Bedeutung erklärt
Seltenstes Verkehrszeichen gibt es nur 13 Mal - Autofahrer dürfen es ignorieren
Ein Verkehrsschild gibt es in Deutschland nur 13 Mal – und ist damit das seltenste des Landes. Die Bedeutung ist vielen unbekannt. Aber das ist nicht schlimm.
Hamm - Im Dschungel der zahlreichen Verkehrsschilder kommen Autofahrer und weitere Verkehrsteilnehmer durchaus durcheinander. Einige Zeichen und Markierungen tauchen beinahe an jeder Straße auf und werden nur noch im Augenwinkel zur Kenntnis genommen. Anderen jedoch werfen sie ob ihrer Bedeutung Fragen auf. So auch das seltenste Verkehrszeichen Deutschlands. Denn das gibt es nur 13 Mal und ist nur auf einer einzigen Autobahn zu finden.
Seltenstes Verkehrszeichen gibt es nur 13 Mal - Autofahrer dürfen es ignorieren
Verkehrsteilnehmer in Nordrhein-Westfalen haben es möglicherweise noch nie und wenn überhaupt auf Fotos gesehen. Wer jedoch auf Reisen gen Süden ist, könnte das skurril-aussehende Schild bereits gesehen haben. Das rund 70 Zentimeter große Verkehrszeichen mit schwarz-weißem Muster wurde entlang der A9 aufgestellt zwischen Pfaffenhofen und dem Kreuz Holledau nördlich von München.
Identifizieren lassen sich die abgebildeten, kryptischen Muster kaum, zu erkennen sind Kreise, Drei- und Vierecke. Gut für alle Autofahrer: Sie können das sogenannte „Landmarkenschild“ offiziell ignorieren, zumal es für sie überhaupt nicht aufgestellt wurde. Die 13 Landmarkenschilder auf der A9 dienen vielmehr als QR-Codes. Bei dem Autobahnabschnitt handelt es sich um eine Teststrecke für autonomes Fahren und Assistenzsysteme.
Landmarkenschild ist seltenstes Verkehrszeichen Deutschlands - was es bedeutet
Fahren entsprechende für den Test ausgelegte Autos an den Verkehrsschildern vorbei, empfangen Sensoren die auf dem Verkehrsschild hinterlegten Informationen. Die im Testauto eingebauten Rechner berechnen so zentimetergenau die aktuelle Position des Fahrzeugs auf der Fahrbahn.
Seit 2016 dient die Teststrecke nördlich von München als sogenannte „Digitale Testfeld Autobahn“ (DTA). Auf ihr soll die Technik bezüglich autonomes Fahren erprobt, getestet und mit Hilfe der erhaltenen Ergebnisse verbessert werden. Die 13 Landmarkenschilder sind jeweils im Abstand von 2,5 Kilometern aufgestellt. „Automatisierte und vernetzte Fahrzeuge steuern hochpräzise über die Fahrbahn. Zusammen mit modernster Sensorik und einer zentimetergenauen digitalen Karte sind die neuen Schilder ein weiterer Baustein auf dem Weg zur ersten volldigitalisierten und vollvernetzten Straße“, sagte der ehemalige Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt bei der Einführung der Schilder im Jahr 2016.
Nicht nur Verkehrsschilder, auch Fahrbahnmarkierungen sorgen immer wieder für Verwirrung bei Autofahrern. So auch die „Haifischzähne“, die sich vor zahlreichen Kreuzungen finden. Ebenso für viele unklar ist die Bedeutung der doppelt gestrichelten Mittellinie.
Rubriklistenbild: © Matthias Balk/dpa
