Nach ADAC-Umfrage
Überbehütend, aber gefährlich – Elterntaxi für Schulweg in Kritik
Viele Eltern bringen ihre Kinder mit dem Auto zur Schule. Dabei wird das Elterntaxi gleichzeitig als überbehütend und als gefährlich kritisiert. Welche Lösung der ADAC empfiehlt:
Vielerorts in Deutschland enden bereits die Sommerferien und schon heißt es wieder: morgendlicher Stress, die Müdigkeit sitzt noch in den Knochen, die Zeit drängt – die Schule beginnt in 15 Minuten. Dann scheint oft die einfachste Lösung, das Kind mit dem Auto zur Schule zu bringen. Doch aus verschiedenen Gründen rät der ADAC vom „Elterntaxi“ ab.
Verkehrschaos durch Elterntaxi – gefährliche Situationen für Kinder vor der Schule
Der ADAC führt im Frühjahr 2023 eine Umfrage zum Thema Schulwegsicherheit durch. Dabei kommt der Verkehrsclub zu dem Ergebnis: Fast ein Viertel der Kinder gelangt mittels Elterntaxi zur Schule. Mit leichten Schwankungen je nach Jahreszeit handelt es um 17 bis 22 Prozent. Mehr als die Hälfte dieser Kinder wird direkt vors Schulgebäude gefahren. Der Rest an sogenannten Elternhaltestellen abgesetzt.
Die Folge: Verkehrschaos. Dabei entstehen laut ADAC-Umfrage immer wieder gefährliche Situationen – gerade für die Kinder, die man eigentlich sicher in die Schule bringen will. Selbst die, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule fahren, bewerten das Elterntaxi als negativ. Auch in der Kritik stand kürzlich das Kultusministerium in Baden-Württemberg für eine umstrittene Werbung für den Lehrerberuf.
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— ADFC (@FahrradClub) August 4, 2023
Überbehütend – und dennoch gefährlich: ADAC kritisiert Elterntaxis
Der Verkehrsclub kritisiert das Elterntaxi zugleich als überbehütend – und dennoch gefährlich. Die Absicht dahinter sei zwar eine gute – jedoch schossen Eltern mit ihrer „Taxifahrt“ meist über das Ziel hinaus. Statt den Kindern zu helfen, enthalte das Elterntaxi einen wichtigen Lerneffekt vor.
Indem die Kleinen früh altersgerecht an Verkehrssituationen und das Meistern des Schulwegs herangeführt würden, hätten sie überhaupt erst die Möglichkeit, ein wichtiges Verkehrsverständnis und Risikobewusstsein zu entwickeln. Was schlägt also der ADAC stattdessen für den Schulweg vor?
Wichtig für Kinder: Sicher allein zur Schule gehen
Sofern der Weg sicher ist, sollten Kinder laut ADAC bereits ab der ersten Klasse lernen, alleine zur Schule zu gehen. Viele Schulen bieten hierfür Pläne für sichere Lauf- und Fahrtwege. Oberstes Gebot ist dennoch weiterhin die Sicherheit: Nicht der kürzeste Weg ist der richtige, sondern jener, auf dem die wenigsten Gefahren lauern.
Wer sich dennoch nicht vorstellen kann, das Kind den ganzen Weg zur Schule allein meistern zu lassen, für den sind sogenannte „Walking-Busse“ eine Option. Dabei sammeln sich die Schulkinder auf dem Weg zu bestimmten Zeitpunkten an festgelegten Orten, um von dort aus gemeinsam weiterzugehen. Eltern können ihre Kinder anfangs noch begleiten. Sitzt der Laufweg einmal, schaffen die Kleinen das schon.
Sicherer Schulweg für Kinder: Haltezonen für Elterntaxis
Hat der Nachwuchs den Schulweg gemeistert, entlastet das nicht nur den Verkehr, die Umwelt und die Zufahrt zum Schulgelände. Für Kinder wird der Weg zur Schule sicherer und Eltern haben morgens und nachmittags weniger Stress und mehr Zeit. Gegen die Müdigkeit gibt es immerhin noch Kaffee. Konnte man den Stau auf der Urlaubsfahrt nicht vermeiden, lässt man das Auto vielleicht auch lieber einmal stehen.
Für alle, die ihre Kinder unbedingt mit dem Auto zur Schule bringen müssen, zum Beispiel, weil der Weg zu weit oder aus anderen Gründen zu unsicher ist, sind Elternhaltestellen eine Option. Dabei handelt es sich um Haltezonen, an denen man die Kinder sicher und entspannt absetzen und abholen kann. (paw)
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