Geldabzocke bei Online-Bezahldienst

Gefährliche PayPal-Betrugsmasche: So werden gutgläubige Nutzer abgezockt

Eine raffinierte Betrugsmasche zielt auf PayPal-Kunden ab, indem sie deren Hilfsbereitschaft schamlos ausnutzt. So sollten Kunden darauf reagieren.

Bremen – Ein Geldbetrag landet auf ihrem PayPal-Konto, mit dem sie nicht gerechnet haben. Kurze Zeit später erhalten sie als Kunde oder Kundin eine Email von einer unbekannten Person. Sie bittet sie, das Geld via PayPal über die „Familie und Freunde“-Funktion zurükzuüberweisen, da es sich angeblich um eine Fehlüberweisung handelt. Gutglaübige Nutzerinnen und Nutzer reagieren umgehend mit einem Klick darauf und schon ist ihr Geld weg – für immer. Denn auch PayPal bucht jetzt den Betrag vom Konto des Kunden bzw. der Kundin ab. Die zurückgebuchte Summe wird somit zum Verlust der Kunden und Kundinnen.

So und mit weiteren Tricks machen Cyberkriminelle das Internet unsicher. Die Schäden gehen in die Milliarden. Der Digitalverband Bitkom beziffert die Höhe der entstandenen Schäden durch Cybercrime im Jahr 2022 auf 203 Milliarden Euro. Das berichtet das Bundeskriminalamt (BKA).

PayPal-Geldabzocke: Welchen Fehler haben die Kriminellen ausgenutzt?

Welchen fatalen Fehler aber begehen die PayPal-Kundinnen und -Kunden mit ihrer Gutgläubigkeit? Hätten sie das Geld anstatt es zurückzugeben behalten, wäre dies einer „ungerechtfertigten Bereicherung“ (BGB § 812 Abs.1 Satz1) gleichgekommen. Sie müssen handeln – allerdings machen es viele offenbar nicht richtig.

Der von PayPal zugesicherte Käuferschutz tritt nicht in Kraft, sobald der vertrauensvolle Kunde oder die vertrauensvolle Kundin das Geld über die Option „Freunde und Familie“ zurückschickt. Demnach ist das überwiesene Geld unwiderruflich verloren. Denn die Nutzung der „Freunde und Familie“-Zahlungsfunktion umgeht den Käuferschutz, wie auf den PayPal-Webseiten eindeutig nachzulesen ist: „Zahlungen im persönlichen Bereich, darunter auch Zahlungen über die PayPal-Funktion ‚Freunde und Familie‘, sind vom Käuferschutz ausgenommen.“

PayPal-Käuferschutz

Für Käufer: Wenn ein berechtigter Artikel, den Käufer mit PayPal online bezahlt haben, zum Beispiel nicht ankommt oder nicht der Beschreibung des Verkäufers entspricht, können Sie den gesamten Kaufpreis des Artikels sowie die ursprünglichen Versandkosten erstattet bekommen.

Für Verkäufer: Wenn Verkäufer zum Beispiel eine nicht autorisierte Zahlung erhalten haben oder der Käufer behauptet, dass er die bestellte Ware nicht erhalten hat, können Verkäufer gemäß den Voraussetzungen des PayPal Verkäuferschutzprogramms einen Anspruch auf den gesamten Betrag der Zahlung haben.
Quelle: PayPal -Käuferschutz

Geldabzocke über PayPal: Mit einem perfiden Trick bringen Kriminelle ihre Opfer um viel Geld. (Symbolbild)

PayPal-Geldabzocker nutzen Hilfsbereitschaft aus: Verbraucherschützer warnen – „Freunde und Familie“-Option nicht nutzen

Jeder fehlerhafte Geldtransfer sollte Warnsignal für den Kunden sein. Unter keinen Umständen sollte das Geld über die Option „Freunde und Familie“ zurückerstattet werden. Die Verbraucherzentrale erklärt, dass jede Transaktion nur über die Funktion „Rückzahlung senden“ rückgängig gemacht werden kann. Dabei wird automatisch die vom Absender angegebene Zahlungskategorie verwendet, und PayPal kann die Rückzahlung mit der betrügerischen Geldüberweisung der Kriminellen in Verbindung bringen. Dabei übernimmt PayPal die Rückabwicklung.

Entschuldigung, ich habe mich bei der E-Mail-Adresse vertan. Könnten Sie das Geld über die Option ‚Freunde und Familie‘ zurücksenden?

Mit einer solchen Betrugsmail zocken Cybberkriminelle gutgläubige PayPal-Nutzerinenn und -Nutzer ab

Die Funktion „Freunde und Familie“ sollten Kunden und Kundinnen dagegen nur nutzen, sofern es sich um kleine Beträge an bekannte Personen handelt, die man tatsächlich kennt - das können echte Freunde, Familie oder auch sonstige Bekannte sein, so der Tipp der Vebraucherzentrale NRW. Sollte jemand bereits Opfer dieser Masche geworden sein, raten die Verbraucherschützer dazu, sofort den Kundendienst der Plattform zu kontaktieren und den Betrug zu melden.

Wer sich vor Cyberkriminellen schützen möchte, sollte eine Virensoftware auf dem PC und dem Smartphone installieren und diese regelmäßig updaten, mit den eigenen Daten im Netz zurückhalten umgehen und sichere Passwörter verwenden. Denn die Kriminellen werden zunehmend perfider, um an das Geld ihrer Opfer zu gelangen. Besonder schamlos wird es jedoch beim Love-Samming - dem Spiel mit der großen Liebe. Dabei nutzen die Liebesbetrüger mit Fake-Profilen die persönliche Zuneigung ihrer Opfer raffiniert aus. (sthe)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Silas Stein

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