Zu hohe Temperaturen

Westnilfieber in Deutschland: Mehr Krankheiten durch Mückenstiche

Durch den Klimawandel verbreiten sich Mücken, die Krankheiten übertragen können. Auch in Deutschland wurden Fälle gemeldet. Gibt es Grund zur Besorgnis?

Hamm – Der Klimawandel und die steigenden Temperaturen machen es Krankheitserregern leichter, sich auszubreiten. Tropische Arten werden bei uns in Deutschland – und möglicherweise Nordrhein-Westfalen – heimisch. Dadurch steigen auch übertragbare Krankheiten. Davor warnt das Robert Koch-Institut (RKI) im Rahmen ihres Sachstandsberichts „Klimawandel und Gesundheit“. So breitet sich beispielsweise die Hyalomma-Zecke aus, die einen tödlichen Virus übertragen kann.

KrankheitWest-Nil-Fieber
Ursprungseit 1937 bekannt
Virus-FamilieFlaviviridae

Auch Mücken machen es sich bei den steigenden Temperaturen in Deutschland gemütlich. Und: Sie können Überträger von Virusinfektionen sein. Der durch den Klimawandel bedingte Temperaturanstieg führt auch dazu, dass Mücken häufiger stechen. Sie können sich dadurch schneller vermehren, und ihre Saison kann sich verlängern.

Mehr Krankheiten durch Mückenstiche: Westnilfieber in Deutschland

Ein Beispiel einer durch Mücken übertragbaren Viruskrankheit ist das West-Nil-Virus – auch bekannt als Westnilfieber. Es werde beobachtet, dass Mücken das Virus hierzulande übertragen. Susanne Glasmacher, Pressesprecherin des RKI, betont jedoch, dass die Fälle bislang praktisch nur in Ostdeutschland registriert wurden. Die Symptome sind häufig grippeähnlich, aber der durch Mücken übertragbare Erreger kann auch das Hirn befallen und Lähmungen oder epileptische Anfälle hervorrufen. Auch mentale Veränderungen seien möglich.

Nach Angaben des RKI gibt es seit 2018 auch Fälle des Westnilfiebers in Deutschland. Zunächst sei eine Infektion bei Vögeln und Pferden bemerkt worden. Ein Jahr später, 2019, seien erste in Deutschland durch Mücken übertragene Infektionen von West-Nil-Fieber bekannt geworden. „Das Vorkommen von West-Nil-Virus-Erkrankungsfällen über mehrere Jahre zeigt an, dass das Westnilfieber auch in Deutschland überwintert und im Sommer ausreichend günstige klimatische Bedingungen vorfindet“, so das RKI über das Vorkommen der Krankheit in Deutschland.

Westnilfieber durch Mücken: Bald auch in anderen Regionen Deutschlands?

Gut möglich, dass sich das West-Nil-Virus in Deutschland weiter etabliert. „Es ist damit zu rechnen, dass es in den kommenden Jahren insbesondere in den schon bestehenden Gebieten, aber vielleicht auch in weiteren Gebieten, zu einem saisonalen Vorkommen von West-Nil-Virus-Erkrankungsfällen kommen wird“, erklärt das RKI.

Auch eine weitere Krankheit, die durch Mücken übertragen wird, breitet sich aus. Es wurden zwar noch keine Übertragungen in Deutschland beobachtet, das könnte sich durch die Folgen des Klimawandels allerdings ändern. Denn: Die Asiatische Tigermücke macht es sich bereits in Teilen Deutschlands gemütlich und kann Überträger der Krankheit sein. Die Symptome hierfür seien auch hier ähnlich wie bei Grippeerkrankungen.

Mücken übertragen Krankheiten: Auch weitere Krankheiten möglich?

„Sie kann grundsätzlich exotische saisonale Krankheitserreger wie das Chikungunya-, Dengue- oder Zika-Virus auf Menschen übertragen, wenn sie diese Viren zuvor von infizierten Reiserückkehrenden aus Endemiegebieten aufgenommen hat“, schreibt das RKI über die Asiatische Tigermücke. Infektionen der Mücke könnten bald zunehmen – auch in Deutschland.

„Mit möglichen autochthonen menschlichen Chikungunya-Virus-Infektionen ist im Sommer jedoch zu rechnen und aufgrund des Klimawandels dürfte auch die Wahrscheinlichkeit von autochthonen Dengue-Virus-Infektionen eher zunehmen“, so das RKI. Diese Infektionen können laut Angaben des Auswärtigen Amtes in sehr schlimmen Fällen lebensbedrohlich sein.

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul/dpa

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