Tipps und Tricks

Heizung richtig entlüften: Verbraucher sollten diese Fehler vermeiden

Gluckert zu Beginn der Heizperiode die Heizung und wird nicht warm? Vermutlich sollte man sie dann entlüften. Es kommt auf das richtige Vorgehen an.

Hamm – Im Oktober, der 2023 viele Änderungen bringt, wird in vielen Haushalten wieder die Heizung aufgedreht. Gerade bei alten Geräten kennen manche aber die bekannten Probleme, wenn die Heizkörper über einen längeren Zeitraum nicht in Anspruch genommen worden sind. Die Heizung wird dann oft nicht richtig warm, gluckert nur. Gemütlich geht anders. Wer seinen Heizkörper richtig entlüftet, wird es aber bald schon wieder wohlig warm in der Wohnung oder im Haus haben. Dabei sollte man allerdings Fehler vermeiden.

Heizkörper zu Beginn der Heizperiode richtig entlüften

„Herbstliche Temperaturen abends und am Morgen wecken immer mehr Heizungen aus dem ‚Sommerschlaf‘“, erklärt der Deutsche Verband Flüssiggas (DVFG). Wenn sich Heizkörper dann nicht richtig erwärmen und gluckern, lasse sich das Problem bereits durch richtiges Entlüften lösen.

Heizkörper aus dem Winterschlaf holen

Schlecht entlüftete Heizkörper arbeiten ineffizient und verursachen höhere Energiekosten. Luft im Heizungssystem kann außerdem zu einem gluckernden Geräusch führen und dafür sorgen, dass Heizkörper kalt bleiben.

Wenn Heizungen gluckern, sollten sie entlüftet werden

„Der Grund für das Gluckern ist häufig Luft, die sich im Heizungssystem sammelt“, sagt Markus Lau, Technikexperte beim Deutschen Verband Flüssiggas e. V. (DVFG). „Luft leitet Wärme schlechter als Wasser. Dadurch arbeiten schlecht entlüftete Heizkörper ineffizient und verursachen höhere Energiekosten.“

Wer seine Heizung nun richtig entlüften möchte, um Geld und Energie während der Heizperiode zu sparen, sollte vier Tipps des Experten beherzigen. Markus Lau hat sie parat:

  • 1. Das richtige Equipment und der passende Entlüftungsschlüssel: „Um Luft aus Heizkörpern zu entfernen, braucht es einen passenden Entlüftungsschlüssel, den es für wenige Euro im Baumarkt zu kaufen gibt“, sagt Markus Lau. Weiterhin wichtig sein „ein Becher und ein Lappen zum Auffangen des austretenden Wassers“.
  • 2. Heizung und Umwälzpumpe ausschalten: „Am besten nach dem Ausschalten mindestens eine halbe Stunde warten. Dann hat sich das Heizungswasser abgekühlt und die Luftbläschen haben sich im Heizkörper gesammelt“, sagt Markus Lau. Beim Entlüften sei man dann vor heißem Spritzwasser geschützt. Nach dieser Wartezeit die Heizkörperthermostate voll aufdrehen.
  • 3. In der richtigen Reihenfolge entlüften: Anschließend sollte man mit dem Entlüftungsschlüssel das Entlüftungsventil vorsichtig gegen den Uhrzeigersinn aufdrehen und den Becher bereithalten, um das Wasser aufzufangen. Zunächst entweiche zischend Luft aus dem Entlüftungsventil. „Sobald nach kurzer Zeit konstant Wasser austritt, das Entlüftungsventil schnell wieder schließen. Mit einem Lappen das Ventil abtrocknen und kontrollieren, ob es dicht ist. Bleibt das Ventil anschließend trocken, ist es wieder korrekt verschlossen“, sagt Lau. Und mit welchem Heizkörper anfangen? „Effizientes Entlüften beginnt idealerweise mit dem Heizkörper, der der Heizungsanlage am nächsten liegt. Anschließend dann den jeweils nächstgelegenen entlüften“, rät der DVFG-Technikexperte.
  • 4. Nach der Entlüftung Heizung wieder anstellen: Sind alle Heizkörper vollständig entlüftet, könne die Heizungsanlage wieder eingeschaltet werden. „Ist das Gluckern verschwunden, läuft die Heizung optimal – energieeffizient und kostensparend“, sagt Markus Lau. Wichtig: „Zum Abschluss unbedingt noch einmal den Wasserdruck der Heizungsanlage prüfen. Ist er nach dem Entlüften zu niedrig, sollte Wasser nachgefüllt werden“, so Markus Lau.

Heizung richtig entlüften – dann sollten die Probleme verschwinden

Wer in diesen vier Schritten seine Heizung richtig entlüftet, sollte eigentlich keine Probleme mehr haben. „Werden die Heizkörper auch nach dem Entlüften nicht richtig warm und das ‚Gluckern‘ der Heizung ist weiterhin zu hören, sollte eine Fachkraft für Sanitär, Heizung und Klima verständigt werden“, sagt Experte Markus Lau.

Rubriklistenbild: © Stefan Kiefer/Imago

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