Start 23. Juli

Hundstage 2023: Langer Hitze-Sommer? Was steckt hinter der Wetter-Regel?

Die heißesten Tage im Juli und August werden oft als Hundstage bezeichnet. Doch wann beginnen sie genau? Und welche Bedeutung hat die Wetter-Regel?

Hamm - Wenn es im Sommer richtig heiß wird und die Menschen in Europa unter Temperaturen jenseits der 30 Grad leiden, fällt oft der Begriff „Hundstage“. Als solche werden die Hitzeperioden im Juli und August bezeichnet. Wann genau beginnen die Hundstage? Welchen Einfluss haben sie auf das Wetter? Und was haben Hunde damit zu tun?

Hundstage 2023: Haben sie Einfluss auf das Wetter?

Der Begriff „Hundstage“ lässt in unseren Köpfen schnell ein Bild entstehen: stechende Sonne, flimmernde Hitze, selbst Hunde liegen da lieber träge im Schatten. Aber: Mit Hunden haben die Hundstage nichts zu tun. Streng genommen bezeichnen die Hundstage nicht einmal ein Wetterphänomen wie etwa die Schafskälte im Juni oder die Eisheiligen im Mai, sondern sind ein astronomisches Ereignis.

Allerdings eines, um das sich im Laufe der Jahrhunderte viele Bauernregeln gebildet haben. Zu den bekanntesten Wetterweisheiten rund um die Hundstage gehören:

  • Hundstage heiß, bringen dem Bauern viel Schweiß.
  • Sind die Hundstage heiß, bleibt‘s im Winter lange weiß.
  • Sind die Hundstage voll Sonnenschein, wird das Jahr recht fruchtbar sein.
  • Hundstage hell und klar deuten auf ein gutes Jahr. Werden Regen sie bereiten, kommen nicht die besten Zeiten.
  • Wie das Wetter, wenn der Hundsstern aufgeht, so wird‘s bleiben, bis er untergeht.

„Hundsstern“ - dieses Wort in einer der Bauernregeln deutet darauf hin, woher eigentlich der „Hund“ in den „Hundstagen“ kommt. Bei der Namensgebung spielt das Sternbild „Großer Hund“ (Canis Major) die entscheidende Rolle. Vom Aufgang des Sternbildes bis zur Sichtbarkeit als Gesamteinheit vergehen 30 bis 31 Tage. Davon leitet sich die Bezeichnung „Tage vom großen Hund“ ab - oder eben: Hundstage.

Hundstage 2023: Vom 23. Juli bis 23. August in Deutschland

Dieser Zeitraum lag zur Entstehung der Hundstage zwischen dem 23. Juli und 23. August. Weil es zu dieser Zeit im alten Griechenland sehr heiß war, wurde die Verbindung zwischen Sternbild und Wetter hergestellt. Ein Zusammenhang zwischen beiden Dingen gibt es jedoch nicht. Die Sterne haben keinerlei Einfluss auf unser Wetter.

Trotzdem werden die heißen Tage im Sommer immer noch als „Hundstage“ bezeichnet - auch wenn das astronomische Ereignis, das dahinter steckt, wegen der Verschiebung der Erdachse heutzutage deutlich später eintritt - laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) in Deutschland sogar erst ab Ende August. Eigentlich müssten die Hundstage also mittlerweile den Übergang vom Sommer zum Herbst beschreiben.

Hundstage: Deutscher Hitzerekord in NRW gemessen

Weil die Bezeichnung sich aber im Volksmund derart verfestigt hat, stehen die „Hundstage“ weiterhin für die heißesten Wochen des Jahres mit einem Kernzeitraum vom 25. Juli bis zum 7. August - also grob eine Woche vor und nach dem Monatswechsel von Juli auf August.

In der Tat stiegen in den vergangenen Jahren die Temperaturen während der Hundstage mehrmals auf 35 bis 40 Grad. Am 25. Juli 2019 wurde sogar ein neuer Hitzerekord für Deutschland aufgestellt. In Duisburg und Tönisvorst in Nordrhein-Westfalen wurden 41,2 Grad gemessen. Aus meteorologischer Sicht liegen die heißesten Tage des Jahres nicht im ursprünglichen Zeitraum der Hundstage. Stattdessen treten sie heutzutage eher bereits Anfang Juli auf. Auch Anfang Juli 2023 ächzte Deutschland unter einer extremen Hitzewelle.

Rubriklistenbild: © Christophe Gateau/dpa/Symbolbild

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