Vulkanologen warnen
Angst vor Ausbruch von Supervulkan: Erdbeben nahe Ferienort Italiens
Ein Beben erschüttert erneut die Region nahe Neapel. Es ist ein weiteres in einer Reihe von gefährlichen Ereignissen im vulkanischen Gebiet Italiens.
Neapel – Seit Jahren steht die Region um Neapel unter genauer Beobachtung. Die italienischen Behörden hatten erst im März die Alarmstufe Gelb ausgerufen – die Möglichkeit eines Ausbruchs von Italiens Supervulkan besteht. Die Regierung und der Zivilschutz haben umfassende Maßnahmen ergriffen, um im Falle eines Ausbruchs vorbereitet zu sein. Am Dienstag bebte nun die Erde erneut – ganz in der Nähe der berühmten Küstenstadt Positano, südöstlich von Neapel. Am Mittwoch kam es auch in der Türkei-Metropole Istanbul zu einem Erdbeben.
Erdbeben nahe Millionenstadt Italiens: „Seismische Ereignis“ schürt Angst vor Ausbruch von Supervulkan
Die Details zum aktuellen Beben waren zunächst spärlich: Italienische Erdbebenstellen meldeten ein „seismische Ereignis“ um 13:54 Uhr im Golf von Salerno – das Erdbeben wies eine Stärke von 2,5 auf. Das Ereignis, lokalisiert von der seismischen Überwachungsstelle des INGV, hatte sein Epizentrum in einer Tiefe von einem Kilometer. Das Beben ereignete sich nur wenige Wochen nach den letzten Aktivitäten in der Region Italiens – einem Rekord-Erdbeben am Supervulkan. Zum aktuellen Beben liegen keine Meldungen über Schäden vor.
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Mitte März war ein Beben mit einer Stärke von 4,4 in den Phlegräischen Feldern registriert worden, einem Gebiet, das für seine vulkanische Aktivität bekannt ist – und ganz in der Nähe des Bebens vom Dienstag liegt. Das Epizentrum lag beim März-Beben in einer Tiefe von 2,5 Kilometern und verursachte Panik unter den Anwohnern. Viele Menschen verließen in Angst ihre Häuser und suchten Schutz auf den Straßen. Berichte von Verletzungen und Sachschäden, darunter eingestürzte Dachböden und Risse in Gebäuden, sorgten für zusätzliche Besorgnis. „Es hört einfach nicht mehr auf“, hieß es da zu den Erdbeben in Süditalien.
Vulkanologen warnen vor möglichen Ausbrüchen: Eruption von Supervulkan in Italien möglich
Vulkanologen sind besorgt, dass die jüngsten Erdbeben Vorboten eines bevorstehenden Vulkanausbruchs sein könnten. Die Phlegräischen Felder werden kontinuierlich überwacht – sie gelten als Italiens Supervulkan (siehe Info-Kasten). So sollen Anzeichen für eine mögliche Eruption frühzeitig erkannt werden. Trotz moderner Messtechnik bleibt eine gewisse Unsicherheit. Ein Ausbruch könnte katastrophale Folgen haben, darunter pyroklastische Ströme, Ascheregen über weite Teile Europas und globale Klimaeffekte.
Die Phlegräischen Felder: Italiens geheimnisvolle Vulkanlandschaft
Die Phlegräischen Felderwestlich von Neapel mit einer Vertiefung von etwa 15 Kilometern Durchmesser, die vor rund 39.000 Jahren durch eine gewaltige Supereruption entstand. Das Gebiet umfasst mehr als 200 Quadratkilometer und ist dicht besiedelt, etwa 350.000 Menschen leben direkt dort. Der letzte Ausbruch fand 1538 statt, als der Monte Nuovo entstand. Heute gelten die Felder als Italiens Supervulkan.
In den letzten Jahrzehnten hebt sich der Boden der Phlegräischen Felder deutlich, zuletzt mit einer Rate von bis zu 30 Millimetern pro Monat, begleitet von zahlreichen Erdbeben.
Das Nationale Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV) überwacht die Region kontinuierlich. Vulkanologen sind sich einig, dass die moderne Messtechnik helfen könnte, eine bevorstehende Eruption rechtzeitig zu erkennen. Dennoch gibt es unterschiedliche Meinungen über die Dringlichkeit der Lage. Während einige Experten die Gefahr eines unmittelbar bevorstehenden Ausbruchs sehen, sind andere der Meinung, dass die Situation derzeit unter Kontrolle ist.
Für Reisende und die allgemeine Öffentlichkeit gibt es derzeit keine offiziellen Reisewarnungen für die Region. Das Auswärtige Amt empfiehlt jedoch, Vorsicht walten zu lassen und sich regelmäßig über die aktuelle Lage zu informieren.