Umschwung kann wehtun
„Gibt es wirklich“: DWD-Expertin räumt mit Wetter-Mythos auf – Millionen Menschen betroffen
Die Temperaturen steigen, doch nicht alle freuen sich. Schwindel und Kopfschmerzen sind mögliche Begleiter. Eine DWD-Expertin klärt über Wetterfühligkeit auf.
Ein plötzlicher Anstieg der Temperaturen nach einer langen Kälteperiode kann in vielen Gebieten beobachtet werden. Auf diesen Wetterumschwung reagieren einige Menschen nicht nur mit Frühlingsgefühlen, sondern auch mit Beschwerden wie Schwindel, Kreislaufproblemen und Kopfschmerzen. Der Körper muss sich erst an den Wetter-Wechsel anpassen.
Katrin Graw vom Deutschen Wetterdienst, die auf medizinisch-meteorologische Forschung spezialisiert ist, erläutert: „Wetterfühligkeit gibt es wirklich, das ist kein Mythos. Das Wetter beeinflusst viele von uns, wie es uns geht, das kann auch mit wissenschaftlichen Studien belegt werden.“ In einem Gefahrenindex informiert der DWD wie das Wetter die Gesundheit beeinflusst.
Rund die Hälfte der Deutschen ist wetterfühlig – diese Beschwerden können auftreten
Graw hebt hervor: „Wie der Mensch auf das Wetter reagiert, hängt davon ab, wie der allgemeine Gesundheitszustand in dem Moment gerade ist.“ Ein bereits geschwächter Körper kann empfindlicher auf Wetterveränderungen reagieren. Besonders ältere Menschen, Personen mit Vorerkrankungen und Frauen sind häufig betroffen. Eine Umfrage der Universität München und des Allensbach-Instituts zeigt, dass etwa die Hälfte der Deutschen den Einfluss des Wetters auf ihre Gesundheit wahrnimmt. Zu den häufigsten Beschwerden zählen laut der Expertin:
- Abgeschlagenheit
- Müdigkeit
- Unruhe
- Schlafstörungen
- Kreislaufprobleme
- Gelenkschmerzen
Wetterfühligkeit: Schnell steigende Temperaturen führen zu bestimmten Beschwerden
Aktuell könnten sich wegen des Temperaturanstiegs zum Frühlings-Wetter im Februar Symptome wie Schwindel bemerkbar machen. Viele Wetterfaktoren ändern sich gleichzeitig: „Die Temperatur nimmt zu. Wir haben eine Änderung des Luftdrucks, weil sich das Tiefdruckgebiet nähert.“ Auch Wind, Sonne und Feuchtigkeit verändern sich derzeit. „Und all diese Parameter führen dazu, dass sich der Körper verstärkt anpassen muss an diese verschiedenen Änderungen. Das kann zum Beispiel bei Menschen mit niedrigem Blutdruck zu Schwindel führen oder zu Kreislaufproblemen.“
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Der Deutsche Wetterdienst bietet auf seiner Website Unterstützung für Betroffene an. Wetterfühlige Menschen können auf Gefahrenkarten tagesaktuell erkennen, in welchen Regionen Wetterlagen herrschen, die für sie belastend sein könnten. So können beispielsweise Menschen mit rheumatischen Beschwerden prüfen, ob in Norddeutschland eine entsprechende Wetterlage bevorsteht. Graw empfiehlt zudem, sich regelmäßig dem Wetter auszusetzen, etwa durch Spaziergänge, Radfahren oder Wechselduschen. „Dadurch kann man sich anpassen an das Wetter oder auch die Regulationsfähigkeit trainieren.“ (kiba/dpa)
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