Reformpläne
Kahlschlag bei ZDF und ARD: Welchen TV-Sendern das Aus droht
ARD und ZDF sollen sparen, damit der Rundfunkbeitrag stabil bleibt. Durch eine geplante Reform stehen mehrere TV-Sender vor dem Aus. Das Radio wird ebenfalls nicht verschont.
Hamm - Der öffentlich-rechtliche Rundfunk steht vor einem Sender-Kahlschlag. Ein Staatsvertragsentwurf der Bundesländer sieht vor, dass ARD und ZDF etliche TV-Sender einstellen oder zusammenlegen. Auch der Hörfunk wird nach den vorliegenden Reformplänen nicht verschont. Das Ziel der Einsparungen: Die Rundfunkgebühren sollen stabil gehalten werden.
Kahlschlag bei ARD und ZDF: Diesen TV-Sendern droht das Aus
Kommen die Pläne durch, stehen ARD und ZDF vor massiven Änderungen. Und damit auch die TV-Zuschauer. Zwar soll es bei den beiden bundesweiten Hauptsendern und den Regionalfernsehprogrammen wie beispielsweise WDR, NDR oder BR - bekannt als die „dritten Programme“ - alles beim alten bleiben, doch bei den Spartensendern schlägt der Spar-Hammer zu.
Vom Aus oder von Zusammenlegungen betroffen sind TV-Kanäle in diesen Bereichen:
- Information, Bildung und Dokumentation
- Kultur
- Kinder/Jugend, junge Erwachsene
Am gravierendsten sollen die Einschnitte im Informationsprogramm werden. Von den linearen TV-Spartenkanälen tagesschau24, Phoenix, ARD-alpha und ZDFinfo sollen nach Abschluss der Reform nur noch „ein/zwei Angebot/e“ übrigbleiben. Welche bleiben und welche aus dem Fernsehprogramm verschwinden, bleibt offen und den Sendern überlassen.
Sparpläne betreffen auch TV-Sender Phoenix, 3sat, ARD One und ZDF Neo
Auch bei den Kultursendern streben die Bundesländer eine Fusion an. Aus 3sat und arte soll ein gemeinsames Programm werden, was wegen der vielfältigen internationalen Kooperationen mit Sendern aus Frankreich, Österreich und der Schweiz nicht ganz einfach ist. Eine mögliche Lösung: Inhalte von 3sat könnten „teilweise oder vollständig“ in das arte-Programm und dessen Digitalangebote „überführt werden“.
Bei den Angeboten für Jüngere wollen die Länder die Zahl ebenfalls reduzieren. Bislang listen sie in dem Bereich der bundesweiten jüngeren Angebote den Kindersender KiKA, das Internet-Angebot funk und die TV-Sender ZDFneo und ARD One auf. Eine Zusammenlegung der beiden Letztgenannten liegt wegen ihrer ähnlichen Zielgruppen nah.
Auch Radio-Programme der ARD von Sparplänen betroffen
Die Anzahl der regionalen Hörfunkprogramme in der ARD soll von rund 70 Wellen auf 53 reduziert werden, wie die Länder erläutern. Als Grundwert nennen sie die Maximalzahl von vier terrestrisch verbreiteten Programmen je Rundfunkanstalt. Welche Programme wegfallen, steht noch nicht fest.
Beim bundesweiten Deutschlandradio gibt es keine Veränderungen. Die Länder listen weiterhin die Programme „Deutschlandfunk“, „Deutschlandfunk Kultur“ und „Deutschlandfunk Nova“ auf. Die drei Sender sind ab Ende des Jahres allerdings nicht mehr auf allen Wegen zu empfangen.
Der sogenannte Reformstaatsvertrag könnte bei der Ministerpräsidentenkonferenz Ende Oktober beschlossen werden und möglicherweise nächsten Sommer in Kraft treten. Ob er eine Änderung beim Rundfunkbeitrag, den einige Städte in Nordrhein-Westfalen nicht mehr eintreiben, nach sich zieht, ist ungewiss.
Rubriklistenbild: © Lena Ivanova/imageBROKER/Imago
