Umweltschädliche Früchte

Welche Erdbeeren man vermeiden sollte – schädliches Obst nicht kaufen

Überall gibt es schon jetzt frische Erdbeeren, die mit ihrem süßen Duft locken. Leider sind diese sogenannten Früh-Erdbeeren aus südlichen Ländern importiert und das auf erhebliche Kosten von Klima und Umwelt.

Die meisten Erdbeeren, die es jetzt schon im Supermarkt zu kaufen gibt, stammen aus Spanien, und zwar überwiegend aus der Region um Huelva im Südwesten des Landes. Dabei handelt es sich um eine der trockensten Regionen Spaniens, nach Angaben des World Wildlife Fund (WWF) reiht sich hier auf mehr als 10.000 Hektar, da wo früher Pinienwälder standen, Erdbeerplantage an Erdbeerplantage. HEIDELBERG24 erklärt, warum man von diesen Früchten die Finger lassen sollte.

Nährwerte zur Erdbeerepro 100 g
Energie39 kcal
Kohlenhydrate6 g
davon Zucker5,6 g
Ballaststoffe3,8 g
Fett0,5 g
Vitamin C56 mg
Vitamin E0,3 mg
Betacarotin3 µg
Magnesium12 mg
Eisen0,2 mg
Kalium140 mg

Woher kommen Erdbeeren im Frühling?

Die meisten Erdbeeren, die es bei uns im Frühling zu kaufen gibt, werden unter hohem Wasserverbrauch, intensivem Düngereinsatz und zum Teil auf illegalen Flächen in Spanien angebaut. Die süßen Früchte werden mit dem Flugzeug zu uns transportiert und haben so insgesamt einen sehr hohen CO₂-Fußabdruck. Obwohl Erdbeeren zu den gesündesten Obstsorten zählen, sollte man im April deshalb noch auf sie verzichten. Weitere Tipps zur gesunden Ernährung können Sie hier nachlesen.

Noch früher im Jahr kommen Erdbeeren aus Marokko, Ägypten, Israel, Neuseeland und Mexiko. Im Frühling sind es aber vor allem spanische Erdbeeren, die mit einem riesigen logistischen Aufwand nach Deutschland transportiert werden. Das liegt daran, dass Erdbeeren nach dem Pflücken sehr schnell verzehrt werden müssen, da sie sonst Druckstellen bekommen und anfangen zu verderben. Erdbeeren schmecken sehr lecker im Müsli, welche Haferflocken dazu die gesündesten sind, erfahren Sie hier.

Von Früh-Erdbeeren aus Spanien sollte man besser die Finger lassen.

Warum sind Früh-Erdbeeren so schädlich?

Grundsätzlich sind Früh-Erdbeeren aus Spanien und anderen südlichen Ländern sehr empfindlich gegen Fäule und Pilzkrankheiten. Das hat zur Folge, dass sie im konventionellen Anbau unter viel Einsatz von Chemie angebaut werden. Kein Wunder also, dass sich hier oft Reste von Pestiziden finden lassen. Neben dem großen Wasserproblem und dem hohen CO₂-Fußabdruck sind Früh-Erdbeeren also auch noch oft mit Pflanzenschutzmitteln belastet.

Bereits 2008 fand Greenpeace bei 78 Prozent der Erdbeeren aus konventionellem Anbau Pestizidrückstände und diese Bilanz hat sich seitdem mit Sicherheit durch Dürren und Monokultur nicht verbessert. Bei Untersuchungen lagen die Belastungen allerdings zum großen Teil im zulässigen Rahmen. Für die menschliche Gesundheit besteht also keine unmittelbare Gefahr, allerdings sollte man möglichst zu Bio-Früchten greifen, wenn man Früh-Erdbeeren kaufen will.

Erdbeeren lieber regional und saisonal kaufen

Auch wenn die Versuchung groß ist und Erdbeeren mit ihrem hohen Anteil an Vitamin C besonders gesund sind, sollten wir uns gedulden und abwarten, bis es dann im Mai endlich die ersten deutschen Erdbeeren zu kaufen gibt. Doch auch im deutschen Erdbeer-Anbau werden Pestizide eingesetzt, deshalb auch hier am besten auf Bio-Ware setzen und beim Einkauf auf das Plastikschälchen verzichten.

Wer beim Erdbeerhof in der Nähe einkauft, kann sich direkt beim Erzeuger über die Anbau- und Ernteverhältnisse informieren. So werden lange Transportwege vermieden und die regionale Landwirtschaft unterstützt. Erdbeeren kann man auch ziemlich einfach zu Hause im Garten oder auf dem Balkon anbauen. Die eigene Ernte schmeckt doch immer am besten. Welches Obst noch besonders gesund ist, zeigt Ihnen diese Liste.

Erdbeer-Anbau in Deutschland geht immer weiter zurück

Leider geht der Erdbeer-Anbau in Deutschland durch hohe Lohnkosten und trockene Sommer immer weiter zurück. Zudem führen oft späte Fröste zu Ernte-Ausfällen, was dazu führt, dass immer mehr Landwirte sich gegen Erdbeeren und stattdessen zum Beispiel für Spargel entscheiden. Ungünstigerweise fördert das wiederum den Verkauf von Erdbeeren aus dem Ausland, denn die können günstiger produziert werden. Worauf man bei Spargelkauf achten sollte, erfahren Sie hier

Aktuell werden in Deutschland auf circa 15.000 Hektar Erdbeeren angebaut. Das entspricht einer Fläche in etwa so groß wie Schleswig-Holstein. Dabei sind die Erdbeer-Anbauflächen laut Statistischem Bundesamt in Deutschland insgesamt von 19.123 Hektar im Jahr 2014 auf 14.862 Hektar im Jahr 2022 gesunken. Der Bio-Anbau spielt in Deutschland mit nur 250 Hektar eine vergleichsweise untergeordnete Rolle und ist seit Jahren rückläufig. (khei)

Rubriklistenbild: © Michael Bihlmayer/IMAGO

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