 200 wurden nur sehr wenige nach Aosta gebracht, die anderen wohnen alle flussabwärts der Lawine.“
„Die Rettungsmaßnahmen sind komplex, da sie offensichtlich per Hubschrauber durchgeführt werden, was Zeit in Anspruch nimmt, obwohl der Flug nur wenige Minuten dauert und nachts stattfindet“, so der Bürgermeister. Die Hubschrauber pendelten zwischen Rhêmes-Notre-Dame und Aymavilles.
Lawine im Aostatal: Urlauber mussten Autos zurücklassen
Nach der Inspektion des oberen Teils des Lawinenbeckens durch Techniker der örtlichen Lawinenkommission wurde die Regionalstraße gesperrt. Räumdienste begannen damit, die Fahrbahn vom Schnee zu befreien. Das Gebiet wurde über Nacht überwacht. Am Mittwochmorgen (18. Februar) ist die Strecke für den Verkehr vorübergehend in zwei Zeitfenstern freigegeben – zwischen 9 und 11 Uhr und von 15 bis 18 Uhr. Die Maßnahme sei notwendig, um Fahrzeuge aus dem lawinengefährdeten Abschnitt zu ermöglichen, so aostanews24.it. Weitere Beurteilungen der Wetter- und Schneeverhältnisse werden am Mittwoch durchgeführt, heißt es.
Mehrere Lawinen gingen am Dienstag im Aostatal ab. Kurz nach der großen Lawine auf die Regionalstraße ging eine massive Lawine in Valeille (Cogne) um 14:45 Uhr ab. Die alpine Rettungsmannschaft des Aostatals rückte per Hubschrauber aus. Die Lawine hatte sich oberhalb der Eisfälle „Hard Ice Rock“ und „Pattinaggio Artistico“ gelöst.
Riesiger Lawinenabgang nahe Skipiste: Schneewolke überrascht Skifahrer
Gegen 15 Uhr stürzte in der Nähe des Skigebiets Courmayeur eine gewaltige Lawine ab, die bis ins Tal stürzte und Skifahrer an einer Liftstation in ihre weiße Schneewolke hüllte. Augenzeugen filmten das überwältigende Naturereignis. In einem Video ist zu sehen, wie Skifahrer vollkommen ahnungslos am Lift anstehen, während riesige Schneemassen ins Tal stürzen. Als der sogenannte „Blow“ Schneewolke jedoch aufstieg und sie erreichte, brach Panik aus.
Die Zahl der Lawinentoten in Italien ist erschütternd. 23 Menschen kamen diesen Winter in den italienischen Alpen ums Leben, vier davon im Aostatal, berichtet Rai News. Allein im letzten Monat starben zwölf Menschen. Die Lawinengefahr in Italien entlang der an Frankreich und der Schweiz grenzenden Berge ist weiter hoch (Warnstufe 4). (Quellen: Rai News, ANSA, Gazzettamatin.com, aostanews24.it., fanpage.it) (ml)
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