Betrugsmasche

Rentner tappt in Krankenkassen-Falle von Betrügern: „Hätte es nicht für möglich gehalten“

Gefälschte Mails von Krankenkassen locken mit Rückzahlungen. Ein österreichischer Rentner fiel fast darauf herein. Die Betrugsmasche sieht täuschend echt aus.

Kassel - Betrügerische Methoden werden immer raffinierter, um an Geld oder vertrauliche Informationen zu gelangen. Oft sind gefälschte Webseiten und E-Mails kaum noch vom Original zu unterscheiden. Diese täuschend echten Tarnungen nutzen Kriminelle auch bei WhatsApp-Betrügereien. Inzwischen geraten auch Krankenversicherte ins Visier der Betrüger, wie der Fall eines österreichischen Rentners zeigt.

„Hätte es nicht für möglich gehalten“: Rentner tappt in Krankenkassen-Falle von Betrügern

Ein Rentner aus Österreich fiel auf eine solche Masche herein. Er berichtete der Heute.at von einer E-Mail, die angeblich von der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) stammte und ihm eine Rückerstattung von 240,50 Euro versprach. Um die Zahlung zu erhalten, sollte er einem Link folgen und seine Kreditkartendaten in einem neuen Fenster eingeben.

„Da wurde ich kurz misstrauisch“, erzählte er der österreichischen Zeitung. Die Eingabe der Zahlungsdaten sei jedoch aufgrund einer technischen Umstellung erforderlich gewesen, wurde ihm erklärt. Daher gab er seine Kreditkartendaten schließlich doch ein. Als er vorsichtshalber die in der E-Mail angegebene Telefonnummer anrief und nicht bei der ÖGK landete, wurde er misstrauisch und ließ sofort seine Kreditkarte sperren. Sein Konto blieb unberührt.

Ein Rentner aus Österreich tappt in die Falle einer Phishing-Mail im Namen einer Krankenkasse. (Symbolbild)

„Ich hatte Glück, dass ich rechtzeitig gehandelt habe. Es hätte viel schlimmer ausgehen können“, sagte der 84-Jährige gegenüber Heute.at. Die ÖGK ist über solche Fälle informiert. „Die ÖGK fordert ihre Versicherten eindringlich auf, nicht darauf einzugehen. Auf keinen Fall sollte der angegebene Link geöffnet oder persönliche Daten bekanntgegeben werden“, lautet eine Mitteilung der Kasse. Der Rentner betonte: „Es sah so echt aus – ich hätte es wirklich nicht für möglich gehalten.“

Verbraucherzentrale warnt: „Dürfte viele Menschen verunsichern“

Auch in Deutschland sind ähnliche Betrugsfälle bekannt. Anrufer geben sich als Krankenkassenmitarbeiter aus und behaupten, man habe zu hohe Beiträge gezahlt, wie unter anderem der BR berichtete. Um das Geld zu erhalten, solle man einer Weiterleitung zustimmen, die jedoch ins Leere führt und hohe Kosten verursacht.

Die Verbraucherzentrale warnt zudem vor Phishing-Mails von Krankenkassen, die eine neue Gesundheitskarte versprechen. Über einen Button soll die Karte beantragt werden, andernfalls sei man nicht mehr krankenversichert. Der Link führt jedoch zu einer gefälschten Webseite. „Aus Angst, nicht mehr krankenversichert zu sein, dürfte diese Information viele Menschen verunsichern“, so die Verbraucherzentrale.

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Tipps vom Bundesamt für Sicherheit, um sich gegen Phishing-Angriffe zu schützen:

  • Mail-Adresse des Absenders prüfen und ggf. telefonisch nachfragen
  • Keine persönlichen Daten wie Passwörter, Kreditkarten- oder Transaktionsnummern per E-Mail preisgeben
  • Auf keine Links oder Buttons in dubiosen E-Mails klicken oder Anhänge öffnen
  • Unpersönliche Anrede und/oder Rechtschreibfehler deuten auf dubiosen Absender hin
  • Bei vorgetäuschtem, dringenden Handlungsbedarf nicht in Panik verfallen

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik gibt einige Ratschläge, um sich vor Phishing-Angriffen zu schützen. Krankenkassen warnen ebenfalls regelmäßig vor neuen Betrugsmaschen. Auch Bankkunden sind nicht sicher vor Betrügern. Derzeit kursieren gefälschte Nachrichten einer Bank, um Konten zu plündern.

Rubriklistenbild: © Silas Stein/dpa/dpa-tmn

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