Sicher durch das Unwetter
Autofahren bei Sturm: Darauf sollten Sie bei schweren Böen achten
Der nächste schwere Sturm zieht über NRW - sogar mit Orkanböen. Viele müssen mit dem Auto fahren. Welche Tipps der ADAC für eine sichere Fahrt gibt.
Hamm - Über NRW zieht aktuell ein schwerer Sturm. Nach Ylenia kam am Freitag auch noch Orkan Zeynep. Auch für Autofahrer können die schweren Böen zur Gefahr werden.
| Sturm | Windgeschwindigkeiten von über 75 km/h |
| Schwerer Sturm | Windgeschwindigkeiten bis 102 km/h (Stärke 10) |
| Orknartiger Sturm | Windgeschwindigkeiten bis 117 km/h (Stärke 11) |
| Orkan | Windstärke 12 |
Der ADAC in NRW gibt deshalb Tipps für alle, die mit dem Pkw durch den Sturm müssen. Die wichtigste Empfehlung liegt dabei auf der Hand: Autofahrer sollten - wenn möglich - ihr Fahrzeug stehen lassen und auf nicht unbedingt notwendige Fahrten verzichten, heißt es in einer Pressemitteilung des ADAC.
Autofahren bei Sturm in NRW: Langsamer für sichere Fahrt
Doch auch bei Sturm und Orkan lassen sich nicht alle Wege mit dem Auto vermeiden. Für eine sichere Fahrt empfiehlt ADAC-Verkehrsexperte Roman Suthold „defensiv fahren, die Geschwindigkeit reduzieren, beide Hände ans Lenkrad nehmen und sich voll auf die Straße konzentrieren“.
Gefahr droht vor allem durch umstürzende Bäume oder herabfallende Äste - damit müssten Autofahrer jederzeit rechnen, so der ADAC. Durch Wind oder Sturm könnten andere Autofahrer zudem plötzlich anders reagieren als erwartet. Der Verkehrsexperte empfiehlt deshalb, alle Ablenkungsquellen wie laute Musik auszuschalten. Auch sollte nicht mit der Freisprecheinrichtung telefoniert werden.
Autofahren bei Sturm in NRW: Bei Böe kontrolliert gegenlenken
Außerdem rät der ADAC, langsamer zu fahren. Wird das eigene Auto während der Fahrt von einer Böe erfasst, ist es so nämlich leichter, kontrolliert gegenzulenken. Außerdem sollten baumreiche Strecken gemieden werden. Besonders groß ist die Gefahr, von einer heftigen Böen erfasst zu werden, auf Brücken und in Waldschneisen. Deshalb raten die Experten dazu, auf entsprechende Hinweisschilder zu achten.
Besondere Vorsicht gilt auch beim Überholen von Lastwagen und Bussen: „Schon beim Eintauchen in den Windschatten des überholten Fahrzeugs verändert das Auto seine Richtung. Nach dem Überholvorgang wird es dann wieder voll vom Seitenwind erfasst“, warnt Suthold.
Gefährlicher wird es auch durch Dachlasten wie Skiboxen. Wegen der größeren Aufprallfläche erhöht sich die Wirkung des Sturms, warnt der ADAC. Besonders anfällig für Seitenwind seien Wohnmobile und Wohnwagen-Gespanne sowie Busse und Lkw. Diese Fahrzeuge könnten im schlimmsten Fall sogar umkippen.
Autofahren bei Sturm in NRW: Zehn Tipps des ADAC
- 1. Auf nicht unbedingt notwendige Fahrten verzichten
- 2. Defensiv fahren und Geschwindigkeit reduzieren
- 3. Beide Hände ans Lenkrad und volle Konzentration auf die Straße
- 4. Ablenkungsquellen wie Musik ausschalten und nicht telefonieren
- 5. Mehr Zeit für die Fahrt einplanen
- 6. Kontrolliert gegenlenken, wenn das Auto von einer Böe erfasst wird
- 7. Baumreiche Strecken meiden
- 8. Auf Brücken und in Waldschneisen Hinweisschilder beachten
- 9. Besondere Vorsicht beim Überholen von Lkw und Bussen
- 10. Dachboxen aufgrund der Sturmanfälligkeit abbauen
Gefährlich wird es bei schwerem Sturm nicht nur im Auto. Auch Haus und Garten müssen geschützt werden. Eltern und Arbeitnehmer sollten zudem beachten, welche Rechte und Pflichten sie bei Sturm haben.
Rubriklistenbild: © Matthias Bein/dpa
