Auf TikTok
Filialleiter verrät Einkaufs-Tipp: Code soll zeigen, wie frisch Obst und Gemüse ist
Wer verpacktes Obst und Gemüse im Supermarkt oder Discounter kauft, fragt sich oft: Wie frisch ist das eigentlich? Eine Nummer auf der Verpackung soll helfen.
Hamm - Eine Packung Äpfel im Supermarkt gekauft und zu Hause festgestellt, so ganz frisch sind sie nicht mehr. Mit einem einfachen Trick soll das nicht mehr passieren, zumindest, wenn man dem TikToker „Der Filialleiter“ glaubt. Auf seinem Kanal gibt der Influencer aus NRW, der nach eigenen Angaben beim Discounter Lidl arbeitet, regelmäßig Einkaufstipps.
Supermarktmitarbeiter verrät: Nummer zeigt, wie frisch Obst und Gemüse ist
In einem seiner letzten Videos erklärt er nun die LOT-Nummer, die sich auf allen abgepackten Produkten finden lässt. Die vierstellige Nummer zeige das Abpackdatum. Die ersten beiden Ziffern deuteten demnach auf die Kalenderwoche, die letzten beiden den Tag in der Kalenderwoche hin, an dem das Produkt abgepackt wurde.
Die Verbraucherzentrale NRW sieht diesen Frische-Tipp eher kritisch. „Die LOT-Nummer ist keine Verbraucherinformation, deshalb würden wir Verbraucher nicht empfehlen, sich danach zu richten“, heißt es auf Anfrage von wa.de. Die LOT-Nummer sei für den Frischegrad von Obst und Gemüse nicht immer ein verlässlicher Hinweis.
Verbraucherzentrale sieht LOT-Nummer als Frischenachweis kritisch
Die LOT-Nummer, auch bekannt als Chargen- oder Losnummer, dient eigentlich zur Rückverfolgung des Produktes, sollten bei einer Kontrolle Mängel festgestellt werden und es zu einem Produktrückruf kommen. Festgelegt wird das Los vom Erzeuger, Hersteller, Verpacker oder Verkäufer des Lebensmittels. Die Losnummer besteht aus einer Buchstaben- und/oder Ziffern-Kombination und beginnt häufig mit dem Buchstaben „L“. Der Aufbau der LOT-Nummer kann somit immer verschiedene Bedeutungen haben, wie zum Beispiel Herstellungsort, Produkt, Charge und Produktlinie.
Im Fall des TikTok-Videos zeige die Losnummer tatsächlich die Kalenderwoche und die Charge. Vermutlich wurde das Obst oder Gemüse in der entsprechenden Kalenderwoche verpackt. Das müsse aber nicht immer so sein, so die Verbraucherzentrale.
TikTok-Trick für frisches Obst: „Gefahr unnötiger Lebensmittelverschwendung“
Werden zum Beispiel deutsche Äpfel im Februar verkauft, lagerten diese seit der Ernte zirka vier Monate im Kühllager. Dies gelte für alle lagerfähigen Lebensmittel, wie etwa Kartoffel, Zwiebeln, Birnen und Möhren.
Bei empfindlicheren verpackten Obst- und Gemüsesorten (z.B. Erdbeeren oder Spinat), die nicht lagerfähig sind, könne das LOT (als Verpackungsdatum) manchmal einen Hinweis auf die Frische geben. Jedoch bestehe hier die Gefahr unnötiger Lebensmittelverschwendung, wenn die neueste Ware beim Einkauf bevorzugt werde und einwandfreies Gemüse und Obst in den Regalen verbleibe und im schlimmsten Fall entsorgt werden müsse.
Um möglichst frisches Obst und Gemüse aus dem Supermarkt oder Discounter zu bekommen, empfiehlt die Verbraucherzentrale, saisonal und regional einzukaufen. Das saisonale Obst und Gemüse werde reif in der Saison geerntet und gelangt auf kurzen Transportwegen zum Handel und damit zu den Verbrauchern.
Verdorbene Lebensmittel gekauft: Diese Rechte haben Verbraucher
Wer beim Einkauf im Supermarkt oder Discounter doch mal zum verdorbenen Obst oder Gemüse gegriffen hat, muss aber nicht auf seinen Kosten sitzen bleiben. Verbraucher können gegen Vorlage des Kassenbons mangelhafte Lebensmittel direkt im Geschäft reklamieren. „Der Händler muss das reklamierte Produkt umtauschen oder, sofern dies nicht möglich ist, das Geld zurückerstatten“, heißt es von der Verbraucherzentrale.
Alternativ kann auch der Hersteller direkt kontaktiert werden. „Gelegentlich gewähren Hersteller aus Kulanz großzügigen Ersatz, jedoch besteht kein Rechtsanspruch darauf“, so die Verbraucherzentrale.
Wenn weder das Verkaufspersonal noch der Hersteller angemessen reagieren, bleibe der Weg über die zuständige Lebensmittelüberwachungsbehörde. Die Behörde kann durch entsprechende behördliche Kontrollen überprüfen, ob und inwiefern ein Mangel vorliegt oder weitere Produkte betroffen sind.
Einen großen Produktrückruf gab es bei einer Süßspeise, in der Salmonellen gefunden wurden. Gleich sechs Bundesländer sind von dem Produktrückruf betroffen. Einen großen Rückruf gibt es aktuell auch bei Keksen verschiedener Marken. Die Cookies, die in fast allen Supermärkten und Discountern verkauft wurden, können zu Verletzungen führen.
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