Plötzlich viel teurer

Vergleich von fünf günstigen Fluggesellschaften: Zusatzkosten lassen „Billigflug“ teuer werden

Billig-Fluggesellschaften werben mit niedrigen Preisen. Bei der Buchung fallen aber oft Zusatzkosten an. Vor allem bei einer Sache langen die Airlines zu.

München – Wer seine nächste Reise plant und checkt, welcher Flug am günstigsten ist, der landet schnell bei Billig-Airlines wie Eurowings, EasyJet, Vueling, Wizzair oder Ryanair. Die Flugreise kostet meist nur einen Bruchteil dessen, was andere Unternehmen aufrufen – doch unerwartete Zusatzkosten lassen den Preis während der Buchung schnell steigen.

Versteckte Zusatzkosten bei der Flugbuchung: Nicht immer bleibt ein Billigflug bei der Buchung billig

Versteckte Kosten können zum Beispiel bei der Größe des Handgepäcks, der Mitnahme von Aufgabegepäck, der Wahl des Sitzplatzes, Essen im Flieger oder anderen Serviceleistungen anfallen. Zusätzliche Gebühren, die sich schnell summieren können. Auf der anderen Seite winken Extra-Rabatte zu speziellen Anlässen wie Ostern oder Black Friday auf den Grund-Flugpreis. Bei den Low-Cost-Airlines bewährt sich das individuelle Preisgestaltungssystem aber offenbar, denn auch traditionelle Airlines übernehmen das Konzept mehr und mehr.

Das Unternehmen Flightright veröffentlichte daher kürzlich eine Übersicht, welche Gepäck-Zusatzkosten bei den fünf Billig-Airlines Ryanair, EasyJet, Wizzair, Vueling und Eurowings blühen:

Übersicht der Zusatzkosten für Gepäck und Sitzreservierungen von Ryanair, EasyJet, Wizzair, Vueling und Eurowings.

Billig-Airline lockt sogar mit Flug-Flatrate

Ein anderer Anbieter, Wizzair, testet dagegen derzeit eine ganz neue Strategie und bietet eine „All you can fly“-Flatrate an. Reisende zahlen hier einen festen Preis von 599 Euro pro Jahr und können dann unbegrenzt internationale Strecken der Airline nutzen. 

Aber auch hier gibt es natürlich einen Aufpreis-Haken: Für jede Flugbuchung ist eine Gebühr von 9,99 Euro zu zahlen, Hand- als auch Aufgabegepäck sind nicht inbegriffen. Flugbuchungen können nur innerhalb eines 72-Stunden-Fensters vor dem Abflug vorgenommen werden, abhängig von der Verfügbarkeit, und dann nicht mehr geändert werden. Für lange geplante Urlaube wird dieses Angebot also eher schwierig.

„Zunehmend schwierig, Endpreis zu überblicken“: Expertin warnt vor Überraschungskosten

Feyza Türkön, Fluggastrechtsexpertin bei Flightright, erklärt dazu: „Für Verbraucher wird es zunehmend schwierig, den wirklichen Endpreis eines Fluges zu überblicken, wenn grundlegende Serviceleistungen separat berechnet werden. Das erschwert eine klare Preistransparenz und kann die erhofften Ersparnisse schnell zunichtemachen.“

Ihr Rat: „Unser Rat an Reisende ist, die Zusatzkosten der Airlines genau zu prüfen, bevor sie sich für ein vermeintlich günstiges Ticket entscheiden. Ein genauer Blick auf die Konditionen hilft dabei, Überraschungen zu vermeiden und das beste Angebot zu finden.“

Easyjet und Ryanair sind zwei der Airlines, die für Gepäckstücke Extragebühren verlangen.

Billig-Airlines sparen auch an ihren Fixkosten – Standort Deutschland verliert Verbindungen

Um die Kosten so gering wie möglich zu halten, strichen Ryanair, Eurowings und Condor zuletzt auch zahlreiche Verbindungen. Warum? Unter anderem wegen der Luftverkehrssteuer, die am 1. Mai 2024 von der Bundesregierung erhöht wurde. Ebenso gibt es hohe Sicherheits- und Flugsicherungsgebühren. Zusätzlich werden die Angebote immer mehr rein auf Online verlagert. Ryanair beispielsweise gab kürzlich erst bekannt, 2025 die Schalter am Flughafen abzuschaffen – Ein Check-in ist dann nur noch per App möglich. Auch hier können Kosten gespart werden.

Das Konzept geht auf. So erzielt allein Ryanair in den ersten sechs Monaten 2024 einen Gewinn von 1,79 Milliarden Euro. Und das mit einem 18-prozentigen Gewinnrückgang im Vergleich zum Vorjahr infolge von Preissenkungen bei den Flugtickets, wie das Handelsblatt berichtet. Nicht auf jedem Markt geht das gut. Die kanadische Billigfluggesellschaft „Canada Jetlines“ musste zuletzt Insolvenz anmeldet. (jh)

Rubriklistenbild: © Hubert Psaila Marie/ABACA/IMAGO/Symbolfoto

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