Auch Missstände im Anbau

Kaffee im Test: Krebserregende Stoffe entdeckt - Experten raten von Sorten ab

„Öko“-Test hat Kaffee getestet. Das erschreckende Ergebnis: Viele Sorten sind mit krebserregenden Stoffen belastet. Auch namhafte Marken schneiden schlecht ab.

Es gilt als das unangefochtene Lieblingsgetränk der Deutschen: Kaffee. Egal ob schwarz, mit Milch, als Filterkaffee oder Cappuccino - für viele gehört die Tasse Kaffee zum Morgenritual. Und über den Tag verteilt bleibt es mitunter nicht bei einer Tasse. Umso bitterer ist das Ergebnis einer Untersuchung von „Öko“-Test, bei der 20 Kaffeesorten auf Schadstoffe und Geschmack untersucht wurden.

NameÖko-Test
BeschreibungVerbrauchermagazin
HauptsitzFrankfurt

Kaffee im Test: Viele enthalten krebserregende Stoffe - nur ein Testsieger

Fast die Hälfte der gemahlenen Kaffee-Sorten sind im Test durchgefallen - darunter auch namhafte Marken. Die Experten von „Ökö“-Test raten sogar von neun Kaffees ab, weil sie mit der Note „mangelhaft“ oder „ungenügend“ durchgefallen sind.

„In etlichen Kaffees hat das von uns beauftragte Labor aus unserer Sicht ,erhöhte‘ Werte der Schadstoffe Acrylamid und Furan gefunden“, schreibt das Verbrauchermagazin. Diese Schadstoffe würden beim Rösten entstehen. Zudem warfen die Experten einen Blick auf Menschenrechte und Umweltschutz beim Anbau des Kaffees - und auch hier würden „ausgerechnet namhafte Markenanbieter“ nicht genug Verantwortung übernehmen.

Das Verbrauchermagazin testete 20 Produkte aus (Bio-)Supermärkten und Discountern. „Dabei haben wir besonders absatzstarke Marken berücksichtigt und jeweils Varianten mit den mittleren Stärken drei oder vier ausgewählt“, heißt es weiter.

Kaffee im Test: Gehalt von krebserregendem Stoff in 13 Produkten erhöht

Besonders alarmierend: „Öko“-Test hat in 13 Produkten den Acrylamid-Gehalt als erhöht bewertet. Sie würden den EU-Richtwert für Röstkaffee zu mehr als die Hälfte ausschöpfen. Acrylamid erhöht laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) potenziell das Krebsrisiko. Dies gehe aus Daten von Tierversuchen hervor.

Bei der Belastung mit Furan und Methyfuranen geben die Test-Experten allen Kaffees einen Minuspunkt. Laut Efsa, so schreibt das Magazin, können die genannten Schadstoffe langfristig die Leber schädigen.

Kaffee im Test: Bekannte Marken schneiden oft nicht gut ab

Eine Kaffee-Sorte erhielt in puncto Inhaltsstoffe die Note „ungenügend“ und fiel auch im Geschmackstest durch: der gemahlene Röstkaffee „Rösta Classic, Kräftig“ von Norma. Laut dem Verbrauchermagazin hat das Labor erhöhte Schadstoffwerte gefunden und auch bei der Sensorik viel der Kaffee durch.

Namhafte Kaffee-Marken wie Jacobs, Mövenpick, Tchibo, Melitta und Eduscho landen im Test bei Inhaltsstoffen und Geschmack im Mittelfeld, oft im unteren Bereich. Die besten Testergebnisse erzielten Bio-Kaffee-Sorten.

Kaffee im Test: Das ist der Testsieger

In die Gesamtwertung des Kaffee-Tests fließt auch noch die Kategorie „Kaffeeanbau und Transparenz“. Gibt es Menschenrechtsverletzungen oder wird der Kaffee klimaschädlich angebaut? Können die Hersteller genau sagen, wo die Ware herkommt? „Die Bio-Anbieter machen es vor: Für alle sechs Bio-Kaffees im Test konnten sie die Lieferkette komplett transparent machen und durch Dokumente belegen“, schreibt „Öko“-Test.

Wer ist nun der endgültige Testsieger? „Öko“-Test vergibt nur einmal in der Gesamtwertung die Note „gut“ und zwar an „Gepa schneidet Faires Pfund Bio Kaffee aus Fairem Handel“. Unter den getesteten Gesichtspunkten am schlechtesten schnitt „Eilles Kaffee Gourmet“ von Darboven ab: Mangelhaftes Ergebnis bei den Inhaltsstoffen, „ungenügend“ in Sachen Anbau und Transparenz.

Alle Testergebnisse finden Sie hier.

Aktuell gibt es in Deutschland eine dringende Warnung bei einer Kaffee-Sorte. Der Grund dafür ist mehr als schockierend und stellt selbst den Hersteller vor ein Rätsel.

Rubriklistenbild: © Britta Pedersen/dpa

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