Bezahlfunktion

Girocard ohne Maestro: Was Kunden jetzt wissen müssen

Von den Girokarten wird das blau-rote Maestro-Logo verschwinden. Seit 1. Juli 2023 soll die Bezahlfunktion abgeschafft werden. Was Kunden wissen sollten.

Hamm – Verbraucher müssen sich ab Juli 2023 auf eine Änderung einstellen. „Ab Juli 2023 werden die meisten Banken und Sparkassen keine neuen Karten mit Maestro-Funktion mehr ausgeben“, erklärt Kreditkartenanbieter Mastercard gegenüber wa.de. Die Folgen für Kunden in Supermärkten, Discountern und anderswo sind zunächst einmal überschaubar. Die wichtigste Nachricht: Sollten Sie noch im Besitz einer Girocard mit Maestro-Logo sein – keine Panik. Sie wird bis zu ihrem Ablaufdatum weiterhin funktionieren. Dennoch gibt es Neuerungen beim Bezahlvorgang.

Was wird eingestellt?Maestro-Funktion für Girokarten
Wann?Ab 1. Juli 2023
Warum?nicht mehr zeitgemäß

Verbraucher, die eine Girocard mit Maestro-Funktion besitzen, müssen nichts tun. Das ist eine gute Nachricht, denn betroffen sind einige. Mit 100 Millionen ausgegebenen Exemplaren ist die Girocard die mit Abstand am meisten genutzte Bankkarte in Deutschland. Tagtäglich wird mehr als 17 Millionen Mal mit der Girocard bezahlt, mehr als 40 Prozent des Einzelhandelsumsatzes in Deutschland werden auf diesem Wege beglichen, berichtet merkur.de.

„Die Maestro-Karten werden in den kommenden Jahren sukzessive gegen neue, moderne und sichere Debitkarte ausgetauscht, die an den heutigen digitalen Lifestyle der Menschen angepasst sind. Die Kartenherausgeber – also die Banken und Sparkassen - werden ihre Kunden frühzeitig über den Austausch ihrer Karten informieren“, versichert Mastercard. Verbraucher müssen also ab Juli 2023 nicht auf die praktischen Funktionen verzichten. Es wird genügend Alternativen für den Auslandseinsatz der Karte geben, wie die Verbraucherzentrale erklärt:

  • Die „Co-Badge-Lösung“: „Die Institute bieten eine Girokarte an, die dazu mit integrierter Debitkarte von VISA/Mastercard ausgestattet wird. Man kann diese im Inland über das Girokarten-System nutzen und im Ausland über den Kooperationspartner. Die Girokarte bekommt dann zusätzlich eine 16-stellige Kartennummer und den CVV-Code, wie man es von den klassischen Kreditkarten kennt.“
  • Abschaffung der Girocard bei einzelnen Banken: „Die Banken könnten sich dazu entscheiden, die Girocard nicht mehr anzubieten. Denn auch mit einer anderen Debitkarte können Sie theoretisch im Einzelhandel zahlen. Bisher akzeptieren aber nicht alle Geschäfte diese Karten. Auch der stationäre Handel müsste in diesem Fall also teils umrüsten. Für die Händler würden außerdem höhere Kosten entstehen, weil Entgelte an das Karten-Unternehmen anfallen. Diese könnten dann wiederum zu höheren Preisen vor Ort führen.“
  • Umstieg auf das KonkurrenzsystemV-Pay von Visa: „Eine leichte Option wäre es, zum Konkurrenten zu wechseln und von nun an die Girokarten mit V-Pay- statt Maestro-Funktion auszugeben. Visa erklärt bislang, dass die V-Pay-Funktion weiterhin zur Verfügung stehen wird.“
  • Eine Zweitkarte für Reisen ins Ausland anschaffen: „Wie bei einigen Konten bereits der Fall, könnten die Banken auch ein Zwei-Karten-System nutzen – mit einer Girocard für den Inlandseinsatz und einer Debit- oder Kreditkarte für den Einsatz im Ausland.“

Wenn die Maestro-Funktion ab Juli 2023 nach und nach abgeschafft wird und in Zukunft nicht mehr zur Verfügung steht, wird es also weiterhin Möglichkeiten geben, im Ausland Geld abzuheben und ans eigene Guthaben zu kommen. „Ob das über ein anderes Zahlungssystem oder eine Zweitkarte sein wird, zeigt sich in der nächsten Zeit“, teilt die Verbraucherzentrale mit.

Rubriklistenbild: © Federico Gambarini/dpa

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