Faszinierendes Projekt

Mammut-Fleischbällchen werden produziert – doch man darf sie erstmal nicht essen

Ein Wollhaarmammut-Fleischball liegt auf einem Teller
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Diesen Wollhaarmammut-Fleischball kreierte eine Gruppe von Forscherinnen und Forschern für ein australische Unternehmen.

Es klingt unglaublich, doch eine Forschergruppe hat eine Frikadelle aus Mammut-Fleisch hergestellt. Allerdings hat das Produkt noch einen Haken.

Frankfurt/Amsterdam – Das Wollhaarmammut ist vor mehreren tausend Jahren ausgestorben. Dennoch finden sich bis heute immer wieder Überreste des Urzeit-Elefanten. Unter den ausgestorbenen Tieren gilt das Wollhaarmammut als eines der am besten erforschten. Nun haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler das Wollhaarmammut mehr oder weniger zum Leben erweckt.

Australisches Lebensmittelunternehmen stellt Mammut-Fleischbällchen her

Ein australisches Lebensmittel-Unternehmen namens Vow präsentierte im Amsterdamer Wissenschaftsmuseum ein Stück Mammut – in Form eines Fleischbällchens. Das Wollhaarmammutfleisch wurde im Labor gezüchtet. Die ursprüngliche Idee, ein Mammut-Fleischbällchen herzustellen, hatte Bas Korsten von der Kreativagentur Wunderman Thompson. Das Unternehmen schenkte seine Fleischkreation dem Museum in Amsterdam, wo es nun ausgestellt wird.

Um es zu kreieren, hatten die Forscherinnen und Forscher zunächst DNA-Sequenzen des Mammuts identifiziert. Die fehlenden DNA-Sequenzen des ausgestorbenen Wollhaarmammuts wurden mit Genen des Afrikanischen Elefanten komplettiert. Dieser ist genetisch der nächste noch lebende Verwandte der Mammuts.

Mammut-Fleischbällchen in den Niederlanden präsentiert – doch probieren darf es noch niemand

Auch wenn Vow auf seiner Homepage mit dem englischen Slogan „We make ridiculously good meat“ (Deutsch: Wir machen verdammt gutes Fleisch) wirbt – einem Geschmackstest wurde das Wollhaarmammut-Fleischbällchen noch nicht unterzogen. „Wir haben noch nicht untersucht, wie der menschliche Körper auf das 4000 Jahre alte Protein reagiert“, erklärte Vow-Mitbegründer Tim Noakesmith, warum noch keiner die Mammut-Frikadelle probieren durfte.

Das Unternehmen möchte im Sinne der Nachhaltigkeit und im Kampf gegen den Klimawandel bei der Fleischproduktion gänzlich neue Wege gehen. „Wir stellen Fleisch aus den tierischen Zellen her, anstatt aus den Tieren selbst“, sagte Noakesmith. Es sollen keine Tiere mehr sterben müssen, um Fleisch herzustellen, lautet das Unternehmenscredo. Eine gesunde Ernährung ist nach den Vorstellungen des australischen Unternehmens also auch ohne das Töten von Tieren möglich.

Die Gletscher schmelzen – So verändert der Klimawandel die Erde

Die Erde erwärmt sich, die Gletscher schmelzen. Links zu sehen ist der Okjökull-Gletscher auf dem Gipfel des Vulkans Ok auf Island im September 1986. Im August 2019 (rechtes Bild) ist von dem einstigen Gletscher nur noch ein kleiner Eisfleck übrig geblieben.
„Zieht die Notbremse“ steht auf dem Schild, das ein Mädchen in Island trägt. Sie ist unterwegs zu einer Gedenkveranstaltung für den früheren Gletscher Okjökull. Forschende zeigen immer wieder, dass die Zeit drängt: Die Eismassen der Erde schmelzen immer schneller, der Meeresspiegel steigt und die Ozeane werden warm und sauer.
Wichtige Gletscherteile des Titlisgletschers werden vor dem Sommer 2018 mit Vlies bedeckt, um sie in den warmen Sommermonaten vor dem Schmelzen zu schützen. Rund 6000 Quadratmeter Vlies sollen bis zum Herbst die Eishöhe von bis zu anderthalb Metern schützen.
Der Nevado Huascarán ist mit 6768 Metern der höchste Berg Perus. Das Eis am Gipfel des Bergs ist tausend Jahre alt und soll Forschenden Informationen rund um den Klimawandel liefern. Bei einer Expedition im Jahr 2019 wurden Eisproben entnommen.
Die Gletscher schmelzen – So verändert der Klimawandel die Erde

Italiens rechtspopulistische Regierung plant Gesetz zum Verbot von Laborfleisch

Mit seinem Konzept stößt das Biotech-Unternehmen aber bereits auf Gegenwehr. Die italienische Regierung verkündete am Dienstag (28. März), dass man Laborfleisch verbieten wolle. Ein entsprechender Gesetzentwurf wurde am Dienstagabend beschlossen. So soll in Italien ein Verbot sowohl für die Herstellung als auch den Verkauf künstlich hergestellter Lebensmittel gelten.

Laut Gesundheitsminister Orazio Schillaci folge man „dem Prinzip der Vorsicht“. Das Mitglied der rechtspopulistischen Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni behauptete, dass es „keinen wissenschaftlichen Beweis“ gebe, dass der Konsum von „synthetisch hergestellten Lebensmitteln keine schädlichen Auswirkungen“ habe. Wer künftig gegen das geplante Gesetz verstößt, könnte ordentlich zur Kasse gebeten werden. Ein Verstoß gegen das Verbot, das insbesondere die Herstellung von Fleisch im Labor auf der Basis von tierischen Stammzellen im Visier hat, hätte Geldstrafen von bis zu 60.000 Euro zur Folge. Allerdings muss das italienische Parlament dem Gesetzentwurf noch zustimmen.

Ob es bald auch in Deutschland künstlich erzeugte Lebensmittel zu kaufen gibt, ist derzeit noch unklar. Einen Antrag, solche Lebensmittel produzieren oder vermarkten zu dürfen, hat innerhalb der EU noch niemand gestellt. (kh)

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