Betrugsmasche
„Achtung Abzocke“: Betrüger nutzen 1-Cent-Masche – Vorsicht bei Kleinstüberweisung
Zunächst fehlt ein Cent auf dem Konto, dann könnte schnell mehr Geld abgezogen werden. Wer eine Kleinstüberweisung bemerkt, sollte schnell handeln.
Kassel - Wenn man sich für einen digitalen Dienst wie Paypal registriert, ist es üblich, neben persönlichen Informationen auch die Bankverbindung anzugeben, die für Transaktionen genutzt wird. Zur Verifizierung des Kontos senden die Anbieter oft eine Kleinstgutschrift von einem Cent.
Betrüger nutzen 1-Cent-Masche: Achtung bei Überweisung auf dem Kontoauszug
Wenn diese Überweisung nicht zurückkommt, kann der Serviceanbieter sicher sein, dass das Konto tatsächlich existiert. Die Gutschrift wird dann entweder mit den Services verrechnet oder vom Anbieter zurückgezogen.
Leider nutzen Betrüger diese Praxis aus und überweisen willkürlich Centbeträge an zufällig generierte Kontodaten, um zu überprüfen, ob diese Konten existieren. Nachdem sie die Existenz der Konten bestätigt haben, führen sie Lastschriften durch. Experten bezeichnen diese Praxis als „Phishing“.
Das „Abfischen“ persönlicher Daten muss nicht immer nur digital erfolgen. Im Mai warnte die Polizei in Österreich beispielsweise vor Benachrichtigungskarten im Briefkasten, die zum Scannen eines QR-Codes aufforderten - angeblich im Namen des Zentralen Melderegisters. Aber auch hier handelte es sich um eine Betrugsmasche. Die Polizei warnt auch regelmäßig vor betrügerischen Telefonanrufen und Betrugsmaschen auf Kleinanzeigen.
Abbuchung von Betrügern: Erst nur ein Cent, dann viel mehr
Ein 70-jähriger Mann aus einem Ortsteil von Dessau Mitte wurde im März Opfer des 1-Cent-Tricks. Ein Cent wurde von seinem Konto abgebucht und wenige Tage später zurückgezahlt, so die Polizei Sachsen-Anhalt. Eine Woche später sollen Betrüger dann 30 Euro von seinem Konto abgebucht haben.
Normalerweise erhalten Verbraucher bei einer Cent-Überweisung einen Verwendungszweck, mit dem sie später die Zahlung bei Paypal verifizieren können. Aber auch hier nutzen Betrüger die Situation aus. Einige geben beispielsweise eine kostenpflichtige Telefonnummer im Verwendungszweck ihrer Überweisung an, um weiteren Betrug zu begehen. Die Volksbank Ulm-Biberach in Baden-Württemberg berichtet von solchen Fällen. Wenn die Opfer die angegebene Nummer anrufen, entstehen ihnen schnell hohe Kosten.
Was tun bei 1-Cent-Überweisungen?
Wenn Verbraucher betrügerische Abbuchungen auf ihren Kontoauszügen bemerken, sollten sie sich an ihre Bank wenden. Gesetzlich haben sie acht Wochen Zeit, um die betreffende Lastschrift von ihrer Bank zurückbuchen zu lassen, so die Verbraucherzentrale. Diese sogenannten Chargeback-Verfahren sind häufig: Eine Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), die Mastercard 2023 in Auftrag gab, ergab, dass 23 Prozent der Erwachsenen in Deutschland bereits eine ungerechtfertigte Abbuchung bei ihrem Kartenherausgeber reklamiert und zurückgefordert haben. Der häufigste Grund dafür waren betrügerische Aktivitäten.
Zahlungsdienste wie Paypal erleichtern das Leben, bieten aber auch Betrügern Möglichkeiten. Insbesondere für jüngere Nutzer können sie sich als Schuldenfalle erweisen.
Den Bezahldienst Paypal nutzen Betrüger auch für andere fiese Maschen: Wer auf Paypal eine unbekannte Zahlung erhalten hat, sollte wachsam sein. Dahinter könnte eine Betrugsmasche stecken, warnen Verbraucherschützer. (BeBau)
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