Neue Betrugsmasche

Vorsicht, wenn die Krankenkasse anruft – „Telefonat unverzüglich beenden“

Betrüger geben sich neuerdings als Mitarbeiter von Krankenkassen aus, um ihre Opfer am Telefon abzuziehen. So erkennt man einen Fake-Anruf.

Hamm - Eines muss man Betrügern lassen: Sie lassen sich immer neue Wege einfallen, um ihren Opfern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Jetzt versuchen sie es mit einem neuen miesen Trick: Sie geben sich als Mitarbeiter der Krankenkasse aus, um an sensible Sozial-, Gesundheits- oder Bankdaten von nichtsahnenden Menschen zu gelangen. Versicherungen warnen und sagen, wie man Betrüger am Telefon erkennt.

Anruf der Krankenkasse als neue Betrugsmasche: Achten Sie auf diese Merkmale

Das Telefon klingelt - dran ist ein Mitarbeiter der Krankenkasse. Er behauptet, dass man eine Zusatzversicherung benötige, weshalb wir Bankverbindung und Gesundheitsdaten herausrücken sollen. Oder: Eine Frau mit verbindlicher Stimme erklärt uns, dass wir zu hohe Krankenkassenbeitrage gezahlt haben. Um sie zurückzubekommen, sollen wir einer Weiterleitung zustimmen. Tun wir das, fallen hohe Kosten an. Beiträge zurück gibt es natürlich auch nicht. Denn die Stimme im ersten wie im zweiten Fall gehört einem Betrüger.

Das Ziel ist immer dasselbe: Daten abziehen und zu Geld machen. Verbraucherzentralen und Landeskriminalämter werden nicht müde, vor all den Tricks von Telefonbetrügern zu warnen. Manche geben sich als Anwälte aus und wollen Vertrauen gewinnen und Geld abzocken. Vor einigen Monaten gab es in Nordrhein-Westfalen immer wieder betrügerische Paypal-Anrufe – das LKA warnte. Wer am Telefon als erstes „This call is from Europol“ hörte, war nicht mit der Polizeibehörde verbunden.

Bei den Anrufen gibt es verschiedene Betrugsmethoden, auf die man gefasst sein sollte:

  • Identitätsdiebstahl und Phishing
  • Versicherungsangebote
  • Falsche Abrechnungen
  • Unerwünschte Produkte

Betrüger statt Versicherungsmitarbeiter: Im Zweifel lieber auflegen

Aber wie erkennt am Telefon, ob ein Anrufer gute oder böse Absichten hat, ob es wirklich die Krankenkasse ist, die ein Angebot macht? Es gibt klare Hinweise, bei denen potenzielle Opfer hellhörig werden sollten. Wenn Sie keinen Anruf erwarten, Sie persönliche Daten herausrücken sollen und vom Anrufer zu etwas gedrängt werden, dann ist es wahrscheinlich, dass es sich beim Anrufer nicht um einen Krankenkassen-Mitarbeiter handelt.

Wer einen ungebetenen Anruf einer vermeintlichen Versicherung erhält und folgende Tipps beherzigt, sollte ohne finanziellen Schaden bleiben:

  • Nicht in Vorleistung gehen – ganz besonders nicht bei unbekannten Personen oder Versicherungen
  • Vorsicht bei Computerstimmen sowie unterdrückten und unbekannten Nummern
  • Niemals persönliche Daten oder sensible Informationen herausgeben - Versicherungen fragen in der Regel nur nach der Bankverbindung, wenn man einen Antrag auf eine Leistung oder eine Erstattung gestellt hat
  • Nicht weiterverbinden lassen, dabei können hohe Telefonkosten entstehen
  • Vorsicht bei verlockenden Zusatzversicherungen oder anderen Gesundheitsleistungen - sie sind oft zu gut, um wahr zu sein

Grundsätzlich gilt: Seriöse Institutionen wie Polizei, Staatsanwaltschaft, Banken oder Krankenkassen würden nicht einfach anrufen und Geld fordern. Die Techniker-Krankenkasse rät sogar, bei Zweifeln sofort aufzulegen: „Wenn Sie bei einem Telefonat den Verdacht haben, dass es sich um einen missbräuchlichen oder fingierten Anruf handelt, sollten Sie das Telefonat unverzüglich beenden.“ Meint es eine Versicherung ernst mit einem Angebot, wird sie andere Wege finden, Sie zu erreichen - meist ganz klassisch mit der Post.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa/Illustration

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