September-Wetter verrät‘s
Weiße Weihnachten 2025? Bauernregel gibt erste Schnee-Prognose für die Festtage
Gewitterreiche September-Tage sollen weiße Weihnachten ankündigen, besagt eine Bauernweisheit. Experten warnen jedoch vor falschen Hoffnungen.
Hamm – Die Lebkuchen stehen bereits in den Supermarktregalen, und in den Dekogeschäften funkeln die ersten Weihnachtssterne. Eine alte Bauernregel behauptet, dass das aktuelle September-Wetter bereits jetzt verrät, ob wir uns in diesem Jahr auf Schnee freuen dürfen: „Donnert‘s im September noch, liegt der Schnee um Weihnacht hoch.“
Der September 2025 hat sich bisher als durchaus gewitterreich präsentiert. Bereits zu Monatsbeginn zogen schwere Gewitter mit Starkregen aus dem Süden Deutschlands über die Osthälfte nordostwärts, so der Deutsche Wetterdienst. Weitere Gewitterfronten folgten: Am 9. September bildeten sich erneut Starkregen- und Gewittertiefs über Deutschland, die regional für kräftigen Regen und lokale Überflutungen sorgten. Besonders dramatisch wurde es laut wetter.com am 21. September, als Gewitter mit Hagel, Starkregen und sogar Tornado-Gefahr den Norden und Westen heimsuchten.
Feiern wir in diesem Jahr weiße Weihnachten? Bauernregel im wissenschaftlichen Check
Schauen wir auf das bisherige Wetter im Herbst-Monat September stehen die Chancen auf weiße Weihnachten also nicht schlecht. Allerdings: In den kommenden Tagen wird das Wetter deutschlandweit wieder trockener und freundlicher, mit Temperaturen bis zu 18 Grad. Und auch der Blick der Experten macht nur wenig Hoffnung: Ein wissenschaftlich nachweisbarer Zusammenhang zwischen der Gewitterhäufigkeit im September und einem schneereichen Winter existiert nicht, so wetter.de.
Bäuerliche Wetterweisheiten entwickelten sich über Generationen hinweg durch sorgfältige Naturbeobachtung und den Wunsch, klimatische Erscheinungen zu verstehen, zu einer Zeit, als wissenschaftliche Wetterkunde noch unbekannt war. Diese traditionellen Sprüche bündeln das über Jahrhunderte gesammelte Wissen der Landwirte über meteorologische Gegebenheiten und beschreiben die vermuteten Verbindungen zwischen unterschiedlichen Erscheinungen in der Natur.
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Während einige Bauernregeln durchaus einen wahren Kern haben – besonders bei kurzfristigen Wettervorhersagen anhand von Wolkenbildung oder Windrichtung –, sind langfristige Prognosen über Monate hinweg meteorologisch nicht haltbar. Die komplexen atmosphärischen Prozesse, die unser Winterwetter bestimmen, lassen sich nicht aus Septembergewittern ableiten.
Klimawandel macht Schnee an den Festtagen noch seltener: Erinnerung ans Schneejahr 2010
Die Realität zeigt: Weiße Weihnachten sind in Deutschland ohnehin eine Seltenheit. Der Deutsche Wetterdienst spricht nur dann von „weißen Weihnachten“, wenn vom 24. bis zum 26. Dezember eine mindestens einen Zentimeter dicke Schneedecke liegt. In den vergangenen 120 Jahren kam das der Augsburger Allgemeinen zufolge deutschlandweit genau sechsmal vor, zuletzt 2010.
In den zurückliegenden Jahren zeigten sich die Wintermonate konstant überdurchschnittlich temperiert: Die Winterperiode 2023/24 lag mit einer Abweichung von nahezu vier Grad deutlich über dem langfristigen Durchschnittswert, während auch die Wintersaisons 2022/23 und 2021/22 mit jeweils knapp drei Grad über der Norm lagen.
Auch die Gegenüberstellung der Klimadaten aus den Zeiträumen 1961-1990 und 1991-2020 offenbart einen dramatischen Wandel bei den winterlichen Wetterverhältnissen. Die Wahrscheinlichkeit für eine weiße Weihnacht ist in diesem Vergleichszeitraum um über die Hälfte gesunken. An sämtlichen Feiertagen zwischen dem 24. und 26. Dezember zeigt sich dieser markante Rückgang der Schneechancen, was den fortschreitenden Klimawandel und seine Auswirkungen auf traditionelle Winterwetter-Erwartungen deutlich vor Augen führt. (Quellen: Deutscher Wetterdienst/wetter.com/wetter.de/Augsburger Allgemeine) (jaka)
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