Neue Masche am Telefon

Vorsicht vor Fake-Anrufen mit neuer Masche – Betrüger geben sich als Mitarbeiter der Verbraucherzentrale aus

Fake-Anrufe sind mittlerweile eine allbekannte Betrugsmasche. Doch nun wird nicht mehr nur Geld gefordert, sondern auch Informationen.

Kassel – Das Telefon klingelt, es meldet sich eine hysterische Stimme, welche behauptet, die eigene Tochter zu sein. Die Rede ist von einem schweren Unfall. Prompt folgt die Forderung nach Geld. Diese Betrugsmasche ist nicht neu. Immer mehr Menschen werden Opfer von Fake-Anrufen. Was allerdings neu ist: Betrüger geben sich als Mitarbeiter der Verbraucherzentrale aus.

Mitarbeiter der Verbraucherzentrale am Telefon? Vorsicht und Skepsis geboten

Laut der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein (VZSH) gebe es Berichte von Anrufen falscher Verbraucherschützer. „Diese nutzen die Debatte über die auslaufende Strompreisbremse, um an die Zählernummern von Verbrauchern zu kommen“, heißt es weiter. Am Telefon behaupten sie, aufgrund der auslaufenden Strompreisbremse alle Hausbesitzer zu kontaktieren, damit diese weiterhin günstigen Strom beziehen können. Ihr Ziel: Informationen.

Hinter manchen Telefonnummern stecken Betrüger. Die Bundesnetzagentur informiert, bei welchen Nummern man besser gar nicht erst abhebt.

„Die Anrufer mit der Berliner Nummer (030-407074409) kennen Namen und Anschrift der Betroffenen und fordern schließlich die Zählernummer“, so die VZSH. Sie bieten außerdem an, den Verbrauchern weitere Informationen per E-Mail zu senden. So erhalten die Betrüger zusätzlich die E-Mail-Adressen der Betroffenen. Wichtig zu wissen ist, dass Verbraucherzentralen in der Regel keinen Kontakt zu Verbrauchern aufnehmen. Daher ist es nie schlecht, eine grundlegende Skepsis zu haben.

Stefan Bock, Vorstand der VZSH, betont: „Bei diesen Anrufen handelt es sich um keine Mitarbeiter der Verbraucherzentrale.“ Er erklärt, dass die Beratung ausschließlich auf Nachfrage Ratsuchender stattfinde. „Verbraucherzentralen treten niemals unaufgefordert in telefonischen oder sonstigen Kontakt.“ Auch plötzliche Hausbesuche sind unüblich. Betroffene sind dazu angehalten, sich im Zweifel telefonisch oder per Mail bei der VZSH zu melden.

Vorsicht vor Fake-Anrufen – untergeschobene Verträge nicht unüblich

In der Regel fordern Telefon-Betrüger Geld. In diesem Fall geht es um Informationen, die dazu genutzt werden, ohne Zustimmung der betroffenen Verbraucher dem bisherigen Stromversorger zu kündigen. Im Umkehrschluss werden neue Energieverträge abgeschlossen. „Die Verbraucher merken davon häufig erst etwas, wenn ein Begrüßungsschreiben des vermeintlich neuen Lieferanten oder die Schlussrechnung des bisherigen Versorgungsunternehmens eintrifft“, erklärt die VZSH.

Bei Betrugsverdacht am Telefon richtig handeln

Allgemein gilt: Bei Verdacht, einen Betrüger am Telefon zu haben, sollte das Gespräch sofort beendet werden. Zudem ist es ratsam, die Person, als die sich der Betrüger ausgegeben hat, selbst anzurufen. Wichtig ist, die bisher bekannte Nummer selbst herauszusuchen.

Oftmals sei es zwar möglich, aus einem untergeschobenen Vertragsverhältnis herauszukommen und von dem bisherigen Versorger weiter beliefert zu werden. Allerdings sollten Betroffene nicht lange warten. Hier gilt die Devise: schnell sein lohnt sich. Verbraucher sollten also möglichst zeitlich aktiv werden, um effektiv gegen den untergeschobenen Vertragswechsel vorzugehen. (cln)

Rubriklistenbild: © Eibner-Pressefoto/IMAGO

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